Ein SEO-Keyword ist die Suchanfrage, für die du eine Seite planst: die Wörter, die Menschen bei Google eintippen, etwa „srt datei“ oder „text vorlesen lassen“. Das richtige Keyword wählst du in dieser Reihenfolge aus: Passt die Absicht hinter der Suche zu deiner Seite? Benutzen deine Leser genau diese Wörter, in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Erst danach zählen Suchvolumen und Keyword-Schwierigkeit, denn jedes Tool schätzt sie anders. Pro Seite wählst du ein Hauptkeyword. Wir zeigen das an unserem eigenen Plan mit 240 deutschen Keywords und an unseren 27 deutschen Ratgebern.
Was ein SEO-Keyword ist
Der Duden führt für „Keyword“ drei Bedeutungen, vor allem aus der EDV: Schlüsselwort, Passwort sowie Schlagwort oder Stichwort. In der Suchmaschinenoptimierung ist die dritte gemeint, das Stichwort, unter dem eine Seite gefunden werden soll.
Eine nützliche Unterscheidung steht in der Hilfe von Google Ads. Ein Suchbegriff ist dort das, was jemand ins Suchfeld tippt. Ein Keyword legt dagegen der Werbetreibende fest, damit seine Anzeige passenden Menschen erscheint. Googles Beispiel: Jemand sucht nach „rote rosen“, ein Blumenladen hat „rosen“ als Keyword hinterlegt, und seine Anzeige kann erscheinen.
In der organischen Suche ist es genauso, nur ohne Anzeige. Die Menschen tippen Suchanfragen; so heißen sie auch im Leistungsbericht der Google Search Console. Du wählst ein Keyword, für das du eine Seite planst, und im besten Fall erscheint sie bei vielen verwandten Suchanfragen: mit Tippfehlern, in anderer Wortstellung oder mit einem Wort mehr. Ein Keyword steht also für eine ganze Gruppe von Suchen mit derselben Absicht. Wie Suchmaschinen Seiten finden und ordnen, erklärt unser Ratgeber Was SEO bedeutet.
Wie Google eine Suchanfrage versteht
Google nennt auf seiner Seite zum Ranking von Suchergebnissen fünf Signale: Bedeutung, Relevanz, Qualität, Nutzerfreundlichkeit und Kontext. Für die Wahl eines Keywords zählen vor allem die ersten beiden:
- Bedeutung: Zuerst versucht Google zu verstehen, was jemand sucht, auch bei sehr kurzen Eingaben, mit Rechtschreibkorrektur und einem Synonymsystem. Wer „laptop helligkeit ändern“ sucht, findet so auch die Seite eines Herstellers, der von „einstellen“ spricht. Dazu gehört der Kontext der Anfrage: „kochen“ oder „bilder“ zeigen, dass jemand Rezepte oder Bilder erwartet, die Sprache der Suchanfrage bestimmt die Sprache der meisten Ergebnisse, und wer „pizza“ sucht, bekommt Lieferdienste in der Nähe. Laut Googles Leitfaden zu den Ranking-Systemen liefert RankBrain passende Inhalte auch dann, wenn sie nicht genau die Wörter der Suche enthalten.
- Relevanz: Am einfachsten erkennt Google Relevanz daran, dass eine Seite dieselben Stichwörter enthält wie die Suchanfrage, etwa in Überschriften oder im Text. Mit dem Beispiel „Hunde“ zeigt Google aber die Grenze: Gesucht ist nicht die Seite, auf der das Wort am häufigsten steht, sondern eine mit Bildern, Videos oder einer Liste von Hunderassen.
Für die KI-Übersichten und den KI-Modus braucht es laut Google keine besondere Optimierung. In seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen (Stand Juli 2026) schreibt Google außerdem, du müsstest dir keine Sorgen machen, ob du genügend Long-Tail-Keywords oder jede Variante abdeckst. Ein Keyword ist also kein Zauberwort, das du möglichst oft wiederholst. Es sagt dir, welches Thema und welche Wörter deine Leser erwarten.
Suchintention: Was will die Person?
Die Suchintention ist der Grund hinter einer Suche: Will jemand etwas wissen, etwas erledigen, eine bestimmte Website erreichen oder vor einem Kauf vergleichen? Dafür gibt es zwei Wortschätze.
In SEO-Tools sind es meist vier Typen, in der Hilfe von Semrush informationsorientiert, navigationsorientiert, kommerziell und transaktionsorientiert. Die Bezeichnungen schwanken, selbst bei Semrush: Ein deutscher Blogartikel des Anbieters von 2025 spricht von „informativer“ und „transaktionaler Keyword-Absicht“. Gemeint ist dasselbe.
Bei Google sieht die Einteilung anders aus. Die Richtlinien für Googles Qualitätsprüfer, die Search Quality Rater Guidelines (Fassung vom 11. September 2025, nur auf Englisch), unterscheiden:
- Know: Jemand will etwas wissen oder ein Thema erkunden. Die Untergruppe „Know Simple“ sucht eine ganz konkrete Antwort, etwa eine Tatsache, die auf wenig Raum passt.
- Do: Jemand will ein Ziel erreichen oder etwas tun, zum Beispiel etwas herunterladen, kaufen, sich unterhalten lassen oder eine Website oder App benutzen.
- Website: Jemand will eine bestimmte Website oder Seite erreichen.
- Visit-in-Person: Jemand will einen Ort aufsuchen, ein bestimmtes Geschäft oder eine Art von Geschäft.
„Do“ ist also weiter gefasst als „transaktional“; auch ein Download gehört dazu. SISTRIX übernimmt Googles Einteilung in seinem Tool. Google räumt selbst ein, dass die Grenze zwischen Do und Know manchmal unscharf ist: Wer „youtube synchronisation ausschalten“ sucht, will etwas erledigen und braucht dafür eine Anleitung. Bei „was ist n8n“ ist die Absicht dagegen klar Know. Diese Einordnung stammt von uns; Intent-Etiketten eines Tools haben wir in unserem Plan nicht gespeichert.
Die Suchintention erkennen
Die verlässlichste Quelle ist die Ergebnisseite selbst. Google beschreibt in seinem Leitfaden zur Funktionsweise der Suche, dass sich die Art der Ergebnisse nach der Anfrage richtet: Wer „Fahrradwerkstatt“ sucht, bekommt wahrscheinlich lokale Ergebnisse, wer „modernes Fahrrad“ sucht, eher Bilder. Stehen oben nur Shops, Videos oder Online-Werkzeuge, zeigt das, was Google für die passende Antwort hält. Sieh dir die Ergebnisse deshalb selbst an, in einem normalen Browser.
Viele Suchen haben mehr als eine Absicht. Googles Prüferrichtlinien sprechen von einer dominanten Bedeutung, die die meisten meinen, sowie von häufigen und seltenen Bedeutungen. Ahrefs hat dazu eine Zufallsstichprobe von 9.800 Keywords aus seiner deutschen Datenbank ausgewertet: Von den Keywords mit mindestens 100 Suchen im Monat bedient nur etwa die Hälfte (49 Prozent) genau eine Absicht, 24 Prozent bedienen zwei und 27 Prozent drei oder mehr. Je häufiger ein Keyword gesucht wird, desto gemischter ist es.
Die Tools vergeben Intent-Etiketten automatisch. Semrush nutzt maschinelles Lernen und wertet die Elemente der Ergebnisseite aus, Wörter wie „kaufen“, „Adresse“ oder „wie“ und ob ein Markenname vorkommt. SISTRIX vergibt Punkte: Anzeigen oder Google Shopping sprechen für „Do“, ein Knowledge Graph für „Know“. Das ist ein guter erster Hinweis, ersetzt aber nicht den Blick auf die Ergebnisse.
Auch die Wörter im Keyword verraten viel. Von den 76 deutschen Hauptkeywords in unserem Plan enthalten 30 einen Marken- oder Produktnamen, 26 ein Tätigkeitsverb wie „erstellen“, „transkribieren“ oder „ausschalten“, 13 „ki“ oder „ai“ und je 5 ein Preiswort oder ein Fragewort. „kostenlos“ steht in keinem Hauptkeyword, aber in 14 Nebenkeywords. Das sind einfache Wortzählungen von uns, keine Etiketten von Semrush.
Short-Tail und Long-Tail: Volumen statt Wortzahl
Sortierst du alle Suchanfragen nach ihrer Häufigkeit, stehen vorne wenige Begriffe mit sehr vielen Suchen, der „Kopf“ oder Short-Tail, und dahinter ein langer Schwanz aus Milliarden seltener Suchen, der Long-Tail.
Ahrefs definiert Long-Tail-Keywords deshalb über das Suchvolumen, nicht über die Zahl der Wörter. Es gebe Keywords aus einem einzigen Wort mit weniger als 100 Suchen im Monat und Keywords aus fünf Wörtern mit Hunderttausenden. Eine feste Grenze gibt es nicht; es kommt darauf an, womit du vergleichst. Wie lang der Schwanz ist, zeigt die US-Datenbank von Ahrefs: Laut der englischen Fassung des Ratgebers (Stand Mai 2026) haben fast 93 Prozent aller Keywords dort weniger als 10 Suchen im Monat.
Für Deutsch ist diese Definition besonders wichtig, weil wir Wörter zusammensetzen. „besprechungsprotokoll vorlage“ besteht aus zwei Wörtern, „sprachmemo transkribieren“ ebenfalls. Nach der Wortzahl wären beide Short-Tail, dabei sind sie sehr spezifisch und haben 590 und 210 Suchen im Monat. Längere Keywords waren in unserem Plan auch nicht leichter: Die 40 Hauptkeywords mit einem oder zwei Wörtern haben im Median 590 Suchen und einen KD von 18,5, die 36 mit drei oder mehr Wörtern 390 Suchen und einen KD von 20,5. Eine Einschränkung: Wir haben von vornherein nur Keywords mit niedriger Schwierigkeit ausgewählt.
Such also nach Anfragen, die genau zu deiner Seite passen, egal wie viele Wörter sie haben. Was eine „0“ im Keyword-Tool bedeutet und wann sich ein sehr kleines Keyword lohnt, zeigt unser Ratgeber Keywords mit geringem Suchvolumen.
Deutsche Keywords sind kürzer
Wie anders deutsche Suchen aussehen, zeigt unser eigener Themenplan. Wir haben im Oktober 2026 mit Semrush für jedes geplante Thema ein Hauptkeyword gewählt, 76 für Deutschland und 95 für die USA:

- Weniger Wörter: Ein deutsches Hauptkeyword hat im Schnitt 2,55 Wörter, ein amerikanisches 3,69. Drei oder mehr Wörter haben 36 von 76 deutschen, aber 73 von 95 amerikanischen.
- Längere Wörter: Ein Wort in unseren deutschen Hauptkeywords hat im Schnitt 6,39 Buchstaben, in den amerikanischen 5,22. Das längste deutsche ist „besprechungsprotokoll“ mit 21 Buchstaben, das längste amerikanische „international“ mit 13.
- Kaum Fragen: Nur 5 von 76 deutschen Hauptkeywords beginnen mit einem Fragewort, etwa „was ist n8n“ oder „wie lange dauert seo“. In der US-Liste sind es 25 von 95.
Auch ohne diese Fragen bleiben die deutschen Keywords kürzer, mit 2,49 gegen 3,20 Wörter im Schnitt. Für unseren Ratgeber zur automatischen Synchronisation bei YouTube lautete das US-Keyword „how to turn off auto dubbing youtube“, sieben Wörter, das deutsche „youtube synchronisation ausschalten“, drei. Fragewörter fallen weg, das Verb steht am Ende, und Zusammensetzungen ersetzen ganze Wortgruppen. Eine übersetzte englische Keyword-Liste taugt deshalb wenig; warum, zeigt unser Ratgeber zur SEO-Übersetzung.
Komposita, Bindestriche und Wortstellung
Im Deutschen schreibt man zusammengesetzte Wörter zusammen. Das Amtliche Regelwerk in der Fassung von 2024 sagt in § 37: Zusammensetzungen mit einem Substantiv als erstem Teil werden zusammengeschrieben, wie „Crashkurs“, auch bei eingebürgerten Wörtern aus dem Englischen wie „Touchpad“. Nach § 45 kann ein Bindestrich ein unübersichtliches Wort gliedern, etwa „Software-Angebotsmesse“. Bei Verbindungen aus zwei Substantiven aus anderen Sprachen erlaubt es neben der Zusammenschreibung ausdrücklich den Bindestrich, zum Beispiel „Shoppingcenter“ oder „Shopping-Center“. Richtig sind also „Keywordrecherche“ und „Keyword-Recherche“, nicht „Keyword Recherche“. Das ist unsere Anwendung der Regeln, denn der Duden führt keine der beiden Schreibweisen.
Getippt wird trotzdem oft anders. Das Regelwerk hält selbst fest, dass bei Zusammensetzungen aus dem Englischen in vielen Fällen auch nach 20 Jahren die Getrenntschreibung überwiegt, obwohl sie im Deutschen nicht der Norm entspricht. Keyword-Tools führen jede Schreibweise als eigenes Keyword mit eigenen Zahlen. In unserem Plan sieht das so aus:

- Leerzeichen oder Bindestrich: In sechs von sieben Paaren mit Leerzeichen, Bindestrich oder Punkt hat in unserem Plan die Form mit Leerzeichen mehr Suchen, etwa „ki agenten erstellen“ mit 1.300 gegen „ki-agenten erstellen“ mit 590. Bei „ki-telefonassistent kostenlos“ ist es umgekehrt.
- Wortstellung: Für „diktieren in word“, „word diktieren“ und „diktieren word“ zeigt Semrush einen KD von 12, 22 und 37, obwohl alle drei dasselbe meinen.
- Singular und Plural: „text vorlesen lassen“ hat 5.400 Suchen im Monat, „texte vorlesen lassen“ 1.600.
Google Ads behandelt solche Formen als ähnliche Varianten eines Keywords, etwa Singular und Plural, Wortstämme wie „Boden“ und „Bodenbelag“ oder eine andere Wortstellung mit derselben Bedeutung. Das gilt für Anzeigen. Für die organische Suche schreibt Google im SEO-Startleitfaden, du müsstest nicht jede Variante vorhersehen, weil seine Systeme für den Sprachabgleich verstehen, wie eine Seite zu vielen Suchanfragen passt.
Für dich heißt das: Schreib im Text die richtige Form, nimm eine verbreitete Variante dazu, wo sie natürlich klingt, und bewerte Varianten mit derselben Bedeutung als ein Keyword. Eigene Seiten für jede Schreibweise baust du besser nicht. Seiten, die nur für bestimmte, ähnliche Suchanfragen erstellt werden und Besucher auf weniger hilfreiche Zwischenseiten führen, nennt Google in seinen Spamrichtlinien „Missbrauch von Brückenseiten“. Mehr dazu in unserem Ratgeber White-Hat-SEO.
Suchvolumen: was die Zahl misst
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Keyword im Monat gesucht wird, geschätzt für ein Land. Jedes Tool ermittelt es auf seine Weise:
- Semrush teilt die Suchen der letzten zwölf Monate durch zwölf. Saisonale Keywords können in einzelnen Monaten deutlich darüber oder darunter liegen. Die Zahlen sind laut Semrush ein Modell aus Daten von Drittanbietern und Clickstream-Daten.
- SISTRIX zählt Suchen, nicht Menschen: Ein Börsenhändler, der mehrmals am Tag denselben Aktienkurs sucht, zählt mehr als jemand, der das alle zwei Jahre tut. SISTRIX schreibt offen, dass es keine hundertprozentig zuverlässige Quelle für Suchvolumen gibt, und bildet einen Durchschnitt aus vielen Quellen.
- Der Google Keyword-Planer zeigt die durchschnittlichen Suchen für ein Keyword und ähnliche Varianten, standardmäßig über zwölf Monate, und rundet die Werte. Wie grob das sein kann, zeigte SISTRIX 2021: Der Planer fasste „wasserbett“ und „wasserbetten“ zu einer Zeile mit 49.500 Suchen zusammen, SISTRIX zählte 21.100 und 5.050.
Vergleiche Suchvolumen deshalb nur innerhalb eines Tools, einer Länderdatenbank und eines Zeitraums, und lies die Zahl als Größenordnung, nicht als Besucherprognose. Eine belastbare Methode, künftiges Suchvolumen vorherzusagen, gibt es laut SISTRIX nicht.
Am unteren Ende werden die Zahlen dünn. Der kleinste Wert in unserem Plan liegt bei 70 Suchen im Monat, etwa für „pdf laut vorlesen“, und kein Keyword liegt unter 10. Das liegt an unserer Auswahl: In der zweiten Recherche-Runde haben wir nur Keywords ab 100 Suchen zugelassen, in einer gezielten Nachsuche ab 70. Für „n8n lernen“ zeigte Semrush nicht einmal eine Schwierigkeit an. Der eigentliche Long-Tail fehlt in so einer Liste. Welche Voraussetzungen der Keyword-Planer hat und wie du kostenlos an Zahlen kommst, steht in unserem Ratgeber Keywords finden.
Keyword-Schwierigkeit: drei Tools, drei Skalen
Die Keyword-Schwierigkeit (Keyword Difficulty, KD) schätzt, wie schwer es ist, mit einem Keyword unter die ersten zehn Ergebnisse zu kommen. Die großen Tools zeigen alle einen Wert von 0 bis 100, aber jedes rechnet anders:

- Semrush berechnet den Wert aus den Seiten, die bereits ranken: aus dem Median ihrer verweisenden Domains, dem Verhältnis von Dofollow- zu Nofollow-Links, dem Median des Authority Score und Eigenschaften der Ergebnisseite. Die Skala hat sechs Stufen von „Sehr leicht“ (0 bis 14) bis „Sehr schwer“ (85 bis 100). Die personalisierte Keyword-Schwierigkeit (PKD) passt den Wert an deine Domain an.
- Ahrefs stützt sich auf die verweisenden Domains der Seiten in den Top 10. Die Skala ist nicht linear: KD 20 entspricht laut Ahrefs etwa 22 verweisenden Domains, KD 40 etwa 56 und KD 90 etwa 756.
- SISTRIX nennt seinen Wert „Wettbewerb“ und fasst darin rund 15 Messwerte zusammen, etwa die Zahl der Treffer oder wie viele Startseiten in den Top 10 stehen. Die Skala ist logarithmisch: Zehn Punkte mehr bedeuten etwa doppelt so starken Wettbewerb.
Der „Wettbewerb“ im Google Keyword-Planer misst etwas anderes, nämlich wie viele Werbetreibende auf ein Keyword bieten. Einen Schwierigkeitswert für die organische Suche veröffentlicht Google nicht. Und auch innerhalb eines Tools bleibt KD eine Schätzung: „was ist lovable“ steht in unserem Plan zweimal, weil es zu zwei Themen passt, beide Male mit 140 Suchen im Monat, aber einmal mit KD 12 und einmal mit KD 19. Beide Werte stammen von Semrush, erfasst am 12. und 13. Oktober 2026. Vergleiche deshalb nur Werte aus demselben Tool, und sieh dir an, wer tatsächlich rankt: große Marken, Hersteller oder auch kleine Fachblogs.
Saisonalität: wann ein Keyword gesucht wird
Ein Monatsdurchschnitt verrät nicht, wann gesucht wird. SISTRIX nennt als typische Beispiele „Winterreifen“, „Weihnachtsbaum“ und „Karnevalskostüme“: Begriffe, die zu bestimmten Zeiten im Jahr gesucht werden und einem wiederkehrenden Muster folgen. So prüfst du die Saison:
- Trend in Semrush: Die Keyword-Übersicht zeigt das Interesse an einem Keyword in den letzten zwölf Monaten, als Balken je Monat. Semrush nennt als Beispiel „Badeanzüge“, die im Frühling und Sommer häufiger gesucht werden.
- Google Trends: Trends zeigt kein Suchvolumen, sondern relatives Interesse. Jeder Datenpunkt wird durch alle Suchanfragen am selben Ort und im selben Zeitraum geteilt und auf eine Skala von 0 bis 100 gebracht. Gleiches Interesse in zwei Regionen heißt deshalb nicht gleiches Volumen. Begriffe mit wenigen Suchen erscheinen als 0, wiederholte Suchen derselben Person in kurzer Zeit entfernt Trends, und interne Suchen des KI-Modus und der KI-Übersichten sind laut Google nicht enthalten.
Für kleine Keywords zeigt Trends deshalb oft nur eine Nulllinie, und die sagt nichts über die Saison. Bei häufig gesuchten Begriffen lohnt der Blick: Siehst du jedes Jahr dieselbe Spitze, plan die Seite so, dass sie rechtzeitig davor online ist.
Österreich und die Schweiz: andere Wörter
Googles Prüferrichtlinien gehen davon aus, dass jede Suchanfrage eine Sprache und einen Ort hat, die „Locale“, und dass Menschen an verschiedenen Orten mit derselben Anfrage Verschiedenes erwarten können. Google erklärt das auf seiner Ranking-Seite mit „football“: Wer in Chicago danach sucht, bekommt American Football, wer in London sucht, Fußball. Auch die automatische Vervollständigung berücksichtigt laut Google den Ort, von dem aus gesucht wird. Prüf Keywords für Österreich und die Schweiz deshalb in der jeweiligen Länderdatenbank deines Tools; bei SISTRIX etwa bezieht sich das Suchvolumen immer auf das gewählte Land und dessen Sprache.
Drei Beispiele, bei denen der Duden oder eine Behörde den Unterschied belegt:
- Schornsteinfeger: Der Duden führt „Rauchfangkehrer“ als österreichisch und „Kaminfeger“ als schweizerisch und landschaftlich. Eine Seite, die nur vom Schornsteinfeger spricht, verwendet für Leser in Wien oder Zürich womöglich nicht ihr Wort.
- Adventsmarkt: Die Form „Adventmarkt“, ohne Fugen-s, ist laut Duden österreichisch. Für ein Keyword-Tool sind das zwei verschiedene Keywords.
- Semesterferien: Der Duden erklärt das Wort als vorlesungsfreie Zeit am Ende eines Semesters. In Österreich heißen so auch die einwöchigen Schulferien im Februar, die das Bildungsministerium nach Bundesländern staffelt, 2026 in drei Wellen zwischen dem 2. und dem 21. Februar. Wer über Semesterferien schreibt, sollte wissen, ob er Schulkinder in Österreich oder Studierende meint.
Mehr zu Länderdatenbanken, zur Schweizer Schreibung und zu Keywords in anderen Sprachen steht in unserem Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche.
So wählst du das richtige Keyword aus
Wenn du Kandidaten gesammelt hast, hilft eine feste Reihenfolge. Jede Stufe kann ein Keyword aussortieren:
- Relevanz: Kannst du die Suche vollständig beantworten, mit eigenem Wissen, eigener Arbeit oder eigenen Tests? Google nennt es in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten ein Warnzeichen, wenn Inhalte vor allem entstehen, um Besuche über Suchmaschinen zu bekommen, oder wenn jemand ohne echtes Fachwissen in ein Nischenthema einsteigt, weil er dort Suchzugriffe erwartet.
- Absicht: Passt die Art deiner Seite zu dem, was oben steht? „selber eine website erstellen“ hat laut Semrush 390 Suchen im Monat und einen KD von 4, also „Sehr leicht“. In den Top 10, die Semrush dafür im Oktober 2026 gespeichert hatte, belegten aber die Baukastenanbieter Jimdo drei und Strato zwei Plätze. Du trittst dort gegen Anbieter an, die genau das verkaufen, wonach gesucht wird; der niedrige KD macht daraus keine leichte Aufgabe.
- Schwierigkeit für deine Website: Eine neue Website beginnt mit niedrigen Werten. Mehr als jede Zahl hilft der Blick auf die Ergebnisse: Stehen dort auch kleine Websites, hast du eine Chance. Wer bei Google wirklich mit dir konkurriert, zeigt unser Ratgeber Keywords der Konkurrenz herausfinden.
- Suchvolumen zuletzt: Nutze das Volumen, um zwischen Keywords zu wählen, die die ersten drei Prüfungen bestanden haben, nicht, um eine davon zu überspringen.
- Wörter und Region: Nimm die Schreibweise und die Wörter deiner Leser, für Österreich und die Schweiz auch deren eigene.
- Zeitpunkt: Saisonale Keywords brauchen ihre Seite vor der Spitze.
Manche Keywords passen gut zu einem Thema, aber nicht zu einem Ratgeber. In unserem Plan haben wir Suchen mit „alternative“, etwa zu n8n, Zapier, ElevenLabs oder Lovable, und „seo tools vergleich“ zurückgelegt. Wer so sucht, will einen Vergleich, und den beantworten wir erst mit eigenen Messungen auf Testseiten.
Ein Hauptkeyword pro Seite
Beim Keyword-Mapping ordnest du jeder Seite ein Hauptkeyword zu, dazu Nebenkeywords mit derselben Absicht, und hältst das in einer Liste fest. So siehst du vor dem Schreiben, ob ein Thema schon eine Seite hat.
Unsere 27 deutschen Ratgeber, die am 16. Oktober 2026 online waren, haben 27 verschiedene Hauptkeywords. 18 stammen unverändert aus unserem Semrush-Plan, etwa „text vorlesen lassen“, „hreflang“ und „srt datei“. Die übrigen neun haben keinen deutschen Planeintrag, weil wir sie zuerst nur für Englisch geplant hatten, zum Beispiel „lrc in srt umwandeln“ oder „was ist tts“. Jedes Hauptkeyword steht mit allen Wörtern im Titel und in der Adresse seiner Seite.

- Eine Seite, viele Keywords: Unser Ratgeber zu „text vorlesen lassen“ (5.400 Suchen im Monat, KD 26) deckt sieben Nebenkeywords mit ab, von „text vorlesen“ bis „vorlesefunktion iphone“. Acht Seiten dafür würden nur um dieselbe Absicht konkurrieren.
- Eine Seite, viele Suchanfragen: Unser englischer Ratgeber zu Besprechungsprotokollen, geplant für „how to write meeting minutes“, erschien laut Search Console vom 13. bis 15. Oktober 2026 bei 28 verschiedenen Suchanfragen, von „meeting minutes example“ bis „minute taker for council meetings“.
- Gleiche Wörter, andere Aufgabe: „youtube untertitel ausschalten“ und „youtube untertitel herunterladen“ teilen sich zwei Wörter, verlangen aber verschiedene Anleitungen. Deshalb sind es bei uns zwei Seiten. Ebenso trennen wir „keywords finden“ (die Recherche) von „seo keywords“ (die Auswahl, um die es hier geht).
Keyword-Kannibalisierung: wann zwei Seiten ein Problem sind
Von Keyword-Kannibalisierung, auch Keyword-Kannibalismus, spricht man, wenn mehrere Seiten einer Website auf dasselbe Keyword mit derselben Absicht zielen und sich gegenseitig Besucher wegnehmen. Zwei Punkte rücken das Thema zurecht:
- Google zeigt meist bis zu zwei Seiten pro Website. Laut Googles Leitfaden zu den Ranking-Systemen sorgt das „System für Websitevielfalt“ dafür, dass normalerweise nicht mehr als zwei Einträge derselben Website in den Top-Ergebnissen stehen, bei besonderer Relevanz auch mehr.
- Nicht jede Überschneidung schadet. Ahrefs schreibt, Kannibalisierung sei nur dann ein echtes Problem, wenn mehrere Seiten auf dasselbe Keyword zielen und dabei die organische Leistung der Website beeinträchtigen. Wer vorschnell zusammenlegt oder löscht, kann Rankings und Besucher verlieren.
So prüfst du es: Öffne in der Search Console den Leistungsbericht, filtere nach der Suchanfrage und wechsle zum Tab „Seiten“. Erscheinen dort mehrere deiner Adressen, sieh nach, ob sie dieselbe Absicht bedienen. SISTRIX hat einen Filter, der alle Keywords zeigt, für die mindestens zwei Seiten einer Domain ranken.
Tun zwei Seiten wirklich dasselbe, führ sie zusammen und leite die schwächere per 301-Weiterleitung auf die stärkere um. Haben sie verschiedene Absichten, schärf ihr Profil: eigene Überschriften, eigener Schwerpunkt, interne Links zur jeweils passenden Seite. Löschen, „noindex“ oder das Entfernen des Keywords empfiehlt Ahrefs selten oder nie. Ein Canonical-Tag hilft laut Ahrefs nur bei fast identischen Seiten; wie er funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum Canonical-Tag.
Keywords im Text: was hilft und was schadet
Wo das Keyword hingehört, sagt Google in den „Grundlagen der Google Suche“ knapp: Verwende die Wörter, mit denen Menschen nach deinen Inhalten suchen würden, an auffälliger Stelle, etwa im Titel und in der Hauptüberschrift, im Alt-Text von Bildern oder im Linktext. Was das für jede einzelne Stelle bedeutet, steht in unserem Ratgeber Keywords platzieren.
Was nicht hilft, ist Wiederholung. Eine optimale Keyword-Dichte gibt es nicht: Google nennt keine Zahl, und auch SISTRIX schreibt, es gebe keine optimale Häufigkeit eines Wortes. Im SEO-Startleitfaden steht, dass ständige Wiederholung, auch in Varianten, die Leser ermüdet. Seiten mit Keywords zu füllen, etwa mit Listen von Städten und Regionen, wertet Google in seinen Spamrichtlinien als „Überflüssige Keywords“. Bing warnt ähnlich: Übermäßige Wiederholung, unnatürliche Formulierungen oder unpassende Keywords können die Sichtbarkeit senken oder zur Entfernung führen. Auch Meta-Keywords, Keywords im Domainnamen und eine bestimmte Wortzahl bringen laut Google nichts oder kaum etwas.
Was hilft: natürlich schreiben und verschiedene Wörter benutzen. Laut Google steigt dadurch die Chance, bei mehr Suchanfragen zu erscheinen.
Häufige Irrtümer über Keywords
Einige Behauptungen halten sich, auch in aktuellen deutschen Ratgebern:
- „Long-Tail heißt: drei oder mehr Wörter.“ So definieren es unter anderem der Ratgeber eines Softwareanbieters und der einer SEO-Agentur. Ahrefs nennt das ausdrücklich einen Fehler: Entscheidend ist das Suchvolumen. Im Deutschen sind spezifische Suchen wegen der Komposita oft kurz.
- „70 Prozent aller Suchen sind Long-Tail“ und „95 Prozent aller Google-Suchen haben mindestens vier Wörter“. Ein Agentur-Ratgeber nennt beide Zahlen ohne Beleg im Text, und der Beitrag, den er unter seinen Quellen aufführt, war bei unserem Abruf nicht mehr erreichbar. Ein anderer spricht ohne Quelle von bis zu 70 Prozent des Traffics. Die Zahl von Ahrefs aus dem Abschnitt oben misst etwas anderes: den Anteil der Keywords mit weniger als 10 Suchen im Monat.
- „Der Keyword-Planer zeigt das exakte Suchvolumen.“ So steht es im deutschen Blog eines Marketing-Softwareanbieters. Google selbst spricht von Durchschnittswerten für ein Keyword und ähnliche Varianten, und die Werte sind gerundet.
- „Compound-Keywords“ sind Komposita. Der Begriff klingt so, meint in deutschen SEO-Texten aber mal ein Keyword aus Marke und Kaufwort, mal eines, das mehrere Absichten verbindet. Mit Wörtern wie „Besprechungsprotokoll“ hat er nichts zu tun.
- „Kannibalisierung schadet immer beiden Seiten.“ Das schreiben etwa ein Toolanbieter und eine Agentur. Google zeigt aber meist bis zu zwei Seiten einer Website, und laut Ahrefs ist Kannibalisierung nur dann ein Problem, wenn sie die Leistung der Website senkt.
