Keywords gehören dorthin, wo Leser und Google zuerst hinschauen: in den Title, in die Hauptüberschrift (H1), in den Text und seine Zwischenüberschriften, in den Alt-Text von Bildern und in den Text von Links. Genau diese Stellen nennt Google selbst. Regeln wie „das Keyword in die ersten 100 Wörter“, „ein bis zwei Prozent Keyworddichte“ oder „nur eine H1“ stehen dagegen in keinem der Dokumente von Google und Bing, die wir dazu gelesen haben. Im Deutschen kommt etwas dazu: Keywords bleiben selten am Stück, weil Wörter gebeugt, zusammengesetzt und getrennt werden. Wir gehen jede Stelle mit Googles deutschen Formulierungen durch und zeigen, wo das Keyword in unseren 27 deutschen Ratgebern steht.
Kurz gesagt: Wo Keywords hingehören
- Title: der Suchbegriff oder eine natürliche Form davon, am besten weit vorn.
- H1: dieselben Kernbegriffe wie im Title, als klar erkennbare Hauptüberschrift.
- Text und Zwischenüberschriften: das Keyword und seine Varianten dort, wo du die Frage beantwortest, vor allem im ersten Absatz.
- Bilder: ein Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist, und ein lesbarer Dateiname. Keywords nur, wenn sie das Bild beschreiben.
- Linktexte: Wörter, die die Zielseite beschreiben, auch bei internen Links.
- URL: lesbare Wörter, kleingeschrieben, Umlaute immer gleich geschrieben. Für das Ranking bringt das Keyword dort laut Google kaum etwas.
- Meta-Description: eine Zusammenfassung, die zur Suche passt. Google zeigt sie manchmal als Snippet, nutzt sie aber nicht fürs Ranking.
- Meta-Keywords: nirgends. Google ignoriert dieses Tag.
Was Google und Bing selbst dazu schreiben
In seinen „Grundlagen der Google Suche“, früher „Richtlinien für Webmaster“, rät Google, die Wörter zu verwenden, mit denen Nutzer nach deinen Inhalten suchen würden, und sie „an auffälliger Stelle“ zu platzieren, etwa im Titel, in der Hauptüberschrift und an Stellen mit beschreibenden Informationen wie dem Alt-Text oder dem Linktext. Google benutzt dafür sogar das Verb „platzieren“, und in seiner Hilfe zu Links heißt ein Abschnitt „Ankertextplatzierung“.
Warum das zählt, erklärt Google auf seinen Seiten zur Funktionsweise der Suche. Das einfachste Zeichen für Relevanz ist, dass ein Inhalt dieselben Wörter enthält wie die Suchanfrage; stehen sie in Überschriften oder im Text, ist die Seite wahrscheinlicher relevant. Gleich danach schränkt Google ein: Wer „Hunde“ sucht, will keine Seite, auf der das Wort nur etliche Male vorkommt, sondern zum Beispiel Bilder, Videos oder eine Liste von Hunderassen.
Bing veröffentlicht seine Webmaster-Richtlinien auf Englisch. Sie verlangen, dass Title, Überschrift und Inhalt dieselbe Absicht haben, dass wichtige Informationen weit oben stehen, ohne lange Einleitung, und dass Links einen passenden Ankertext haben. Für Bilder nennt Bing beschreibende Dateinamen, Alt-Text und Bildunterschriften.
Beide ziehen dieselbe Grenze. Bing warnt, dass übermäßige Wiederholungen, unnatürliche Formulierungen und irrelevante Keywords die Sichtbarkeit verringern oder zur Entfernung führen können. Google nennt das auf Deutsch „überflüssige Keywords“: in den Spamrichtlinien, im Startleitfaden, in den Hilfen zu Titeln, Bildern und Links und in der Search Console, wo die manuelle Maßnahme „Verborgener Text und/oder überflüssige Keywords“ heißt. „Keyword-Stuffing“ steht dort nur in der Adresse des Abschnitts: #keyword-stuffing.
Unser Check: 27 deutsche Ratgeber, neun Stellen
Am 16. Oktober 2026 haben wir alle 27 deutschen Ratgeber geprüft, die zu diesem Zeitpunkt auf polytested.com online waren. Für jeden haben wir das Ziel-Keyword, das wir beim Schreiben festgelegt hatten, an neun Stellen gesucht: im Title (ohne den Zusatz „Polytested“), in der H1, in den ersten 100 Wörtern des Textes, in den Zwischenüberschriften, im Slug, in der Meta-Description, in den Alt-Texten und Dateinamen der Bilder und in den Linktexten, mit denen unsere anderen deutschen Ratgeber auf den Ratgeber verweisen. Gezählt haben wir in drei Stufen:
- Exakt: die Wortfolge des Keywords, ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung. Ein Bindestrich zählt wie ein Leerzeichen, „SRT-Datei“ ist also ein Treffer für „srt datei“.
- Variante: alle Wörter sind da, aber gebeugt, umgestellt, in einem längeren Wort oder als getrenntes Verb, etwa „schaltest … aus“ für „ausschalten“. Bei Fragen wie „was ist tts“ reicht das Thema.
- Fehlt: mindestens ein Wort des Keywords kommt nicht vor.

Das Ergebnis in Kürze:
- Title, H1 und Slug enthalten das Keyword oder eine Variante in allen 27 Ratgebern.
- Die ersten 100 Wörter enthalten es in 24 Ratgebern, aber nur 11-mal exakt.
- Die Meta-Description enthält es in 23 Ratgebern, die Zwischenüberschriften in 18.
- Alt-Texte und Dateinamen enthalten es in je 12 Ratgebern.
- Linktexte: 25 Ratgeber bekommen Links aus anderen deutschen Ratgebern, bei 22 davon steht das Keyword oder eine Variante im Linktext.
Unsere Website ist erst seit dem 13. Oktober 2026 online, die Search Console hat für die deutschen Seiten noch kaum Daten. Der Check zeigt also, wie wir schreiben, nicht, was rankt.
Title und H1: dieselben Kernbegriffe
In seiner Hilfe zu Titellinks verlangt Google aussagekräftige, prägnante Titel ohne überflüssige Keywords: Dieselben Wörter mehrmals zu verwenden, hat laut Google keinen Sinn. Eine feste Längengrenze gibt es nicht; Google kürzt den Titellink bei Bedarf, etwa passend zur Gerätebreite.
Zur Reihenfolge der Wörter steht dort nichts. Dass das Keyword ganz vorn stehen muss, weil Google den Anfang stärker gewichtet, ist eine Regel aus Ratgebern, nicht aus Googles Dokumentation. Wir stellen das Keyword trotzdem meist nach vorn, aus einem praktischen Grund: Wird ein Titel gekürzt, fehlt das Ende. Das und die Frage, wie lang ein Title sein darf, haben wir für unseren Ratgeber zum SEO-Title gemessen.
Die H1 sollte dasselbe sagen wie der Title. Google rät, den Haupttitel klar erkennbar zu machen, zum Beispiel, indem du den Titeltext in das erste sichtbare <h1>-Element setzt. Gibt es mehrere gleich große, auffällige Überschriften, nimmt Google womöglich die erste als Text für den Titellink.
In unserem Check beginnen 23 Titles und 23 H1 mit dem exakten Keyword. Bei den anderen steht oft eine andere Form vorn: Für „seo international“ heißt unser Ratgeber „Internationales SEO: …“, für „seo abkürzung“ „SEO: Bedeutung der Abkürzung, einfach erklärt“. Semrush führt „seo international“ mit 1.000 Suchen im Monat und „internationales seo“ mit 590 als zwei getrennte Keywords (Datenbank Deutschland, Oktober 2026). Im Titel steht trotzdem die Form, die man im Deutschen so schreibt.
Text und Zwischenüberschriften: Antwort zuerst, keine Quote
Suchbegriffe in Überschriften oder im Text machen eine Seite laut Google wahrscheinlicher relevant. Eine feste Position, etwa die ersten 100 Wörter, nennen aber weder Google noch Bing; Bing rät nur, Wichtiges weit oben zu bringen. Wer die Frage im ersten Absatz beantwortet, hat die Wörter der Suche dort meist ohnehin stehen.
In 24 von 27 Ratgebern steht das Keyword in den ersten 100 Wörtern, aber nur in 11 exakt; sonst ist es gebeugt oder umgestellt. Drei Ratgeber kommen am Anfang ganz ohne das Keyword aus und beantworten die Frage trotzdem sofort:
- Website-Relaunch: Der erste Satz sagt, wann Rankings erhalten bleiben, ohne das Wort „SEO“.
- SRT in Text umwandeln: Der Text beginnt mit „Eine SRT-Datei ist schon reiner Text“.
- YouTube-Synchronisation: Der Text beginnt damit, dass es für Zuschauer keinen einzelnen Aus-Schalter gibt, und nennt dann zwei Wege zum Originalton.
Für Zwischenüberschriften gibt es noch weniger Regeln. Im Startleitfaden steht unter den Dingen, auf die du dich nicht konzentrieren musst, „Anzahl und Reihenfolge der Überschriften“: Eine semantische Reihenfolge ist ideal für Screenreader, für die Google Suche spielt eine andere Reihenfolge aber keine Rolle, und eine ideale Zahl von Überschriften gibt es nicht. Bing nennt eine logische Gliederung von H1 bis H6 als gute Praxis.
In 18 unserer 27 Ratgeber steht das Keyword in mindestens einer Zwischenüberschrift, in 12 davon exakt. Die übrigen neun haben Zwischenüberschriften, die Teilthemen, Schritte oder Fragen benennen, etwa „Vor der Aufnahme: Einwilligung und Datenschutz“ im Ratgeber zum Transkribieren von Interviews.
URL und Slug: lesbar, aber kaum ein Rankingfaktor
Im Startleitfaden steht es deutlich: Für das Ranking haben Keywords im Domainnamen oder im URL-Pfad allein kaum Auswirkungen, außer dass sie in den Navigationspfaden erscheinen, die Google aus den Wörtern der URL ableitet. Im Leitfaden zu den Ranking-Systemen beschreibt Google außerdem ein „genau passendes Domainsystem“. Es verhindert, dass Inhalte auf Domains, die genau zu bestimmten Suchanfragen passen sollen, zu viel Gewicht bekommen.
Lesbare Wörter helfen trotzdem, vor allem Menschen. Googles Hinweise zur URL-Struktur:
- Wörter statt Nummern: lesbare Wörter statt langer ID-Nummern.
- Sprache der Zielgruppe: deutsche Wörter für deutschsprachige Leser; Googles Beispiel ist
example.com/lebensmittel/pfefferminz. - Bindestriche: Wörter mit Bindestrichen trennen, nicht mit Unterstrichen und nicht zusammengezogen wie in
greendress. - Groß- und Kleinschreibung: Google behandelt
/APPLEund/appleals unterschiedliche URLs. Wenn dein Server beides gleich behandelt, schreib alles einheitlich. Weil deutsche Substantive großgeschrieben werden, ist die einfachste Regel: Slugs immer klein.
Bei uns enthält jeder der 27 Slugs das Keyword, 25 exakt und zwei als Variante, etwa internationales-seo-… für „seo international“.
Eine bestehende Adresse nur wegen eines Keywords zu ändern, lohnt sich deshalb selten. Jede geänderte URL braucht eine Weiterleitung von der alten Adresse, sonst führen Links und Lesezeichen ins Leere; wie das geht, zeigt unser Ratgeber zum Website-Relaunch.
Umlaute in der URL: ü, ue oder codiert?
Google lässt dir die Wahl. In den Hinweisen zur URL-Struktur heißt es, du sollst Wörter in der Sprache deiner Zielgruppe verwenden, „gegebenenfalls“ auch transliterierte Wörter, also zum Beispiel ue statt ü. Verwendest du Umlaute direkt, müssen sie in den Links deiner Seiten prozentcodiert sein. Eines von Googles Beispielen dafür ist deutsch: Empfohlen ist https://example.com/gem%C3%BCse, nicht empfohlen https://example.com/gemüse. Dabei ist %C3%BC das „ü“ in UTF-8, in Prozentschreibweise.
Auch eine Domain mit Umlaut ist kein Problem. Laut einem Beitrag im Search Central Blog von 2015 behandelt Google die Punycode-Fassung eines Hostnamens genauso wie die nicht codierte; Weiterleitungen oder eigene kanonische URLs brauchst du dafür nicht. Für Pfad und Parameter empfiehlt Google dort UTF-8.
Es gibt also drei Schreibweisen: „ü“, im Link codiert, „ue“ oder nur „u“. Die dritte verändert Wörter: Aus „Fälle“ wird „falle“, aus „rät“ wird „rat“. Unsere Slugs schreiben ä, ö und ü deshalb als ae, oe und ue und ß als ss; 13 der 27 deutschen Slugs enthalten so einen Umlaut, etwa seo-uebersetzung-keywords-lokalisieren. Dasselbe Problem haben Sprungmarken zu Zwischenüberschriften, also der Teil einer Adresse nach dem #. Für Google sind sie zweitrangig, denn die Google Suche unterstützt URL-Fragmente laut eigener Hilfe im Allgemeinen nicht. Wer einen solchen Link teilt, liest aber „falle“ statt „Fälle“, wenn die Punkte einfach wegfallen.
Leg deshalb eine Schreibweise fest, bevor die ersten Seiten online gehen, und prüf, was dein CMS aus „ä“ macht. Jede spätere Änderung braucht eine Weiterleitung.
Meta-Description: für den Klick, nicht fürs Ranking
Google nutzt die Meta-Description nicht für das Ranking. So steht es in einem Beitrag im Search Central Blog vom 21. September 2009: Das description-Meta-Tag werde manchmal für Snippets genutzt, aber nicht für das Ranking. Über dem Beitrag steht heute ein Hinweis, dass er älter ist, Google das keywords-Meta-Tag aber weiterhin nicht unterstützt. In Googles aktueller Dokumentation, die wir gelesen haben, steht nichts Gegenteiliges.
Ob deine Description erscheint, entscheidet Google. Laut seiner Hilfe zu Snippets gilt:
- Der Seiteninhalt geht vor: Snippets entstehen vor allem aus dem Text der Seite. Die Meta-Description nimmt Google manchmal, wenn sie die Seite genauer beschreibt.
- Je nach Suche anders: Dieselbe Seite kann für verschiedene Suchanfragen verschiedene Snippets bekommen.
- Keine feste Länge: Eine feste Zeichengrenze gibt es nicht; Google kürzt bei Bedarf passend zum Gerät.
- Keine Keyword-Listen: Beschreibungen aus langen Folgen von Suchbegriffen geben keinen Überblick und werden seltener als Snippet gezeigt.
In 23 unserer 27 Descriptions steht das Keyword oder eine Variante, 10-mal exakt, zweimal als getrenntes Verb: „So schaltest du die automatische Synchronisation … aus“ und „So wandelst du sie in SRT oder VTT um“. Laut Startleitfaden ist eine Meta-Description üblicherweise eine kurze Zusammenfassung der Seite in einem oder zwei Sätzen. Schreib sie so, dass jemand, der gesucht hat, seine Antwort darin wiedererkennt.
Bilder: Alt-Text, Dateiname und Bildunterschrift
Googles Hilfe zur Suchmaschinenoptimierung für Bilder ist ausführlicher:
- Alt-Text zuerst: Er ist das wichtigste Attribut für zusätzliche Informationen zu einem Bild. Google nutzt ihn zusammen mit Computer Vision und dem Inhalt der Seite. Ist ein Bild verlinkt, dient der Alt-Text auch als Ankertext.
- Passende Keywords, aber nicht überladen: Ziel ist ein nützlicher, informativer Text mit passenden Keywords. Wer das alt-Attribut mit Keywords überlädt, riskiert, dass die Website als Spam eingestuft wird. Googles schlechtes Beispiel ist eine lange Kette aus „Welpe“, „Hund“, „Hündchen“, Rassenamen und „billiges Hundefutter“; besser ist
alt="Welpe", am bestenalt="Dalmatiner Welpe apportieren". - Text in der Nähe: Google zieht Informationen auch aus dem Seiteninhalt, einschließlich Bildunterschriften und Bildtiteln; stell Bilder deshalb neben passenden Text.
- Dateinamen: Sie können Google „gewisse Hinweise“ geben, in der englischen Fassung nur „very light clues“, also sehr leichte Hinweise.
my-new-black-kitten.jpgist besser alsIMG00023.JPG. Passt du Bilder für eine andere Sprache an, übersetz auch die Dateinamen.
Bei uns steht das Keyword in den Alt-Texten von 12 der 27 Ratgeber, mit Absicht: Unsere Alt-Texte beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist, und das Keyword steht nur dort, wo es das Bild beschreibt. In den Dateinamen steht es ebenfalls bei 12 Ratgebern. Gezählt haben wir nur den deutschen Teil, denn bei uns beginnt jeder Dateiname mit einem englischen Schlüssel und einer kurzen Kennung; erst danach folgt etwa googles-spamrichtlinien-ueberblick. Keiner der 98 Dateinamen enthält ein echtes ä, ö oder ü.
Linktexte und interne Links
Der Ankertext, auch Linktext genannt, ist der sichtbare Text eines Links. Laut Googles Hilfe zu Links sagt er Nutzern und Google, worum es auf der Zielseite geht. Guter Ankertext ist aussagekräftig, prägnant und passt zur Seite, auf der er steht, und zur Seite, auf die er verweist. Zu allgemein sind „Klicken Sie hier“, „Weitere Informationen“, „Website“ oder „Artikel“. Googles Test: Lies nur den Ankertext und frag dich, ob er allein Sinn ergibt.
Gleichzeitig warnt Google davor, alle Keywords zur Zielseite hineinzustopfen: Wenn du das Gefühl hast, Keywords in den Ankertext zu pressen, ist es wahrscheinlich zu viel. Auch die Wörter vor und nach dem Link zählen.
Für interne Links gilt: Jede Seite, die dir wichtig ist, sollte von mindestens einer anderen Seite deiner Website verlinkt sein. Deine Linktexte wirken außerdem weiter, als man denkt: Zu den Quellen, aus denen Google Titellinks bildet, gehört auch der Text in Links, die auf eine Seite verweisen.
Bei Links von anderen Websites ist die Grenze schärfer. Gekaufte Links und Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verbreitet werden, zählt Google zum Link-Spam. Was Google sonst noch als Spam wertet, steht in unserem Ratgeber zu White-Hat-SEO.
Unsere Linktexte nennen meist das Thema, also das Keyword. Von den 25 Ratgebern, auf die andere deutsche Ratgeber verlinken, bekommen 22 Links mit dem Keyword oder einer Variante im Text, etwa „SRT-Datei“ oder „Untertitel für Hörgeschädigte“.
Keyworddichte und „überflüssige Keywords“
Die Keyworddichte ist der Anteil eines Keywords an allen Wörtern eines Textes. Eine Zielmarke dafür nennt Google nirgends. Im Startleitfaden steht unter „Überflüssige Keywords“ das Gegenteil: Die mehrfache Wiederholung derselben Wörter, auch in Variationen, ermüdet Nutzer und verstößt gegen die Spamrichtlinien. Diese meinen damit Keywords oder Zahlen, mit denen eine Seite gefüllt wird, um das Ranking zu manipulieren, etwa Textblöcke mit Städten oder Wörter, die so oft wiederholt werden, dass der Text unnatürlich klingt.
Auch eine Mindestlänge gibt es nicht. Laut Startleitfaden spielt die Länge allein für das Ranking keine Rolle, und in Googles Fragen zu hilfreichen Inhalten steht, dass Google keine bevorzugte Wortzahl hat. Wer unterschiedliche Wörter verwendet, statt zu wiederholen, erscheint laut Startleitfaden eher in der Suche, weil er mehr Suchbegriffe abdeckt.
So sieht die Dichte in unseren 27 Ratgebern aus, gemessen als Anteil der Wörter, die zur exakten Wortfolge des Keywords gehören:

- 13 der 27 Ratgeber enthalten die exakte Wortfolge im Text kein einziges Mal, also 0 Prozent.
- Die höchste Dichte hat der Ratgeber zur SRT-Datei mit 1,35 Prozent, 8 Treffer in 1.182 Wörtern. Danach folgen hreflang mit 1,27, Untertitel für Hörgeschädigte mit 1,03 und VTT-Datei mit 0,95 Prozent. Alle anderen liegen bei höchstens 0,44 Prozent.
- Der Zähler unterschätzt Deutsch. Im Ratgeber „Untertitel übersetzen“ steht die exakte Wortfolge in 6 Sätzen, gebeugt oder umgestellt in 18 weiteren, und in 6 Sätzen steckt ein Teil in einem längeren Wort.
Ein Dichte-Tool misst also, wie oft eine Zeichenkette vorkommt, nicht, ob ein Text die Frage beantwortet. Eine Plattform für Auftragstexte erklärt ihren Autoren sogar, dass ihr Keyword-Zähler ein umgestelltes Keyword wie „Damen Schuhe“ statt „Schuhe Damen“ nicht mehr erkennt. Google beschreibt seine Systeme anders, mehr dazu weiter unten.
Zwei verwandte Begriffe noch: Das Meta-Keywords-Tag verwendet die Google Suche laut eigener Dokumentation nicht, es wirkt sich weder auf die Indexierung noch auf das Ranking aus. Und die Formel WDF*IDF zur Gewichtung von Begriffen, die manche deutschen SEO-Ratgeber empfehlen, kommt in keinem Google-Dokument vor, das wir gelesen haben.
Regeln ohne Google-Quelle
In deutschsprachigen Ratgebern zum Platzieren von Keywords stehen viele feste Regeln. Wir haben am 16. Oktober 2026 eine Reihe davon gelesen, von Agenturen, Beratern, einer Plattform für Auftragstexte und dem Web-Leitfaden einer Hochschule. Die häufigsten Regeln und was Google dazu schreibt:

- Feste Keyworddichte von 0,5 bis 2, 1 bis 2, etwa 3, 3 bis 4 oder höchstens 4 Prozent: Google nennt keine Zahl.
- Das Keyword in die ersten 100 Wörter: Eine Position nennen weder Google noch Bing.
- Nur eine H1, keine Ebene überspringen: Anzahl und Reihenfolge der Überschriften spielen für die Google Suche keine Rolle.
- Das Keyword ganz vorn, weil Google den Anfang stärker gewichtet: Zur Wortstellung in Title und URL schreibt Google nichts.
- Das Keyword in jede Überschrift: keine Grundlage in Googles Dokumentation.
- Das Feld für Meta-Keywords ausfüllen: Google verwendet das Tag nicht.
- Seiten unter 250 Wörtern sind nicht relevant genug: Laut Google gibt es keine minimale oder maximale Wortzahl.
- Meta-Description mit höchstens 160 oder 225 Zeichen: Google nennt keine feste Grenze.
- Keywords fett markieren, das Keyword in Dateiname und title-Attribut des ersten Bildes: steht so nicht in Googles Dokumentation.
- Exakte Ankertexte wirken am stärksten: Google rät, keine Keywords in Ankertexte zu pressen.
Einige Ratgeber nennen ihre Zahlen selbst eine Faustregel. Durch Google belegt ist keine davon. Folge einer solchen Regel nur, wenn sie deinen Lesern hilft.
Komposita und Bindestriche
Semrush führt Suchbegriffe klein und meist ohne Bindestrich. In unserer Keyword-Planung aus Semrush, Datenbank Deutschland, Stand 12. und 13. Oktober 2026, sind alle 240 deutschen Keywords kleingeschrieben, und nur 7 haben einen Bindestrich. Dort stehen „srt datei“ und „vtt datei“, jeweils als eigenes Keyword neben Varianten wie „vtt dateien“ und „vtt-datei“.
Auf der Seite schreiben wir richtiges Deutsch. Laut Duden steht in Zusammensetzungen mit Abkürzungen ein Bindestrich, wie in „Kfz-Papiere“ oder „Musik-CD“, also auch in „SRT-Datei“ und „SEO-Übersetzung“. Andere Zusammensetzungen schreibt man in einem Wort; einen Bindestrich darf man setzen, wenn ein Wort sonst unübersichtlich wird. In unserem Ratgeber zur SRT-Datei steht „SRT-Datei“ oder „SRT-Dateien“ 12-mal, mit Leerzeichen kein einziges Mal. Ein einfacher Zähler, der nur „srt datei“ sucht, findet „SRT-Datei“ nicht. Darum haben wir in unserem Check den Bindestrich wie ein Leerzeichen gezählt.
Wie die Google Suche mit Komposita umgeht, steht auf keiner Seite der Search-Central-Dokumentation, die wir gelesen haben. Google hat 2011 eine Forschungsarbeit veröffentlicht, die zusammengesetzte Wörter in ihre Teile zerlegt; geprüft wurde das Verfahren an maschineller Übersetzung. Ob und wie die Suche so etwas tut, dokumentiert Google nicht.
In der URL gilt Googles Bindestrich-Regel: Wörter mit Bindestrichen trennen, nicht zusammenziehen. Googles deutsches Beispiel lebensmittel/pfefferminz zeigt aber auch, dass ein zusammengesetztes Wort in der URL ein Wort bleibt. Welche Schreibweise du als Keyword wählst, wenn ein Tool mehrere führt, erklärt unser Ratgeber zu SEO-Keywords.
Beugung, Plural und trennbare Verben
Ein Keyword wie „untertitel übersetzen“ ist eine Suchanfrage, kein Satz. Im Text wird daraus „Um Untertitel zu übersetzen“ oder „Wer Untertitel einzeln übersetzt“. Trennbare Verben gehen noch weiter: Aus „ausschalten“ wird im Hauptsatz „schaltest … aus“. Unser Ratgeber YouTube-Untertitel ausschalten beginnt mit „Am Computer schaltest du YouTube-Untertitel mit dem Untertitel-Symbol unten rechts im Player aus oder ein …“. Die Frage ist damit beantwortet, die exakte Wortfolge „youtube untertitel ausschalten“ steht im Text aber kein einziges Mal, nur in Title, H1 und Slug. Auch „aus- und einschalten“ in der Meta-Description erkennt ein einfacher Zähler nicht als „ausschalten“.
Was Google daraus macht, beschreibt seine Dokumentation nur allgemein:
- Sprachabgleich: Laut Startleitfaden verstehen Googles Systeme, wie sich eine Seite auf viele Suchanfragen bezieht, auch wenn die genauen Begriffe nicht vorkommen.
- Synonyme: Auf Googles Seite zur Funktionsweise der Suche ist das Beispiel deutsch: Du suchst „laptop helligkeit ändern“, der Hersteller schreibt „einstellen“, und Googles Synonymsystem erkennt, dass beides zusammengehört.
- Wörter und Konzepte: RankBrain soll laut Googles Leitfaden zu Ranking-Systemen relevante Inhalte auch ohne die genauen Wörter der Suche finden.
Zu trennbaren Verben, zur Beugung oder zu Komposita im Deutschen sagt Google nichts Konkretes. Ob „schaltest … aus“ für Google dasselbe ist wie „ausschalten“, ist also nicht dokumentiert.
Beim Plural ist es ähnlich. Semrush führt „seo übersetzung“ und „seo übersetzungen“ als zwei Keywords mit je 390 Suchen im Monat, „youtube video übersetzen“ (720) und „youtube videos übersetzen“ (480) ebenso. Beide Formen in den Title zu schreiben, ist trotzdem keine gute Idee: Googles Hilfe zu Titeln nennt einen Titeltext aus „kostengünstig, kostengünstige, kostengünstiges, günstige Kosten“ als Beispiel für überflüssige Keywords. Nimm die exakte Form dort, wo sie natürlich klingt, in Title, H1 und Slug, und schreib im Text normale Sätze.
Du oder Sie, Österreich und die Schweiz
Ob du deine Leser duzt oder siezt, dazu haben wir in Googles Dokumentation keine Aussage gefunden. Google selbst mischt: Die deutschen Seiten von Google Search Central duzen, die Search-Console-Hilfe siezt. Wichtig ist, dass du dich für eine Form entscheidest und auf der ganzen Website dabei bleibst; wie du das festlegst, steht in unserem Ratgeber zur SEO-Übersetzung. Wir duzen.
Für Österreich und die Schweiz gilt dasselbe Prinzip: Auf die Seite gehören die Wörter, mit denen die Leser dort suchen. Google nennt dazu zwei Stellen. In der Hilfe zu lokalisierten Versionen ist ein Grund für hreflang, dass Inhalte im Wesentlichen in einer Sprache verfasst sind und es „geringfügige regionale Abweichungen“ gibt; Googles Beispiel sind englische Seiten für das Vereinigte Königreich, Irland und die USA. Und unter den Signalen, an denen Google das Zielland einer Website erkennt, stehen neben örtlichen Adressen und Telefonnummern die Verwendung der „ortsüblichen Sprache“ und der örtlichen Währung. Ob einzelne regionale Wörter dafür zählen, schreibt Google nicht. Welche Wörter in Österreich und der Schweiz anders sind und wie du sie findest, zeigt unser Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche.
Checkliste
- Keyword festlegen: ein Thema pro Seite; wie du das Keyword findest, steht im Ratgeber Keywords finden.
- Title und H1: dieselben Kernbegriffe, natürlich formuliert, nichts doppelt.
- Erster Absatz: beantwortet die Suche.
- Zwischenüberschriften: sagen, was im Abschnitt steht, gern mit Varianten des Keywords.
- Bilder: Der Alt-Text beschreibt das Bild, der Dateiname ist lesbar und übersetzt.
- Linktexte: beschreiben die Zielseite, auch bei internen Links.
- URL: kurz, kleingeschrieben, eine feste Schreibweise für Umlaute, nach dem Start nicht mehr ändern.
- Meta-Description: eine Zusammenfassung in einem oder zwei Sätzen, keine Keyword-Liste.
- Keine Variantenlisten: weder im Title noch im Text oder im Alt-Text.
- Österreich und die Schweiz: prüfen, welche Wörter die Leser dort benutzen.
