Keywords mit geringem Suchvolumen lohnen sich, wenn die Suche konkret ist und du sie vollständig beantworten kannst, am besten als eigener Abschnitt einer Seite, die du ohnehin planst. Eine „0“ im Keyword-Tool heißt dabei fast nie „niemand“: Bei Semrush bedeutet sie weniger als zehn Suchen im Monat, und laut SISTRIX haben 69,9 Prozent der Keywords in seiner Datenbank höchstens zehn Suchen im Monat (Stand 2023). Klein heißt aber nicht leicht. Wir zeigen das an 240 deutschen Keywords aus unserer eigenen Planung und an den ersten Suchanfragen, bei denen unsere deutschen Ratgeber in der Google Search Console auftauchten.

Ab wann ist ein Suchvolumen „gering“?

Eine feste Grenze gibt es nicht, nicht einmal bei einem einzelnen Anbieter. Semrush gibt auf drei eigenen Seiten drei Antworten:

  • Der deutsche Semrush-Blog nennt 2022 als einfachste Antwort ein Mindestvolumen von 100 bis 1.000 Suchen im Monat.
  • Der englische Blog rät 2024 zu mindestens 100 Suchen als Faustregel; 10 bis 20 Suchen brächten wahrscheinlich zu wenige Besucher.
  • Der englische Long-Tail-Leitfaden (Stand September 2026) sagt dagegen, Fragen mit fast null Suchvolumen solle man nicht an einer Schwelle messen, sondern daran, ob du sie gut beantworten kannst und ob sie zu einem Thema passen, das du schon abdeckst.

SISTRIX zieht die Linie über die Verteilung aller Keywords: Den „Long Tail“ bilden Keywords mit bis zu zehn Suchen im Monat, das „Chunky Middle“ reicht von 11 bis 10.000 Suchen, und der „Fat-Head“ mit mehr als 10.000 Suchen macht nur 0,1 Prozent der Keywords aus (Stand 2023).

Hilfreicher als jede Schwelle ist der Vergleich in deinem Umfeld. In unserem Semrush-Plan liegt das mittlere deutsche Hauptkeyword bei 480 Suchen im Monat, das amerikanische bei 1.000 und das spanische bei 260. „Gering“ heißt deshalb: wenig im Vergleich zu den anderen Suchen deines Themas, in deinem Land und im selben Tool. Was das Suchvolumen grundsätzlich misst, erklärt unser Ratgeber zu SEO-Keywords.

Was die 0 in Semrush, SISTRIX und Ahrefs bedeutet

Semrush erklärt seine Anzeige auf einer eigenen Hilfeseite:

  • „0“ für Suchvolumen: Das Keyword wird im Durchschnitt weniger als zehnmal im Monat gesucht, an dem Ort, den du eingestellt hast.
  • „n/v“ für Suchvolumen: Semrush hat nicht genug Clickstream-Daten, um das Volumen im Moment zu berechnen.

Ganz einheitlich ist Semrush dabei nicht: Die Kurzbeschreibung derselben Hilfeseite bringt „n/v“ mit weniger als zehn Suchen in Verbindung. Halte dich an den Text der Seite. Und denk daran, dass Semrush die Suchen der letzten zwölf Monate durch zwölf teilt; bei saisonalen Keywords und Trendthemen liegen einzelne Monate darüber oder darunter.

SISTRIX bezieht seinen Hauptwert ebenfalls auf zwölf Monate, bei sehr geringen Suchvolumina aber auf längere Zeiträume. Die deutsche Datenbank enthielt 2023 nach eigenen Angaben über 500 Millionen Keywords, die zumindest ab und zu gesucht werden.

Ahrefs schreibt, dass Keywords, die in seiner Datenbank fehlen, meist wegen extrem geringen Suchinteresses aussortiert wurden: Von über 110 Milliarden gefundenen Keywords behält Ahrefs die 28,7 Milliarden beliebtesten. Findest du dort nichts, hast du also eher ein Keyword unter der Schwelle gefunden als eines ohne Suchen.

Tabelle mit acht Zeilen: was Semrush, SISTRIX, Ahrefs, der Google Keyword-Planer, Google Ads, die Search Console, Google Trends und die Google Suche bei sehr kleinen Suchvolumen zeigen
Was „0“ und „gering“ bedeuten, nach den Hilfeseiten der Anbieter, Stand 16. Oktober 2026.

Eine „0“ heißt also „unter der Schwelle dieses Tools“ oder „nicht gemessen“, aber nicht, dass niemand danach sucht.

„Geringes Suchvolumen“: Googles eigener Status in Google Ads

Google hat für sehr seltene Suchen einen eigenen Status, allerdings in Google Ads, nicht in der organischen Suche. Ein Keyword mit dem Status „Geringes Suchvolumen“ wurde laut Google-Ads-Hilfe bei Google bisher nur selten oder gar nicht gesucht. Es löst keine Anzeigen aus, bis die Suchen zunehmen; schon ein leichter Anstieg reicht. Bevor Google ein Keyword aus der Auktion nimmt, wertet es die weltweiten Suchen der letzten zwölf Monate aus. Eine Zahl, ab der der Status greift, nennt Google nicht.

Mögliche Gründe laut Google: Das Keyword ist zu speziell, unklar oder wird oft falsch geschrieben. Mit Qualitätsfaktor, Gebot oder den Anzeigen selbst hat der Status nichts zu tun, und dem Konto schadet er nicht. Google schlägt vier Wege vor:

  1. Warten: Nach einer Woche prüft Google das Keyword automatisch neu. Das sei nützlich, wenn du für eine neue Marke, einen neuen Begriff oder ein neues Produkt wirbst.
  2. Ersetzen: das Keyword entfernen und im Keyword-Planer nach neuen Ideen suchen.
  3. Breiter fassen: etwa von „Genau passend“ auf „Weitgehend passend“ umstellen.
  4. Allgemeiner formulieren: Googles Beispiel macht aus „Gardenien Blumenlieferung im Frühling Berlin“ das Keyword „Gardenien Lieferung Berlin“.

Ein zweites Beispiel zeigt, warum das funktioniert: Bei der seltenen Suche „rote und blaue Fahrräder zu verkaufen“ kann trotzdem eine Anzeige erscheinen, weil ein allgemeineres Keyword wie „blaue Fahrräder“ sie auslöst. Für deine organischen Rankings ist der Status kein Signal. Er zeigt aber, dass auch Google für sehr spezielle Formulierungen oft zu wenig Daten hat und dass sich das bei neuen Begriffen schnell ändern kann.

Der Google Keyword-Planer hat bei kleinen Zahlen drei Grenzen:

  • Sehr kleine Keywords fehlen: Keywords mit sehr geringem Suchvolumen zeigt der Planer laut Google nicht an, ebenso wenig als sensibel eingestufte Keywords. Du bekommst dann eine Fehlermeldung.
  • Gerundete Werte: Die „Durchschnittl. Suchanfragen pro Monat“ sind gerundet und gelten für das Keyword samt seinen ähnlichen Varianten, standardmäßig über zwölf Monate.
  • Spannen statt Zahlen: SISTRIX schreibt, dass Konten ohne nennenswerte Werbeausgaben statt eines Werts wie 720 nur eine Spanne wie „10-1.000“ sehen. In den Google-Hilfeseiten, die wir gelesen haben, steht das nicht; nimm es als Erfahrung eines Toolanbieters.

SISTRIX folgert, dass der Planer gerade für sehr spezielle B2B-Produkte und -Leistungen nur eingeschränkt taugt, weil selten eingegebene Suchanfragen in seinen Listen fehlen. Welche Voraussetzungen der Planer hat, steht in unserem Ratgeber Keywords finden.

Google Trends zeigt kein Suchvolumen, sondern relatives Interesse, und Begriffe mit niedrigem Suchvolumen erscheinen dort als 0. Dazu kommt ein Punkt, den viele übersehen: Zum Schutz der Privatsphäre fügt Google den Trends-Daten ein statistisches Rauschen hinzu, kleine zufällige Schwankungen. Am stärksten fällt es laut Google bei Anfragen mit wenig oder gar keinem Suchinteresse auf. Ein kleiner Ausschlag bei einem seltenen Begriff kann also Rauschen sein und kein echtes Interesse.

Warum kein Tool den ganzen Long Tail kennt

Laut Google sind 15 Prozent der Suchanfragen, die jeden Tag gestellt werden, für Google völlig neu. Keine Datenbank kann solche Suchen vorher kennen. Ein Tutorial von SISTRIX nennt sie die „Dunkle Materie“ des Suchverhaltens. Ahrefs beschreibt denselben Effekt für ausformulierte Fragen: Eine lange, persönliche Frage stellen kaum zwei Menschen mit denselben Worten, deshalb kommt sie nie oft genug vor, um in einer Keyword-Datenbank aufzutauchen. Im Deutschen kommt hinzu, dass wir dasselbe zusammen, mit Bindestrich oder getrennt schreiben, im Singular oder im Plural. Die Tools führen jede Form als eigenes Keyword, und die Nachfrage zerfällt in kleine Teile.

Auch die Zahlen, die die Tools zeigen, sind grob. Wir haben alle Keywords aus unserem Semrush-Plan für die USA, Deutschland, Frankreich und Spanien gezählt, 865 Keywords, erfasst am 12. und 13. Oktober 2026. Sie haben nur 29 verschiedene Suchvolumen: 40, 50, 70, 90, 110, 140, 170, 210, 260, 320, 390, 480, 590, 720, 880, 1.000, 1.300 und so weiter. Zwischen 880 und 1.000 liegt kein einziger Wert, ebenso wenig zwischen 1.000 und 1.300. Jede Stufe liegt meist 20 bis 30 Prozent über der vorherigen. Unsere 240 deutschen Keywords verteilen sich auf 20 solcher Stufen, von 70 bis 5.400.

Ob Semrush rundet oder sein Modell nur diese Werte ausgibt, beschreibt Semrush nicht; der Keyword-Planer rundet laut Google. Lies kleine Zahlen deshalb als Bereiche: 70 und 90 sind benachbarte Stufen, und ein Keyword mit 90 ist nicht automatisch wertvoller als eines mit 70.

Kleine Keywords in unserem deutschen Plan

Für unsere eigene Planung haben wir im Oktober 2026 mit Semrush 240 verschiedene deutsche Keywords erfasst, 76 Hauptkeywords und ihre Nebenkeywords. Davon haben 67 höchstens 200 Suchen im Monat, bei den Hauptkeywords nur 5 von 76.

Das liegt an unserer Methode, nicht am Markt. In der zweiten Recherche-Runde haben wir im Keyword Magic Tool von Semrush nur Keywords mit einer Schwierigkeit bis 20 zugelassen, aber mit einem Mindestvolumen; das untere Ende fehlt deshalb. Unsere Liste zeigt unsere Auswahl, nicht die Verteilung aller deutschen Suchen.

Bei den fertigen Ratgebern sieht es ähnlich aus. Von unseren 36 deutschen Ratgebern haben 18 einen deutschen Eintrag in unserem Plan. Ihr mittleres Hauptkeyword hat 720 Suchen im Monat, keines liegt bei 260 oder darunter. Die anderen 18 haben wir zuerst nur für Englisch geplant; ihr deutsches Suchvolumen kennen wir nicht.

Wir haben also nach Schwierigkeit ausgewählt, nicht nach Suchvolumen. Dieser Ratgeber ist eine der Ausnahmen: „keywords mit geringem suchvolumen“ hat laut Semrush 260 Suchen im Monat und einen KD von 8, das Nebenkeyword „geringes suchvolumen“ ebenfalls 260 Suchen bei KD 16. In den zehn Ergebnissen, die Semrush dafür gespeichert hatte, standen sieben verschiedene Domains, alle von SEO-Agenturen, Beratern oder Toolanbietern, kein Video und kein Forum.

Sind kleine Keywords leichter?

Im Schnitt ein wenig, aber nicht verlässlich. Wir haben die Keyword-Schwierigkeit (KD) von Semrush für kleine und große Keywords in unserem deutschen Plan verglichen, zuerst in der ersten Recherche-Runde, bevor wir überhaupt nach Schwierigkeit gefiltert hatten:

Links Balken mit dem Median der Keyword-Schwierigkeit nach Suchvolumen in unserem deutschen Plan, von KD 15 bei bis zu 100 Suchen bis KD 24 bei über 1.000 Suchen, rechts Ausnahmen wie hreflang mit 1.000 Suchen und KD 13 gegen hreflang checker mit 140 Suchen und KD 33
Klein heißt nicht leicht: 240 deutsche Keywords aus unserem Plan, Semrush, Datenbank Deutschland, Stand 12. und 13. Oktober 2026.
  • Erste Runde: Keywords mit höchstens 200 Suchen im Monat hatten einen mittleren KD von 17 (39 Keywords), Keywords ab 1.000 Suchen einen von 25,5 (28 Keywords).
  • Alle 240 Keywords: Der Median steigt leicht, von 15 bei bis zu 100 Suchen auf 24 bei über 1.000. Von den 66 Keywords mit höchstens 200 Suchen und bekanntem KD waren 26 „sehr leicht“ (KD unter 15), von den 31 mit mindestens 1.000 Suchen nur 3.
  • Die Ausnahmen: „hreflang“ hat 1.000 Suchen und KD 13, „hreflang checker“ nur 140 Suchen, aber KD 33. „keywords mit geringem suchvolumen“ und „keyword suchvolumen ermitteln“ haben beide 260 Suchen, aber KD 8 und KD 43.

Dazu kommt, wer oben steht. Bei „pdf laut vorlesen“, mit 70 Suchen einer der kleinsten Werte in unserem Plan, belegten Adobe vier und Microsoft zwei der zehn Plätze. Bei „transkribieren mit word“ (140 Suchen) waren es vier Seiten aus der Microsoft-Hilfe und vier YouTube-Videos. Auch die Zahl der verschiedenen Domains pro Top-10-Liste war bei unseren 18 kleinsten deutschen Hauptkeywords nicht kleiner als bei den 18 größten: im Median sechs in beiden Gruppen. Weniger Konkurrenten hat ein kleines Keyword also nicht automatisch.

Eine Einschränkung: Unser Plan enthält nur Keywords mit niedriger Schwierigkeit, der höchste KD liegt bei 44. In einer vollständigen Datenbank kann der Unterschied größer oder kleiner sein.

Eigenes Thema oder seltene Formulierung?

Ahrefs unterscheidet zwei Arten von Keywords ohne nennenswertes Suchvolumen:

  • Ein eigenes, kleines Thema: Die Suche fragt nach etwas, das sonst kaum jemand fragt, und die Ergebnisse sehen anders aus als für den allgemeinen Begriff.
  • Eine seltene Formulierung eines großen Themas: Ahrefs nennt das eine unpopuläre Art, nach etwas Populärem zu suchen. Google versteht, dass beide Suchen dasselbe meinen, und zeigt fast dieselben Ergebnisse; leichter ist die kleine Formulierung dann nicht. Als Beispiel nennt Ahrefs ein englisches Keyword, das es auf zehn Suchen im Monat schätzt, während der passende Ratgeber geschätzt rund 3.800 Besuche im Monat bekommt, weil er für Hunderte ähnliche Formulierungen rankt.

So prüfst du es: Such das kleine Keyword und den allgemeinen Begriff nacheinander in einem normalen Browser und vergleiche die ersten zehn Ergebnisse. Stehen dort weitgehend dieselben Seiten, ist es eine Variante, und sie gehört auf die Seite zum großen Thema. Stehen dort andere Seiten oder ein anderes Format, ist es ein eigenes Thema. Ahrefs nennt zwei Hilfen: Ein niedriger KD spricht bei einem Keyword ohne Suchvolumen eher für ein eigenes Thema. Und ist das „Traffic Potential“, der geschätzte Suchtraffic der Seite auf Platz 1 über alle ihre Keywords, viel höher als das Suchvolumen, gibt es beliebtere Formulierungen derselben Suche.

In unserem Plan ist „hreflang checker“ vermutlich ein eigenes Thema: Wer so sucht, will wahrscheinlich ein Werkzeug und keine Erklärung. „seo-übersetzung“ mit Bindestrich ist dagegen nur eine andere Schreibweise von „seo übersetzung“, und unsere Search Console zeigt, dass beide auf derselben Seite landen.

Was unsere Search Console zeigt

Die besten Daten zu kleinen Suchen hast du selbst, sobald deine Website in den Ergebnissen erscheint. Wir haben jede Suchanfrage, bei der unsere deutschen Ratgeber in den ersten Tagen in der Google Search Console auftauchten, mit den Keywords verglichen, die wir für die jeweilige Seite in Semrush geplant hatten. Die ersten Impressionen gab es am 14. Oktober 2026, abgerufen haben wir die Daten am Abend des 16. Oktober.

Auswertung der Search Console für unsere deutschen Ratgeber: 11 Ratgeber mit 43 Impressionen, davon 14 ohne Suchanfrage; Balken für geplante Keywords, Schreibvarianten und genauere Teilfragen; darunter die häufigsten Suchanfragen wie seo title länge mit sechs Impressionen
Wofür unsere deutschen Ratgeber zuerst erschienen: Google Search Console, 14. bis 16. Oktober 2026; Einordnung der Suchanfragen von uns.
  • Wenig Daten: 11 deutsche Ratgeber hatten zusammen 43 Impressionen, noch ohne Klick. Für 29 Impressionen nennt die Search Console die Suchanfrage, verteilt auf 17 Zeilen; für 14, also ein Drittel, fehlt sie.
  • Kaum geplante Keywords: Nur 6 der 17 Suchanfragen waren ein Haupt- oder Nebenkeyword der jeweiligen Seite, mit zusammen 7 Impressionen. Die übrigen 22 kamen von Suchen, die wir nie geplant hatten.
  • Teilfragen vorn: Am häufigsten erschien unser Ratgeber zum SEO-Title, aber nicht für das geplante „seo title“ (720 Suchen im Monat, eine Impression), sondern für „seo title länge“ (sechs Impressionen) und „title tag länge“ (fünf). Die Länge des Titels ist ein Hauptthema der Seite, nur stand diese Formulierung nicht in unserem Plan.
  • Schreibweisen: Das geplante „seo übersetzung“ und „seo-übersetzung“ mit Bindestrich brachten je zwei Impressionen.
  • Top 10: Nur eine deutsche Zeile stand im Schnitt unter den ersten zehn, das Nebenkeyword „youtube automatische synchronisation ausschalten“ auf Position 9.

Bei unseren englischen Ratgebern ist das Muster deutlicher. Der englische Ratgeber zu Dubbing und Synchronisation war für „what is dubbing“ geplant und erschien dafür bis zum 16. Oktober einmal, auf Position 29. Für die nie geplante Frage „studio dub meaning“ erschien er zehnmal, im Schnitt auf Position 4,8. Die Seite hat einen eigenen Abschnitt darüber, wie eine Studio-Synchronisation entsteht. Ein Abschnitt, der eine konkrete Teilfrage beantwortet, kann also ranken, bevor das Hauptkeyword der Seite es tut.

Das sind sehr kleine Zahlen aus wenigen Tagen. Sie zeigen keine Gesetzmäßigkeit, aber eine Richtung: Eine neue Seite erscheint zuerst bei genauen, seltenen Suchen, die oft in keinem Plan stehen.

Warum die Search Console seltene Suchanfragen verbirgt

Dass für ein Drittel der Impressionen die Suchanfrage fehlte, ist kein Fehler. Google erklärt den Grund im Search-Central-Blog: „Anonymisierte Suchanfragen sind Suchanfragen, die innerhalb von zwei bis drei Monaten von nicht mehr als ein paar Dutzend Nutzern gestellt wurden.“ Zum Schutz der Privatsphäre zeigt die Search Console sie nie in den Tabellen. In den Summen über dem Diagramm sind sie enthalten, solange du keinen Filter für Suchanfragen setzt, etwa „Suchanfragen mit“ oder „Suchanfragen ohne“ ein bestimmtes Wort.

Dazu kommt die „Datenkürzung“: Die Search Console speichert und zeigt nur die wichtigsten Datenzeilen. Über die Oberfläche exportierst du höchstens 1.000 Zeilen, über die Schnittstelle bis zu 50.000 Zeilen pro Tag, Website und Suchtyp. Die vollständigste Liste liefern laut Google die „Bulk-Datenexporte“ nach BigQuery; dort markiert das Feld is_anonymized_query die seltenen Suchanfragen, deren Text leer bleibt.

Auf unserer ganzen Website fehlte vom 12. bis 16. Oktober 2026 für 87 von 437 Impressionen die Suchanfrage, also für ein Fünftel. Wie viele davon anonymisiert und wie viele gekürzt waren, verrät die Search Console nicht. Für kleine Keywords heißt das:

  • Eine Suche, die ein Tool mit „0“ zeigt, kann auch in deiner Search Console unsichtbar bleiben, obwohl deine Seite dafür erscheint.
  • Google sagt nicht, ob mit „Nutzern“ alle Suchenden gemeint sind oder nur die, denen deine Seite angezeigt wurde. Schließ aus einer sichtbaren Suchanfrage also nicht, dass sie von mehr als ein paar Dutzend Menschen kam.

Weitere Grenzen des Leistungsberichts, etwa beim Filter für Markenbegriffe, beschreibt unser Ratgeber Keywords der Konkurrenz herausfinden.

Impressionen sind kein Suchvolumen

Wenn die Tools nichts zeigen, liegt es nahe, die Impressionen der Search Console als Suchvolumen zu lesen. Das geht nur mit Vorsicht. Eine Impression zählt Google, wenn ein Link zu deiner Website auf der aktuellen Ergebnisseite steht, egal ob jemand bis dorthin scrollt. In Karussells und aufklappbaren Bereichen muss man dagegen meist hinscrollen oder aufklappen, bei endlos scrollenden Ergebnissen muss der Link ins Bild kommen.

Daraus folgt zweierlei:

  • Weit hinten zählt kaum etwas mit. Unsere geplanten deutschen Keywords standen im Schnitt auf Position 47,6, bei zehn Ergebnissen pro Seite also etwa auf Seite 5. Eine Impression gibt es dort nur, wenn jemand die Ergebnisse so weit lädt, also unterschätzen Impressionen die Nachfrage stark.
  • Auch weit oben ist es keine genaue Zählung. Manche Ratgeber setzen die Impressionen einer Seite auf Platz 1 mit dem echten Suchvolumen gleich. Doch anonymisierte Suchanfragen fehlen in der Tabelle, gezählt wird nur, wo deine Seite tatsächlich angezeigt wurde, und die Position ist ein Durchschnitt.

Ahrefs hat 2022 in einem kleinen Experiment geprüft, wie gut die Schätzungen am unteren Ende passen. Für alle Keywords, bei denen der Ahrefs-Blog unter den ersten fünf stand und die das eigene Tool auf höchstens zehn Suchen im Monat schätzte, verglich Ahrefs die Schätzung mit den Impressionen aus den USA über 28 Tage. Die meisten Keywords brachten gleich viele oder weniger Impressionen als geschätzt, weniger als 1 Prozent mehr als 100, im Schnitt waren es 11,3. Ahrefs nennt die Stichprobe selbst sehr klein. Nutze Impressionen deshalb als Untergrenze der Nachfrage, die du schon erreichst, nicht als Messung des Suchvolumens.

Österreich und die Schweiz: kleinere Märkte, eigene Zahlen

Österreich und die Schweiz sind kleinere Suchmärkte als Deutschland. Ein Keyword, das in Deutschland schon klein ist, kann dort unter die Schwelle eines Tools fallen und als „0“ erscheinen. Semrush und SISTRIX führen eigene Datenbanken für beide Länder, und im Keyword-Planer stellst du den Standort ein. In Semrush kannst du in der Keyword-Übersicht über „Ort auswählen“ zusätzlich das Suchvolumen für eine Stadt oder Region abfragen, allerdings nur für ein Keyword auf einmal.

Unser Plan enthält keine Zahlen für Österreich und die Schweiz; wie oft dort nach „keywords mit geringem suchvolumen“ gesucht wird, wissen wir nicht. In unserer Search Console kamen vom 12. bis 16. Oktober 2026 je fünf Impressionen aus Österreich und der Schweiz und 42 aus Deutschland. Filtere den Leistungsbericht nach Ländern, bevor du kleine Zahlen deutest. Wie du für jedes Land recherchierst, erklärt unser Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche.

Wann sich ein Keyword mit geringem Suchvolumen lohnt

Ein kleines Keyword lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du kannst die Frage vollständig beantworten, und sie passt zu einem Thema, das du ohnehin abdeckst. Das ist auch der Maßstab aus dem Long-Tail-Leitfaden von Semrush.
  • Der Begriff ist neu. Ein neues Produkt oder ein neuer Fachbegriff hat in den Datenbanken noch keine Geschichte. Google Ads prüft solche Keywords nach einer Woche neu, und Ahrefs rät, bei einem Trendthema früh eine Seite zu haben, auch ohne gemessenes Suchvolumen.
  • Ein einzelner Besuch ist viel wert. Bei B2B-Leistungen oder teuren Produkten können wenige Besucher genügen; Ahrefs nennt lukrative Themen als zweiten guten Grund.
  • Die Suche ist an einen Ort gebunden. Wer ein Angebot in einer bestimmten Stadt sucht, gehört zu einer kleinen Gruppe, entsprechend klein sind die Zahlen pro Ort. Wie du in deiner Stadt gefunden wirst, zeigt unser Ratgeber Lokales SEO.
  • Du hast etwas Eigenes: einen Test, eigene Daten oder Erfahrung, die sonst niemand bietet.

Ein deutsches Beispiel erschien 2023 als Gastbeitrag auf der Website von OMT. Der Autor beschreibt, wie sein kleines Team für einen Onlineshop mit Speiseinsekten einen kurzen Ratgeber zur Frage schrieb, ob Insekten halal sind. Das Keyword-Tool zeigte für die Formulierungen rund um Insekten und Islam höchstens 20 Suchen im Monat oder gar keinen Wert. Laut Search Console holte der Ratgeber in zwölf Monaten rund 4.200 Klicks, die Startseite des Shops 320. Das ist ein einzelner Fall und kein Beleg für eine Regel, aber er zeigt, was ein Tool übersehen kann.

Weniger lohnend ist ein kleines Keyword, wenn es nur eine seltene Formulierung eines großen Themas ist, wenn die Ergebnisse dem Hersteller des Produkts gehören wie bei „pdf laut vorlesen“, oder wenn du nichts beitragen kannst, was die vorhandenen Seiten nicht schon haben. Ob es besser zu Käufen oder Anfragen führt, hängt laut Ahrefs von der Absicht hinter der Suche ab, nicht vom Volumen. Eigene Zahlen dazu haben wir nicht.

Eine Seite, viele kleine Suchanfragen

Naheliegend ist die Idee, für jede kleine Formulierung eine eigene Seite zu bauen. Genau das wertet Google als Spam: Seiten, die erstellt werden, um bei bestimmten, ähnlichen Suchanfragen zu erscheinen, und die Besucher auf weniger hilfreiche Zwischenseiten führen, nennt Google in seinen Spamrichtlinien „Missbrauch von Brückenseiten“. Mehr dazu in unserem Ratgeber White-Hat-SEO.

Besser ist eine Seite pro Suchabsicht und darin ein Abschnitt pro Teilfrage:

  • Teilfragen als Zwischenüberschriften: Eine konkrete Frage bekommt eine eigene Zwischenüberschrift, die Antwort steht direkt darunter. Der Abschnitt zur Studio-Synchronisation in unserem englischen Ratgeber ist ein Beispiel: Er beantwortet eine Teilfrage, und die Seite erschien dafür weiter oben als für ihr Hauptkeyword.
  • Varianten im Text statt auf eigenen Seiten: Schreibweisen wie „seo übersetzung“ und „seo-übersetzung“ deckt eine Seite gemeinsam ab.
  • Verwandte Fragen bündeln: Semrush schreibt, dass eine Seite, die mehrere verwandte Fragen mit wenig Konkurrenz unter einem Thema zusammenfasst, für viele Long-Tail-Varianten zugleich ranken kann.

Wie du ein Keyword in Überschriften, Text und Adresse unterbringst, ohne zu übertreiben, steht in unserem Ratgeber Keywords platzieren.

So findest du Keywords mit geringem Suchvolumen

Die Tools zeigen das untere Ende schlecht, also brauchst du weitere Quellen:

  1. Deine Search Console: Sobald es Daten gibt, sortiere im Leistungsbericht die Suchanfragen nach Impressionen und lies auch die Zeilen mit nur einer oder zwei. Mit einem regulären Ausdruck wie ^(wie|was|warum) filterst du Fragen heraus. Suchanfragen, bei denen deine Seite erscheint, aber nicht direkt antwortet, sind Kandidaten für einen neuen Abschnitt.
  2. Fragen deiner Kunden und Leser: E-Mails, Anfragen und Gespräche enthalten Formulierungen, die kein Tool kennt.
  3. Foren und Communitys: Ahrefs nennt Nischenforen ausdrücklich als gute Quelle, weil Menschen dort in eigenen Worten und sehr konkret fragen.
  4. Keyword-Tools mit Schwierigkeitsfilter: Wir haben in der zweiten Runde im Keyword Magic Tool von Semrush nur Keywords bis KD 20 zugelassen. Sieh dir danach auch die kleinsten Werte an.
  5. Google-Vorschläge und „Ähnliche Fragen“: nur von Hand im normalen Browser, nicht per Skript. Automatisierte Abfragen verstoßen gegen Googles Regeln.
  6. KI-Chats: gut für Ideen und Formulierungen, nie für Zahlen.

Häufige Irrtümer und unsere Checkliste

Diese Behauptungen stehen in deutschen Ratgebern zum Thema, halten aber einer Prüfung nicht stand:

  • „16 bis 20 Prozent der Suchanfragen sind jedes Jahr neu.“ So steht es im Blog einer deutschen Agentur. Google selbst spricht von 15 Prozent, und zwar jeden Tag.
  • „Keywords ohne Suchvolumen haben fast keine Konkurrenz.“ Dieselbe Agentur schätzt ihre Schwierigkeit auf fast null. In unserem Plan hatte „hreflang checker“ mit 140 Suchen einen KD von 33, und bei „pdf laut vorlesen“ belegten Adobe und Microsoft sechs der zehn Plätze.
  • „Auf Platz 1 zeigt die Search Console das echte Suchvolumen.“ Impressionen zählen nur Suchen, bei denen deine Seite angezeigt wurde, und anonymisierte Suchanfragen fehlen in der Tabelle.
  • „Alle Tools nehmen ihre Zahlen vom Keyword-Planer.“ Ahrefs nutzt Planer-Daten nach eigenen Angaben als Grundlage seines Modells. Semrush beschreibt eine andere Methode, Daten von Drittanbietern und Clickstream-Daten in einem Rechenmodell, und SISTRIX bildet einen Durchschnitt aus vielen Quellen.
  • „Long Tail heißt mehr als drei Wörter.“ Entscheidend ist das Suchvolumen, nicht die Wortzahl; deutsche Suchen sind wegen der zusammengesetzten Wörter oft kurz.
  • „Die Domain Authority entscheidet, ob du rankst.“ Moz, das diese Kennzahl entwickelt hat, schreibt selbst, dass sie kein Rankingfaktor von Google ist.
  • Zahlen ohne Quelle: Mehrere Ratgeber nennen Anteile für Long-Tail-Suchen, ohne nachprüfbar zu sagen, woher sie stammen.

So gehst du als neue Website vor:

  1. Maßstab festlegen: Was ist in deinem Thema und Land groß, was klein?
  2. Die „0“ richtig lesen: unter der Schwelle des Tools, nicht „niemand“.
  3. Kleine Zahlen als Stufen lesen: 70 und 90 sind Nachbarn.
  4. Ergebnisse ansehen: Wer steht oben, Hersteller, Videos oder auch kleine Websites?
  5. Thema oder Variante klären: die Ergebnisse mit denen des allgemeinen Begriffs vergleichen.
  6. Abschnitt vor Seite: Teilfragen und Schreibweisen gehören auf die passende Seite, keine Seite pro Formulierung.
  7. Eigene Seite nur bei eigener Absicht und mit etwas Eigenem: Test, Daten oder Erfahrung.
  8. Search Console einrichten und nach Ländern filtern.
  9. Jeden Monat nachsehen: Teilfragen, die Impressionen bekommen, zu Abschnitten ausbauen, und aus einem Abschnitt eine eigene Seite machen, wenn die Suchen eine eigene Absicht zeigen.

Rechne dabei mit Geduld. Unsere ersten deutschen Impressionen kamen von einzelnen, seltenen Suchen, nicht von den geplanten Keywords. Genau dort fängt eine neue Website an.