Internationale Keyword-Recherche heißt: Du suchst für jedes Land und jede Sprache in den Daten dieses Markts nach den Wörtern, die Menschen dort tatsächlich eingeben, statt deine Keyword-Liste zu übersetzen. Ein Markt ist dabei ein Land mit einer Sprache. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind also drei Märkte, und die Schweiz mit vier Landessprachen ist mehr als einer. Wie weit Märkte auseinanderliegen, zeigt unsere eigene Planung mit Semrush: Von 37 Themen, die wir für Deutschland und Frankreich geplant haben, hatten nur 3 in beiden Ländern dasselbe Haupt-Keyword. Hier findest du unsere Daten, die richtigen Einstellungen in den Tools und was in Österreich und der Schweiz anders ist.
Was internationale Keyword-Recherche ist
Jede Keyword-Recherche beantwortet drei Fragen: Mit welchen Wörtern suchen Menschen nach deinem Thema, wie oft tun sie das, und wer steht schon oben? Bei der internationalen Recherche stellst du diese Fragen für jeden Zielmarkt neu, mit den Daten dieses Markts. Was ein Keyword ist und welche Arten es gibt, erklärt unser Ratgeber zu SEO-Keywords.
Neu fragen musst du, weil Google Ergebnisse nach Sprache und Ort auswählt. Laut Google bestimmt die Sprache einer Suchanfrage, welche Ergebnisse jemand hauptsächlich sieht; dazu kommen Standort, Suchverlauf und Einstellungen. Google nennt selbst ein Beispiel: Wer in Chicago nach „football“ sucht, findet wahrscheinlich Ergebnisse zu American Football, wer in London sucht, zu Fußball. Dasselbe Wort kann in zwei Ländern eine andere Frage sein.
Deshalb reicht es nicht, eine fertige Liste zu übersetzen. Wie weit Google Übersetzer und DeepL dabei danebenliegen, haben wir im Ratgeber zur SEO-Übersetzung getestet. Hier geht es um den Schritt davor: wie du für jedes Land die richtigen Wörter findest, prüfst und vergleichst.
Erst die Märkte festlegen, dann die Keywords
Bevor du das erste Keyword nachschlägst, leg fest, für welche Märkte du schreibst. Ein Land ist nicht immer eine Sprache, und eine Sprache ist nicht ein Land:
- Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen die Schriftsprache, haben aber eigene Wörter, eigene Gesetze und in den Tools eigene Datenbanken.
- Die Schweiz hat vier Landessprachen. Die französisch- und die italienischsprachige Schweiz sind eigene Märkte innerhalb des Lands.
- Spanisch ist nicht überall gleich. Laut der Real Academia Española sagt man in Spanien für den Computer meist „ordenador“, in den meisten Ländern Amerikas „computadora“ und in Chile und Kolumbien „computador“.
- Englisch sprechen unter anderem die USA und Großbritannien, und beide haben bei Semrush getrennte Datenbanken.
Diese Datenbanken sind sehr unterschiedlich groß. Semrush nennt auf seiner Statistikseite mit Stand 15. Oktober 2026 insgesamt 142 Länderdatenbanken. Im Keyword Magic Tool zählt Semrush für die USA 4 Milliarden Desktop-Keywords, für Großbritannien und Frankreich je 1,9 Milliarden, für Deutschland 1,6 Milliarden, für Spanien 1,4 Milliarden und für Mexiko 529 Millionen. Die Schweiz kommt auf 133 Millionen, Österreich auf 107 Millionen. Die österreichische Datenbank ist damit rund ein Fünfzehntel so groß wie die deutsche, die Schweizer rund ein Zwölftel. In kleinen Märkten findest du deshalb weniger seltene Suchanfragen und öfter gar keine Zahl.
Wir haben für Polytested vier Märkte gewählt, die USA, Deutschland, Frankreich und Spanien, und jeden mit der Datenbank dieses Lands recherchiert. Österreich und die Schweiz lesen bei uns die deutsche Fassung; warum das für unsere Themen reicht und wann nicht, steht weiter unten.
Unsere Daten: ein Thema, selten dasselbe Keyword
Viele Themen haben wir für mehrere Märkte geplant. Die Karte zeigt acht davon mit dem Haupt-Keyword, das wir in jedem Land gewählt haben, und mit Suchvolumen und Keyword-Schwierigkeit (KD):

Gleich lautete das Haupt-Keyword selten. Zwischen Deutschland und Frankreich war es bei 3 von 37 gemeinsamen Themen dasselbe („hreflang“, „seo international“ und „seo vs sea“), zwischen Deutschland und Spanien bei 4 von 35, zwischen Deutschland und den USA bei 1 von 19 („make.com pricing“) und zwischen den USA und Frankreich bei keinem der 21. Gleich bleiben fast nur Markennamen und Fachbegriffe wie „hreflang“.
Hinter den Unterschieden stecken drei Muster:
- Ein anderes Bild vom selben Ding: Für gesprochene Sprache, die zu Text wird, steht in Deutschland „sprache zu text“, in Frankreich „dictée vocale“ und in Spanien „dictado por voz“. Auf Französisch und Spanisch ist das Thema also ein Diktat, auf Deutsch eine Umwandlung.
- Eine andere Absicht: „ki agenten erstellen“ will etwas bauen. Das französische „agent ia gratuit“ sucht einen kostenlosen Agenten.
- Mehr Englisch als erwartet: In der deutschen Datenbank heißt das Haupt-Keyword „cursor for students“, in der amerikanischen „cursor student“. Und „ai note taker“ steht im deutschen Plan auf Englisch, das französische Gegenstück heißt „prise de note ia“.
Gleiches Keyword, andere Konkurrenz
Selbst wo das Keyword gleich ist, stehen oft andere Websites oben. Für jedes Haupt-Keyword haben wir die ersten zehn Ergebnisse gespeichert, die Semrush in der jeweiligen Länderdatenbank erfasst hat, und die Domains zwischen den Märkten verglichen:

- Kaum Überschneidung: Bei den 37 Themen für Deutschland und Frankreich standen im Schnitt 1,6 Domains in beiden Top-10-Listen, bei 9 Themen keine einzige. Zwischen Deutschland und Spanien waren es 2,0 Domains (4 Themen ohne gemeinsame Domain), zwischen Deutschland und den USA 1,7 (3 ohne).
- „hreflang“: In Deutschland und Frankreich dasselbe Haupt-Keyword, aber keine gemeinsame Domain. In Deutschland standen unter anderem Googles Dokumentation, SISTRIX, Yoast und Ahrefs oben, in Frankreich Wikipedia, IONOS und drei Treffer von YouTube.
- Gemeinsam sind vor allem Plattformen: YouTube stand bei 17 der 37 deutsch-französischen Themen in beiden Listen. Dazu kamen Hilfeseiten von Microsoft und Google, Googles Play Store und einzelne Anbieter wie Happy Scribe.
- Marken verbinden: Bei „lovable pricing“ teilten sich die deutsche und die spanische Liste sechs Domains, darunter die Website und die Dokumentation des Herstellers.
Wer in Deutschland vorne liegt, sagt also wenig über Frankreich. Bestimme die Konkurrenz in jedem Markt neu; wie das geht, zeigt unser Ratgeber Keywords der Konkurrenz herausfinden.
So sucht Deutschland: wenige Fragen, viele Verben, „KI“ statt „AI“
Auch die Form der Suchanfragen unterscheidet sich. Wir haben alle Keywords unserer Planung ausgezählt; für Deutschland sind das 76 Haupt- und 165 Nebenkeywords, ohne Doppelungen 240 verschiedene:

- Wenige Fragen: Von 95 Haupt-Keywords für die USA enthalten 25 ein Fragewort wie „how“ oder „what“. In Deutschland sind es 5 von 76, viermal „was ist“ und einmal „wie lange“. Frankreich kommt auf 6 von 68, Spanien auf 11 von 66.
- Viele Verben: 24 der 76 deutschen Haupt-Keywords enden mit einem Verb, etwa „prozesse automatisieren“, „audio transkribieren“, „teams aufzeichnen“ oder „website übersetzen“. Wer so sucht, will etwas erledigen.
- „KI“ statt „AI“: 48 der 240 deutschen Keywords enthalten „ki“, nur 5 „ai“. Drei dieser fünf sind Produktnamen wie „descript ai“, die anderen beiden „ai note taker“ und „ai seo“. Frankreich (19 Keywords mit „ia“) und Spanien (18) schreiben „IA“; „AI“ steht dort vor allem in Googles Produktnamen „AI Overviews“.
- „kostenlos“ und „deutsch“: 14 deutsche Keywords enthalten „kostenlos“, aber nur als Nebenkeywords. In Frankreich war bei 5 Themen die Variante mit „gratuit“ unser Haupt-Keyword. Und 6 deutsche Keywords nennen die Sprache selbst, etwa „n8n tutorial deutsch“ oder „whatsapp transkription deutsch“.
Für deine Seiten heißt das: Ein deutscher Titel braucht nicht unbedingt eine Frage, und eine Seite zu „audio transkribieren“ beginnt besser mit der Anleitung als mit einer Definition. „KI“ gehört in deutsche Titel, „AI“ nur dort, wo es Teil eines Namens ist.
Englische Wörter: behalten, ersetzt oder eingedeutscht
Bei Fachbegriffen entscheidet jeder Markt anders, ob er das englische Wort behält. In unserer Planung:
- Keyword: Im Deutschen bleibt das Wort englisch, etwa in „keywords finden“ (880 Suchen im Monat, KD 16) oder „keywords mit geringem suchvolumen“; das „Suchvolumen“ daneben ist deutsch. Auf Französisch heißt es „mot clé“, auf Spanisch „palabras clave“. Ausgerechnet den Long Tail behält das Spanische auf Englisch: „palabras clave long tail“ hat 390 Suchen, „palabras clave de cola larga“ 260.
- Relaunch: In Deutschland heißt das Thema „website relaunch seo“ (590 Suchen), in Frankreich „migration seo“ (590). Der Duden führt „Relaunch“ als Wort der Werbesprache und, in der EDV, für die grundlegende Neugestaltung einer Website. Worauf es dabei für SEO ankommt, steht in unserer Checkliste für den Website-Relaunch.
- Controlling: Neben „seo reporting“ (1.000 Suchen) steht in Deutschland „seo controlling“ (590). Controlling ist laut Duden ein Wort der Wirtschaft für die Steuerung durch die Unternehmensführung. In Frankreich lautet das Haupt-Keyword „kpi seo“ (720).
- Preise: Für die Frage nach dem Preis stehen in der deutschen Datenbank je nach Marke englische oder deutsche Wörter: „make.com pricing“, „heygen pricing“, „lovable pricing“ und „lovable price“, aber „elevenlabs pro preis“, „semrush preise“ und „zapier kosten“.
Eine feste Regel lässt sich daraus nicht ableiten. Prüf für jede Marke und jeden Fachbegriff beide Varianten in der Datenbank des Zielmarkts.
Falsche Freunde und mehrdeutige Namen
Eine fremde Datenbank liefert auch Treffer, die mit deinem Thema nichts zu tun haben. Beim Aufbau unserer Planung haben wir unter anderem diese Bedeutungen von Hand aussortiert:
- „Otter“: das Tier, nicht der Transkriptionsdienst Otter.ai;
- „transcript“: Steuerauszüge der US-Steuerbehörde IRS, nicht Transkripte;
- „SRT“: ein Automodell von Dodge, nicht das Untertitelformat;
- „VTT“: im Französischen ein Mountainbike, nicht das Untertitelformat WebVTT;
- „Diktat“: die Schulübung, nicht die Diktiersoftware;
- „réunion“: die Insel La Réunion, nicht die Besprechung.
Auch Marken können mehrdeutig sein. „Make“ ist im Englischen ein gewöhnliches Verb. In unserer Planung trägt der Name deshalb in jedem Markt einen Zusatz: „make.com pricing“ in den USA und in Deutschland, „make ki“ in Deutschland, „make automatisation“ in Frankreich und „make automatizacion“ in Spanien.
Solche Fehler fallen nur auf, wenn jemand die Liste liest, der die Sprache versteht. Lies deshalb jede Keyword-Liste, bevor du Zahlen addierst, und sieh dir im Zweifel die Suchergebnisse an.
Österreich: Jänner, Karenz und Spital
Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen die Schriftsprache, aber nicht alle Wörter. Die Karte zeigt Beispiele, die Wörterbuch, Behörden und Gesetze belegen:

Für Österreich zeigen sich drei Arten von Unterschieden:
- Eigene Wörter: Der Duden kennzeichnet „Jänner“ als österreichisch, seltener süddeutsch. Dass es auch in offiziellen Texten steht, zeigt die Arbeiterkammer Wien: Sie zählt die gesetzlichen Feiertage mit „1. Jänner (Neujahr)“ und „6. Jänner“ auf. „Spital“ für Krankenhaus ist laut Duden österreichisch und schweizerisch, und als österreichisches Wort für ein Angebot nennt der Duden „Anbot“.
- Gleiches Wort, andere Bedeutung: „Karenz“ ist in der österreichischen Amts- und Rechtssprache die Freistellung von der Arbeit ohne Entgelt; das Portal oesterreich.gv.at nennt unter anderem Elternkarenz und Pflegekarenz. Im Versicherungswesen meint der Duden mit Karenz dagegen eine Karenzzeit, also eine Wartezeit. Das Gegenstück zur deutschen Elternzeit nach § 15 BEEG ist in Österreich die Elternkarenz, mit anderen Fristen.
- Gleiches Wort, andere Regel: Urlaub heißt in beiden Ländern Urlaub, der gesetzliche Anspruch ist aber verschieden. In Deutschland sind es mindestens 24 Werktage (§ 3 BUrlG), in Österreich laut migration.gv.at mindestens fünf Wochen bezahlter Urlaub pro Arbeitsjahr.
Für die Recherche heißt das: Prüf österreichische Wörter in der österreichischen Datenbank, und übernimm keinen deutschen Text, nur weil die Suchwörter gleich sind. Wo Gesetze dahinterstehen, braucht Österreich eigene Inhalte. Keine Rechtsberatung: Für Arbeitsrecht und Steuern gelten die Regeln des jeweiligen Lands.
Schweiz: Ferien, Velo und ss statt ß
In der Schweiz kommen Rechtschreibung, Wortschatz und Gesetze zusammen:
- ss statt ß: Laut dem Rechtschreibleitfaden der Schweizerischen Bundeskanzlei ist das ß in der Schweiz seit den 1930er-Jahren nach und nach verschwunden; geschrieben wird immer Doppel-s, also „Strasse“. Texte aus anderen deutschsprachigen Ländern müsse man anpassen, ein einfaches Kopieren genüge nicht. Für Keywords heißt das: Jedes Wort mit ß hat in der Schweiz eine eigene Schreibweise, die du eigens prüfst.
- Doppeldeutige Wörter: Ohne ß fallen manche Wörter zusammen. Die Bundeskanzlei nennt „Masse“ und „Maße“ sowie „Busse“, die Mehrzahl von Bus, und „Buße“; in der Schweiz wird beides „Busse“ geschrieben. Eine Schweizer Zahl für „busse“ kann also beide Bedeutungen enthalten. Sieh dir bei solchen Wörtern die Suchergebnisse an, bevor du der Zahl traust.
- Ferien statt Urlaub: Den jährlichen Urlaub nennt das Schweizer Obligationenrecht „Ferien“: mindestens vier Wochen pro Dienstjahr, bis zum vollendeten 20. Altersjahr fünf (Art. 329a OR). „Urlaub“ steht dort für besondere Freistellungen wie den Mutterschaftsurlaub. Wer in der Schweiz über den jährlichen Anspruch schreibt, braucht also das Wort des Gesetzes.
- Eigene Wörter: „Velo“ ist laut Duden schweizerisch für Fahrrad, „Natel“ schweizerisch neben Handy, und „Occasion“, österreichisch und schweizerisch, steht für einen Gelegenheitskauf, mit „Gebrauchtwagen“ als Synonym.
Ein Wort aus dem Wörterbuch heißt nicht, dass niemand das andere sucht. Beim „Natel“ schreibt der Duden ausdrücklich „neben Handy“. Prüf deshalb beide Varianten in der Schweizer Datenbank und nimm die, die dort gesucht wird, oder beide.
Die Schweiz ist viersprachig
Die Schweizer Bundesverfassung nennt vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch (Art. 4). Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch, im Verkehr mit Rätoromanischsprachigen auch Rätoromanisch; die Kantone bestimmen ihre Amtssprachen selbst (Art. 70).
Wie sich das verteilt, zeigt das Bundesamt für Statistik mit Datenstand Ende 2024. Als Hauptsprache nannten 61,1 Prozent der Bevölkerung Deutsch, 22,6 Prozent Französisch, 7,8 Prozent Italienisch und 0,4 Prozent Rätoromanisch; jede Person konnte bis zu drei Hauptsprachen angeben, Dialekte eingeschlossen. Bei der Arbeit sprechen 60,8 Prozent der Erwerbstätigen üblicherweise Schweizerdeutsch, 35,6 Prozent Hochdeutsch, 27,6 Prozent Französisch, 23,6 Prozent Englisch und 8,0 Prozent Italienisch. 41 Prozent nutzen bei der Arbeit mindestens einmal pro Woche mehr als eine Sprache.
Für die Keyword-Recherche folgt daraus:
- Eine deutsche Seite erreicht nur einen Teil der Schweiz. Für die französisch- und die italienischsprachige Schweiz brauchst du eine eigene Recherche in diesen Sprachen. Übernimm nicht ungeprüft die Keywords aus Frankreich oder Italien; die Schweiz ist in den Tools ein eigener Markt.
- Im Keyword-Planer stellst du beides ein: den Standort Schweiz und die Sprache. Google nennt in seiner Hilfe selbst dieses Beispiel: Anzeigen für französischsprachige Nutzer in der Schweiz.
- Ein Suchvolumen kann Sprachen mischen. Den Durchschnitt der Suchanfragen berechnet der Keyword-Planer laut Google unabhängig von der Sprache. „Offerte“ ist im Deutschen ein schriftliches Kaufangebot, im Italienischen ist „offerte“ die Mehrzahl von „offerta“, Angebot. Eine Schweizer Zahl für „offerte“ kann deshalb Suchen in beiden Sprachen enthalten.
- Englisch zählt mit. Fast ein Viertel der Erwerbstätigen spricht bei der Arbeit Englisch. Für Software- und B2B-Themen lohnt es sich, englische Keywords auch in der Schweizer Datenbank zu prüfen.
Werkzeuge einstellen: Land, Sprache, Datenbank
Viele Fehler entstehen, bevor du das erste Keyword eintippst: in der falschen Länderdatenbank. So stellst du die gängigen Werkzeuge ein. Was sie kostenlos können, steht in unserem Ratgeber Keywords finden.
- Semrush: Wähl vor jeder Abfrage die Länderdatenbank. Das Suchvolumen der Hauptdatenbank beruht laut Semrush auf Daten auf nationaler Ebene und ist der Durchschnitt der letzten zwölf Monate, monatlich aktualisiert, Mobilgeräte und Desktop zusammen. Für eine Region oder Stadt gibt es das Feld „Ort auswählen“, aber nur für ein Keyword auf einmal. Das weltweite Suchvolumen ist die Summe aller regionalen Datenbanken und hilft für einen einzelnen Markt nicht weiter.
- SISTRIX: In Keyword Discovery wählst du über die Länderflagge am Anfang des Suchfelds eine von 40 Länderdatenbanken. In der Länderübersicht einer Domain stehen Kürzel wie DE, AT und CH. Für die Sichtbarkeit nutzt SISTRIX in jedem Land ein eigenes Keyword-Set; weil es jeweils das Suchverhalten im Land abbildet, sind die Werte laut SISTRIX trotzdem vergleichbar.
- Google Keyword-Planer: In den „Standorteinstellungen“ wählst du ein Land, eine Region oder eine Stadt; entfernst du alle Standorte, gilt „Alle Standorte“. Die „Spracheinstellungen“ legen fest, für welche Sprache du Ideen bekommst. Bei den „Werbenetzwerkeinstellungen“ wählst du zwischen „Google“ und „Google und Suchnetzwerk-Partner“.
- Google-Suche: Die Vorschläge der automatischen Vervollständigung hängen laut Google unter anderem von der Sprache der Suchanfrage und vom Ort ab, an dem gesucht wird. Sie zeigen Wörter, aber kein Volumen; Google schreibt selbst, dass sie nicht einfach die häufigsten Suchanfragen sind.
- Search Console: Nach dem Start zeigt der Leistungsbericht im Tab „Länder“, woher Impressionen und Klicks kommen. Bei uns ist es dafür noch zu früh: Vom 12. bis 15. Oktober 2026 kam von 116 Impressionen eine aus der Schweiz und keine aus Österreich.
Suchergebnisse sehen wie im Zielland
Zahlen zeigen nicht, wer in einem Land oben steht. Dafür musst du die Ergebnisse sehen, die Menschen dort bekommen. Laut Google-Hilfe geht das am Computer und in der Google-App für Android so: Sucheinstellungen öffnen, zu den „Regionseinstellungen“ scrollen, eine Region wählen und speichern.
Die Adresse der Google-Seite hilft dabei nicht. Seit dem 27. Oktober 2017 bestimmt laut Google dein Standort, für welches Land du Ergebnisse bekommst. Wer google.at oder google.fr in die Adresszeile tippt, wechselt damit nicht das Land; welche Länderversion gilt, steht unten auf der Ergebnisseite. Den Standort schätzt Google aus mehreren Quellen: dem Standort deines Geräts, der Privat- und Arbeitsadresse in deinem Google-Konto, deinen bisherigen Aktivitäten und deiner IP-Adresse. Welche Quelle verwendet wurde, steht ebenfalls unten auf der Seite, etwa „Laut meiner IP-Adresse“.
Ein paar Regeln für saubere Stichproben:
- Privat und abgemeldet: Such in einem privaten Fenster und ohne angemeldetes Google-Konto, damit dein eigener Verlauf weniger mitspielt.
- Kein VPN nötig: Die Regionseinstellung ist der Weg, den Google selbst beschreibt.
- Von Hand: Automatisierte Anfragen an Google, auch das Abgreifen von Ergebnissen, um Rankings zu prüfen, zählt Google in seinen Spamrichtlinien zum maschinellen Traffic.
- Unterschiede innerhalb von DACH: Einige Bereiche der Ergebnisseite, etwa für Hotels, Flüge, lokale Unternehmen, Produkte und Jobs, führt Google in seiner Übersicht regionaler Unterschiede für den Europäischen Wirtschaftsraum auf. Deutschland und Österreich gehören dazu, die Schweiz nicht. Für solche Suchen kann die Ergebnisseite in der Schweiz deshalb anders aussehen.
Zahlen zwischen Ländern vergleichen, ohne dich zu täuschen
Suchvolumen aus zwei Ländern nebeneinanderzustellen ist verlockend. Fünf Dinge solltest du dabei beachten:
- Ein Tool, ein Datum: Semrush, Keyword-Planer und SISTRIX rechnen unterschiedlich. Vergleiche Länder nur innerhalb eines Tools und mit Zahlen vom selben Tag.
- Kleine Datenbanken: Fehlt in Österreich oder der Schweiz ein Wert, heißt das nicht, dass dort niemand so sucht. Die Datenbanken sind nur ein Bruchteil der deutschen.
- Gerundete Werte: Der Keyword-Planer rundet. Laut Google ergeben die Werte für mehrere Standorte deshalb nicht immer die erwartete Summe. Addiere Deutschland, Österreich und die Schweiz also nicht einfach, und denk an die gemischten Sprachen in der Schweiz.
- Trends zeigt kein Volumen: Google Trends teilt jeden Wert durch alle Suchanfragen in Region und Zeitraum und zeigt ihn auf einer Skala von 0 bis 100. Dasselbe Interesse in zwei Regionen heißt laut Google nicht dasselbe Suchvolumen. Schreibvarianten, Synonyme, Singular und Plural fasst Trends nicht zusammen; „strasse“ und „straße“ sind dort zwei Begriffe. Länder vergleichst du über „Filter ändern“ am jeweiligen Suchbegriff, Sprachen verbindest du mit einem Pluszeichen.
- Schwierigkeit gilt je Markt: In unserer Planung war das deutsche Haupt-Keyword bei 22 von 37 gemeinsamen Themen leichter als das französische und bei 14 schwerer. Gegenüber Spanien stand es 22 zu 10, gegenüber den USA 9 zu 9. Das Suchvolumen war in Deutschland bei 20 von 37 Themen höher als in Frankreich, aber nur bei 5 von 19 höher als in den USA. Weil wir gezielt leichte Keywords gesucht haben, ist das kein Gesetz. Es zeigt aber: Ein umkämpftes Thema kann im Nachbarland offen sein.
Eine deutsche Seite oder drei?
Diese Frage stellt sich jedem, der im deutschsprachigen Raum mehr als ein Land erreichen will. Unsere Faustregel:
- Eine deutsche Seite, wenn die Antwort in allen drei Ländern dieselbe ist: Software-Anleitungen, Werkzeugvergleiche, Erklärungen. So machen wir es bei Polytested. Achte dann auf Wörter und Beispiele, die überall verstanden werden, und prüf die wichtigsten Keywords in allen drei Datenbanken.
- Länderseiten, wenn sich Gesetze, Behörden, Preise oder Wörter unterscheiden, etwa bei Urlaub, Elternzeit, Steuern, Verträgen oder Preisen in Franken. Dann braucht jedes Land eine eigene Recherche und einen eigenen Text, nicht nur ausgetauschte Wörter.
- Länderabschnitte als Mittelweg, wenn nur ein Teil abweicht, etwa ein Abschnitt für Österreich und einer für die Schweiz.
- Französisch und Italienisch für die Schweiz nur mit eigener Recherche in diesen Sprachen.
Wie du Länder- und Sprachfassungen auf einer Website aufbaust und welche Rolle Bing in Österreich und der Schweiz spielt, steht in unserem Ratgeber Internationales SEO. Länderseiten kennzeichnest du mit hreflang, etwa de-DE, de-AT und de-CH; wie das geht, zeigt der Ratgeber zu hreflang und Canonical. Und jede Fassung bekommt einen eigenen Title mit dem Keyword ihres Markts; worauf es dabei ankommt, steht im Ratgeber zum SEO-Title.
Häufige Fehler und unsere Checkliste
Diese Fehler begegnen uns in vielen Anleitungen:
- Die Liste übersetzen, statt in jedem Markt neu zu suchen.
- Ein Volumen für ganz DACH, obwohl Österreich und die Schweiz eigene Datenbanken haben.
- ß für die Schweiz. Die Bundeskanzlei rät, ß beim Übernehmen von Texten aus anderen deutschsprachigen Ländern mit „Suchen-Ersetzen“ durch ss zu ersetzen.
- VPN und google.fr in der Adresszeile. Der Ratgeber eines Übersetzungsbüros empfiehlt ein kostenloses VPN, um die Ergebnisse im Zielmarkt zu sehen; der Ratgeber eines Plugin-Anbieters rät, das Keyword in die lokale Google-Version wie google.de einzugeben. Seit 2017 entscheidet der Standort, und die Regionseinstellung genügt.
- Veraltete Werkzeuge. Die Seite einer Agentur und ein Leitfaden einer Schweizer Tourismusorganisation empfehlen noch Searchmetrics. Die Adresse searchmetrics.com leitete am 16. Oktober 2026 dauerhaft auf conductor.com weiter.
- Die Schweiz nur auf Deutsch. Laut Bundesamt für Statistik nennen 22,6 Prozent der Bevölkerung Französisch und 7,8 Prozent Italienisch als Hauptsprache.
- Zahlen aus verschiedenen Tools vergleichen.
So gehen wir vor:
- Märkte festlegen: Land und Sprache, für die Schweiz auch Französisch und Italienisch.
- Mit Themen anfangen, nicht mit einer fertigen Keyword-Liste.
- In jedem Markt die Länderdatenbank wählen, im Keyword-Planer Standort und Sprache.
- Varianten prüfen: österreichische und Schweizer Wörter, ss und ß, englische und einheimische Begriffe, Preiswörter je Marke.
- Falsche Freunde und mehrdeutige Namen von Hand aussortieren.
- Die Suchergebnisse mit der Regionseinstellung von Hand ansehen.
- Die Konkurrenz in jedem Markt neu bestimmen.
- Zahlen nur innerhalb eines Tools vergleichen und das Datum notieren.
- Je Thema entscheiden: eine Seite, Länderabschnitte oder Länderseiten.
- Nach dem Start in der Search Console nach Ländern auswerten.
