Eine SEO-Übersetzung bringt einen Text so in eine andere Sprache, dass er dort auch gefunden wird. Wort für Wort zu übersetzen reicht dafür nicht: Du brauchst das Keyword, das Menschen im Zielmarkt tatsächlich eingeben, einen eigenen Title und eine eigene Meta-Description, eine URL in der Zielsprache und Beispiele, die dort passen. Der wichtigste Schritt ist deshalb keine Übersetzung, sondern eine Keyword-Recherche in jeder Sprache. Wie groß der Unterschied ist, haben wir an unserer eigenen Themenplanung geprüft: Wir haben zehn englische Haupt-Keywords in Google Übersetzer und DeepL eingefügt. Keine der zwanzig Übersetzungen war die Suchanfrage, die wir für dasselbe Thema in Deutschland gewählt hatten. Hier findest du den Test, die Elemente, die du lokalisieren musst, was Google zu maschinell übersetzten Inhalten sagt, und den Ablauf, nach dem wir unsere deutschen Ratgeber schreiben.

Übersetzung, Lokalisierung, SEO-Übersetzung

Drei Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet, meinen aber Verschiedenes:

  • Übersetzung: Der Inhalt des Ausgangstexts soll in der Zielsprache richtig und verständlich ankommen.
  • Lokalisierung: Dazu kommt die Anpassung an den Markt: Währung, Zahlen- und Datumsformat, Maßeinheiten, Beispiele, rechtliche Besonderheiten und Bilder mit Text.
  • Transkreation: Ein Text, meist Werbung oder ein Slogan, wird in der Zielsprache neu geschrieben, damit er dort dieselbe Wirkung hat. Vom Wortlaut bleibt dabei oft wenig übrig.

Eine SEO-Übersetzung ist eine Lokalisierung mit einem zusätzlichen Ziel: Die Seite soll in der Suche des Zielmarkts gefunden werden. Dafür kommen drei Aufgaben hinzu, die ein klassischer Übersetzungsauftrag nicht enthält:

  1. eine eigene Keyword-Recherche in der Zielsprache, bevor übersetzt wird;
  2. die Anpassung der Seite an die Suchintention im Zielmarkt, wenn nötig mit einer anderen Gliederung;
  3. die Lokalisierung der Elemente, die in den Suchergebnissen erscheinen oder von Suchmaschinen ausgewertet werden: Title, Meta-Description, Überschriften, URL, Alt-Texte, interne Links und strukturierte Daten.

Wer nur den Fließtext übersetzt, bekommt eine korrekte Seite für ein Keyword, das im Zielmarkt womöglich kaum jemand eingibt.

Unser Test: zehn Keywords, maschinell übersetzt

Wir schreiben Ratgeber auf Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Dafür haben wir im Oktober 2026 mit Semrush eine Themenplanung aufgebaut, getrennt nach Markt und mit einem eigenen Haupt-Keyword für jedes Thema in jeder Sprache. Für diesen Artikel haben wir die englischen Haupt-Keywords von zehn Themen, die es auch in unserer deutschen Planung gibt, als Liste in Google Übersetzer und DeepL eingefügt, eine Zeile pro Keyword. Das Ergebnis steht in der Tabelle neben dem deutschen Haupt-Keyword desselben Themas.

Tabelle mit zehn englischen Keywords, ihren Übersetzungen durch Google Übersetzer und DeepL und dem deutschen Haupt-Keyword desselben Themas mit Suchvolumen
Zehn englische Haupt-Keywords aus unserer Themenplanung, übersetzt am 14. Oktober 2026 mit Google Übersetzer und DeepL. Suchvolumen laut Semrush.

Keine der zwanzig Übersetzungen war genau die deutsche Suchanfrage. Am nächsten kamen die Maschinen dort, wo es um einen Fachbegriff geht: „Was ist eine SRT-Datei?“ wird in Deutschland tatsächlich gesucht, laut Semrush rund 110-mal im Monat, gesucht wird aber vor allem „srt datei“ mit 590 Suchen. Und „Wie man die ChatGPT-Stimme ändert“ entspricht der Nebenvariante „chatgpt stimme ändern“; unser Haupt-Keyword ist „chatgpt sprachausgabe“, ein Wort, das in keiner der beiden Übersetzungen vorkam. Drei Muster ziehen sich durch die Tabelle:

  • Die Form passt nicht. Englische Haupt-Keywords beginnen oft mit „how to“ oder „what is“. Die Übersetzungen werden dann zu ganzen Fragesätzen wie „Wie schreibt man ein Sitzungsprotokoll?“. Die deutschen Haupt-Keywords in unserer Planung sind dagegen meist kurze Wortgruppen ohne Fragewort: „srt datei“, „teams aufzeichnen“, „interview transkribieren“.
  • Das Wort passt nicht. Beide Dienste machten aus „meeting minutes“ ein „Sitzungsprotokoll“. In unserer Planung ist das Haupt-Keyword „besprechungsprotokoll vorlage“. Aus „transcribe audio recording to text“ wurde eine „Audioaufnahme“, gesucht wird kurz „audio transkribieren“.
  • Der Zusatz fehlt. Deutsche Suchanfragen tragen oft einen Zusatz, der im englischen Keyword nicht steht: „vorlage“ beim Protokoll, „deutsch“ beim n8n-Tutorial. Den kann keine Übersetzung liefern, weil er im Ausgangstext fehlt.

Einmal lag eine Übersetzung inhaltlich daneben: DeepL machte aus „auto dubbing“ die „automatische Untertitelung“. Synchronisation und Untertitel sind aber zwei verschiedene Funktionen. Eine Seite, die auf dieses Keyword optimiert ist, zieht Leser mit dem falschen Problem an. Stabil sind die Ergebnisse übrigens auch nicht: Als wir die Liste am selben Tag ein zweites Mal einfügten, formulierte DeepL zwei Zeilen anders, etwa „Wie zeichnet man ein Teams-Meeting auf?“ statt „Wie nimmt man ein Teams-Meeting auf?“.

Kurze Begriffe trifft die Maschine meist

Zur Gegenprobe haben wir sechs kurze Begriffe einzeln übersetzen lassen. Hier lagen beide Dienste fast immer richtig: „read text aloud“ wurde zu „Text vorlesen“, „youtube captions“ zu „YouTube-Untertitel“, „seo translation“ zu „SEO-Übersetzung“ und „turn off youtube captions“ zu „YouTube-Untertitel deaktivieren“ bei Google und „YouTube-Untertitel ausschalten“ bei DeepL. Nur „meeting minutes“ bekam wieder zwei verschiedene Wörter: bei Google das schlichte „Protokoll“, bei DeepL das „Sitzungsprotokoll“.

Die Schwäche maschineller Übersetzung liegt also selten im Wortschatz. Sie liegt in der Suchanfrage als Ganzes: in ihrer Form, im Zusatz und in der Absicht dahinter. Riskanter ist eine wörtliche Übersetzung von Hand, Wort für Wort aus dem Wörterbuch. Wir haben in Google Trends verglichen, wie oft in Deutschland nach der gängigen und nach der übersetzten Formulierung gesucht wurde:

Google-Trends-Vergleich für Deutschland über zwölf Monate: text vorlesen lassen gegen text laut vorlesen, youtube untertitel gegen youtube bildunterschriften, besprechungsprotokoll gegen sitzungsprotokoll und youtube synchronisation ausschalten gegen youtube synchronisierung deaktivieren, jeweils mit Durchschnitt und Zahl der Wochen mit Daten
Vier Vergleiche in Google Trends, Deutschland, 14. Oktober 2025 bis 14. Oktober 2026.

„text laut vorlesen“ und „youtube bildunterschriften“, die Wörterbuch-Übersetzungen von „read text aloud“ und „youtube captions“, hatten in zwölf Monaten in keiner einzigen Woche Daten; die gängigen Formulierungen in jeder Woche. Laut Google erscheinen Begriffe mit niedrigem Suchvolumen in Trends als null. Wer „captions“ mit „Bildunterschriften“ übersetzt, schreibt also für niemanden.

Beim Protokoll ist das Ergebnis weniger eindeutig: „Sitzungsprotokoll“, das Wort der Maschinen, liegt im Durchschnitt sogar leicht vor „Besprechungsprotokoll“. Beide Wörter sind gängig, meinen aber nicht ganz dasselbe. Laut Duden ist eine Sitzung die Zusammenkunft „einer Vereinigung, eines Gremiums o. Ä.“, bei der beraten und beschlossen wird; eine Besprechung ist ein „ausführliches Gespräch über eine bestimmte Sache“. Unser Ratgeber richtet sich an kleine Teams und ihre wöchentlichen Runden, deshalb steht dort das Besprechungsprotokoll.

Ähnlich bei YouTube: Die deutsche YouTube-Hilfe nennt die Funktion „Automatische Synchronisierung“, Google Übersetzer wählte dasselbe Wort. Gesucht wird laut Semrush vor allem „youtube synchronisation ausschalten“ mit rund 880 Suchen im Monat. In unserem Ratgeber dazu steht deshalb im Titel das Wort der Suchenden und im Text, wo wir die Hilfe zitieren, das Wort von YouTube.

Für Feinheiten wie diese taugt Trends nur begrenzt. Beide Protokoll-Begriffe hatten nur in zehn beziehungsweise zwölf von 53 Wochen überhaupt Daten, die beiden YouTube-Varianten in vier und neun Wochen. Google weist selbst darauf hin, dass Trends-Daten bei Anfragen mit geringem Suchinteresse statistisches Rauschen zeigen können. Für seltene Suchanfragen nimmst du besser das Suchvolumen aus einem Keyword-Tool und schaust dir die Suchergebnisse an.

Ein Thema, vier Märkte

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man dasselbe Thema in mehreren Märkten nebeneinanderstellt. Die Tabelle zeigt die Haupt-Keywords aus unserer Planung für sieben Themen:

Tabelle mit sieben Themen und dem Haupt-Keyword je Markt für die USA, Deutschland, Frankreich und Spanien, jeweils mit monatlichem Suchvolumen
Ein Thema, vier Märkte: die Haupt-Keywords aus unserer Themenplanung mit Suchvolumen laut Semrush, 12. und 13. Oktober 2026.
  • n8n lernen: In den USA sucht man ein „tutorial for beginners“, in Frankreich eine „formation“, also eine Schulung, in Spanien einen „curso“, einen Kurs. In Deutschland lautet das Haupt-Keyword „n8n tutorial deutsch“: das englische Lehnwort plus die Sprache als Zusatz. Wer „deutsch“ dazuschreibt, will ausdrücklich keine englischen Videos.
  • Protokoll: Franzosen suchen den „compte rendu de réunion“, wörtlich den Bericht über eine Besprechung, Spanier das „acta de reunion“. In Deutschland kommt die „vorlage“ dazu.
  • Audio in Text: In Frankreich hängt am Haupt-Keyword ein „gratuit“, also „kostenlos“; in Spanien geht es um das Dateiformat („mp3 a texto“), in Deutschland um das Verb: „audio transkribieren“.
  • hreflang: Bei einem Fachbegriff ist es umgekehrt. „hreflang“ ist in allen vier Märkten das Haupt-Keyword, und wer es übersetzt, verliert die Suchenden.

Die Volumen zeigen außerdem, dass du das Potenzial eines Themas in jedem Markt neu schätzen musst. Für „how to write meeting minutes“ nennt Semrush in den USA 90.500 Suchen im Monat, für „besprechungsprotokoll vorlage“ in Deutschland 590. Ein Thema, das in einem Markt groß ist, kann im nächsten eine Nische sein, und umgekehrt: „audio transkribieren“ hat in Deutschland mehr Suchvolumen als das englische Haupt-Keyword desselben Themas in den USA. Zwischen Märkten unterschiedlicher Größe sind solche Vergleiche nur grob; sie reichen aber, um zu sehen, dass sich eine Übersetzung nicht in jedem Markt gleich lohnt.

So recherchieren wir Keywords je Sprache

Unser Ablauf für jede neue Sprachfassung, in dieser Reihenfolge:

  1. Mit dem Thema anfangen, nicht mit dem Keyword. Notiere in der Zielsprache, welches Problem die Seite löst, ohne den englischen Begriff im Kopf.
  2. Startbegriffe sammeln. Frag Muttersprachler, wie sie das Problem beschreiben würden, nutze die Autovervollständigung der Suchmaschine in der Zielsprache und sieh dir an, welche Begriffe Websites im Zielmarkt verwenden.
  3. Die Datenbank des Zielmarkts wählen. In Semrush wählst du die Datenbank für Deutschland, im Google Keyword-Planer stellst du Standort und Sprache ein. Zahlen aus der US-Datenbank sagen nichts über Deutschland, und eine deutsche Zahl sagt nichts über Österreich oder die Schweiz.
  4. Varianten prüfen. Synonyme wie „Sitzungsprotokoll“ und „Besprechungsprotokoll“, Anglizismen wie „Meeting“ statt „Besprechung“, Schreibweisen mit und ohne Bindestrich, in der Schweiz ss statt ß.
  5. Die Suchergebnisse ansehen. Erst sie zeigen die Absicht: Stehen oben Vorlagen, Anleitungen, Tools oder Videos?
  6. Die Entscheidung festhalten. Bei uns hat jeder Artikel in jeder Sprache ein eigenes Haupt-Keyword im Entwurf. Nebenkeywords, Title und URL folgen daraus.

Welche Tools es dafür gibt und was sie kostenlos können, steht in unserem Ratgeber Keywords finden.

Suchintention: dieselbe Frage, eine andere Erwartung

Das englische Haupt-Keyword „how to write meeting minutes“ fragt nach einer Anleitung. Das deutsche „besprechungsprotokoll vorlage“ fragt nach einer Vorlage. Deshalb beginnen unsere beiden Ratgeber zum Thema verschieden: Der englische erklärt zuerst den Unterschied zwischen Protokoll, Notizen und Transkript, die Vorlage folgt erst im vierten Abschnitt. Der deutsche Ratgeber zum Besprechungsprotokoll beginnt mit der Vorlage und einem ausgefüllten Beispiel.

Auch der Rest unterscheidet sich. Die deutsche Fassung hat Abschnitte, die es auf Englisch nicht gibt: Zeitform und indirekte Rede laut Duden, wann ein Protokoll Pflicht ist und was vor einer KI-Aufnahme mit Datenschutz und Betriebsrat zu klären ist. Die englische erklärt dafür förmliche Protokolle nach Robert's Rules of Order, einem Regelwerk für Versammlungen aus den USA, das für deutsche Leser kaum eine Rolle spielt.

Vergleich der englischen und deutschen Fassung unseres Protokoll-Ratgebers: URL, Title, Haupt-Keyword, Bilder im Text und Zahl der Quellen mit je einem Beispiel
Ein Ratgeber, zwei Sprachfassungen: Fast nichts ist bloß übersetzt. Stand 14. Oktober 2026.

Eine SEO-Übersetzung darf also die Gliederung ändern, Abschnitte streichen und neue schreiben. Maßstab ist die Frage, mit der jemand im Zielmarkt sucht, nicht der Ausgangstext.

Diese Elemente lokalisierst du

Neben dem Fließtext gehören zu jeder Sprachfassung eigene Fassungen dieser Elemente:

  • Title: der Titel im Browser-Tab, den Google meist als Titellink in den Suchergebnissen zeigt. Bei uns beginnt er mit dem Haupt-Keyword der jeweiligen Sprache. Prüfe die Länge in jeder Sprache neu, statt sie aus dem Original abzuleiten; wie wir das messen, zeigt unser Ratgeber zum SEO-Title.
  • Meta-Description: Schreib sie für die Suchanfrage im Zielmarkt neu. Eine übersetzte Description beschreibt die Originalseite; hat die Sprachfassung eine andere Gliederung, passt sie nicht mehr.
  • H1 und Zwischenüberschriften: Sie tragen die Gliederung und damit die Suchintention, siehe oben.
  • URL: Google nennt lokalisierte Wörter in der URL ausdrücklich als Möglichkeit und rät dabei zur UTF-8-Codierung. Wir schreiben Umlaute in Slugs als ae, oe und ue, etwa „uebersetzen“; Umlaute in UTF-8 wären ebenso möglich. Die URL dieses Artikels enthält das deutsche Haupt-Keyword, nicht das englische.
  • Bilder: Dateiname, Alt-Text und vor allem der Text im Bild. Unsere deutschen Ratgeber bekommen eigene Bilder mit deutscher Beschriftung und Screenshots aus der deutschen Oberfläche statt englischer Screenshots.
  • Interne Links: Links führen zur deutschen Fassung der Zielseite, mit deutschem Ankertext. Gibt es die Zielseite auf Deutsch noch nicht, setzen wir keinen Link auf die englische, sondern lassen den Text ohne Link.
  • Zahlen, Datum, Währung, Anführungszeichen: 1.234,56 € statt $1,234.56, „14. Oktober 2026“ statt „October 14, 2026“, „deutsche“ statt “englische” Anführungszeichen. Auch innerhalb des deutschen Sprachraums unterscheiden sich die Formate: Die Formatierungsfunktion Intl in Node.js (ICU 76.1) schreibt denselben Betrag für Deutschland 1.234,56 €, für Österreich € 1.234,56 und für die Schweiz CHF 1’234.56. Unsere Website formatiert Zahlen und Preise je Sprache automatisch; Preise übernehmen wir von der Preisseite des Anbieters im jeweiligen Markt, ohne Währungen umzurechnen.
  • Strukturierte Daten: In unserem JSON-LD trägt jede Sprachfassung ihr eigenes Feld inLanguage, auf deutschen Seiten mit dem Wert „de“. Auch Überschrift und Beschreibung im Markup kommen aus der jeweiligen Sprachfassung.
  • Quellen: Für den deutschen Protokoll-Ratgeber haben wir deutsche Quellen gesucht, etwa den Duden statt Robert's Rules of Order. Eine Quelle in der Sprache der Leser ist für sie nachprüfbar.

Deutsche Texte brauchen mehr Platz

Wer übersetzt, muss mit anderen Längen rechnen. Wir haben die Oberflächentexte unserer Website gemessen, also Menüpunkte, Schaltflächen und Hinweise, die es auf Englisch und Deutsch gibt: 148 Texte, auf Englisch zusammen 3.410 Zeichen, auf Deutsch 3.911. Das sind 14,7 Prozent mehr. 100 deutsche Texte sind länger als ihr englisches Gegenstück, 26 kürzer, 22 gleich lang.

Am stärksten wachsen kurze Wörter. Bei Texten mit höchstens zehn Zeichen ist die deutsche Fassung im Schnitt 1,37-mal so lang: „Worst“ wird zu „Schlechtester Wert“, „Home“ zu „Startseite“. Manches schrumpft dagegen: „Advertisement“ heißt „Anzeige“, „Frequently asked questions“ wird zu „Häufige Fragen“.

Für SEO zählt das vor allem dort, wo Platz knapp ist: im Title, der in den Suchergebnissen gekürzt werden kann, in der Meta-Description und in Schaltflächen. Ein übersetzter Title, der auf Englisch gerade noch passte, ist auf Deutsch oft zu lang. Plane ihn deshalb in der Zielsprache neu, statt ihn zu kürzen, bis er passt.

In Anleitungen zu Software liegt der teuerste Übersetzungsfehler selten in der Grammatik. Es sind die Namen von Menüs und Schaltflächen. Wir haben drei Sätze aus unseren englischen Ratgebern übersetzen lassen und neben die deutschen Sätze gestellt, die auf unserer Website stehen:

Drei Sätze aus unseren englischen Ratgebern mit den Übersetzungen von Google Übersetzer und DeepL und unserer deutschen Fassung; markiert sind Menübezeichnungen, die in der deutschen YouTube-Oberfläche anders lauten, die Anrede Sie und das Wort Sitzungsprotokoll
Drei Sätze, zwei Maschinenübersetzungen und unsere Fassung. Orange: weicht von der deutschen Oberfläche oder unserem Keyword ab. Grün: echte Menüpunkte. 14. Oktober 2026.

In der deutschen YouTube-Oberfläche heißt der Menüpunkt „Untertitel“, nicht „Untertitel/CC“ wie im englischen „Subtitles/CC“. Er führt zu „Automatisch übersetzen“, nicht zu einer „Automatischen Übersetzung“. Die Tonspur wählst du unter „Audiotrack“, und die Originalsprache trägt dort den Zusatz „(Original)“; von einer „Originaltonspur“ steht im Menü nichts. Keine der beiden Übersetzungen traf alle Bezeichnungen: DeepL lag bei „Bevorzugte Sprachen“ richtig, Google bei „Automatisch übersetzen“.

Die Regel ist einfach: Öffne die Oberfläche in der Zielsprache und übernimm die Bezeichnungen von dort. Für unsere Ratgeber zu YouTube haben wir die Menüs in der deutschen Oberfläche aufgerufen und abfotografiert, etwa für YouTube-Videos übersetzen und die automatische Synchronisation. Die Hilfeseiten des Anbieters in der Zielsprache helfen zusätzlich, weil sie meist dieselben Begriffe verwenden. Leser suchen oft mit dem Wort, das sie auf dem Bildschirm sehen; eine falsche Bezeichnung macht die Anleitung nicht nur schwerer zu befolgen, sondern auch schwerer zu finden.

Dasselbe gilt für Markennamen. DeepL schrieb „N8n-Tutorial“ und im zweiten Durchgang „N8N-Tutorial“. Der Name des Tools ist „n8n“, klein geschrieben, auch am Satzanfang.

Du oder Sie: die Anrede festlegen

In unserem Test siezten beide Dienste in jedem Satz mit direkter Anrede. Unsere Website duzt ihre Leser. Beides ist möglich; wichtig ist, dass eine Website bei einer Form bleibt und dass jede Übersetzung sie einhält. Wechselt die Anrede von Seite zu Seite, wirkt die Website wie zusammengestückelt.

Leg die Anrede deshalb vor der ersten Übersetzung fest, zusammen mit anderen Stilregeln:

  • Schreibweise von Fachbegriffen und Komposita, etwa „E-Mail“, „KI-Tool“, „Untertiteldatei“;
  • Anführungszeichen („ “) und Zahlenformat;
  • Umgang mit Anglizismen: „Meeting“ oder „Besprechung“, „Tool“ oder „Werkzeug“;
  • Gendern ja oder nein, und wenn ja, in welcher Form.

Diese Regeln gehören in dasselbe Dokument wie das Glossar. Eine spätere Umstellung bedeutet, jeden bereits veröffentlichten Text noch einmal anzufassen.

Was Google zu maschineller Übersetzung sagt

Google verbietet maschinelle Übersetzung nicht. Kritisch wird es, wenn sie Masse statt Mehrwert erzeugt. In den Spamrichtlinien führt Google unter „Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten“ das Scraping von Inhalten auf, um viele Seiten zu erzeugen, „auch durch automatisierte Transformationen wie Synonymisierung, Übersetzung oder andere Verschleierungstechniken“, wenn Nutzern dabei wenig Mehrwert geboten wird. Gemeint sind Seiten, die fremde Inhalte einfach in eine andere Sprache übertragen, um damit Suchtreffer abzugreifen.

Das war nicht immer so großzügig formuliert. Bis März 2024 nannte Google unter „Spam durch automatisch generierte Inhalte“ ausdrücklich Texte, die von einem automatisierten Tool übersetzt und vor der Veröffentlichung nicht manuell überprüft oder zusammengestellt wurden. Am 5. März 2024 führte Google stattdessen die Richtlinie zum Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten ein, die nicht danach fragt, wie ein Inhalt entstanden ist, sondern ob er Nutzern einen Mehrwert bietet. Im Juni 2025 strich Google aus seiner Dokumentation für mehrsprachige Websites auch den Abschnitt, wie man alle automatisch übersetzten Seiten per robots.txt blockiert; laut dem Änderungsprotokoll ist das nur eine Änderung der Dokumentation, das Verhalten der Suche bleibt gleich. Ältere Ratgeber, die maschinelle Übersetzung pauschal als Spam bezeichnen, beziehen sich also auf eine Regel, die es so nicht mehr gibt.

Für Inhalte, die mit generativer KI entstehen, verlangt Google ausdrücklich eine Prüfung: Es sei wichtig, alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen. Das gelte auch für Metadaten wie das title-Element, die Meta-Beschreibung, strukturierte Daten und Alt-Texte. Für maschinelle Übersetzungen halten wir es genauso: Kein Satz geht ungeprüft online.

Doppelter Content ist eine Übersetzung nicht. Lokalisierte Versionen einer Seite gelten laut Google „nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt der Seite nicht übersetzt wurde“. Ein übersetztes Menü über einem englischen Text reicht also nicht. Google erkennt die Sprache einer Seite außerdem am sichtbaren Inhalt, nicht am lang-Attribut im Code und nicht an der URL, und rät, auf einer Seite für Inhalt und Navigation nur eine Sprache zu verwenden.

Unser Ablauf: Glossar, Text, Prüfung

So entsteht bei uns eine deutsche Sprachfassung:

  1. Keyword-Liste: Haupt- und Nebenkeywords aus der deutschen Recherche, daraus Title und URL.
  2. Glossar: Fachbegriffe, Markennamen, Menübezeichnungen aus der deutschen Oberfläche, Anrede und Schreibweisen. In der Übersetzungsbranche heißt so eine Liste Terminologiedatenbank; ein Übersetzungsspeicher, das sogenannte Translation Memory, merkt sich zusätzlich bereits übersetzte Sätze, damit derselbe Satz überall gleich übersetzt wird.
  3. Text in der Zielsprache: Unsere deutschen Ratgeber entstehen auf Deutsch, aus eigener Recherche mit deutschen Quellen, deutschen Screenshots und deutschen Keywords. Die englische Fassung liefert Ideen für die Gliederung, aber keine Sätze zum Übersetzen.
  4. Muttersprachliche Prüfung: Jeder deutsche Text geht an unseren Sprachprüfer Lukas Becker, der Sprache, Begriffe und Anrede prüft; sein Name steht auf der Seite.
  5. SEO-Prüfung: Länge von Title und Meta-Description, URL, Alt-Texte, interne Links, Zahlen und Daten.
  6. Technik: hreflang, Sitemap und Canonical erzeugt unsere Website automatisch, sobald eine Sprachfassung freigegeben ist.

Wenn du eine Agentur beauftragst, hilft ein Blick auf die Normen. ISO 17100 legt Anforderungen an Übersetzungsdienstleistungen fest; die Verwendung maschineller Rohübersetzungen mit anschließendem Post-Editing schließt sie ausdrücklich aus. Dafür gibt es ISO 18587, die Anforderungen an das vollständige Post-Editing maschineller Übersetzungen durch Menschen beschreibt. Beide Normen werden laut ISO derzeit überarbeitet. Frag also nach, ob ein Angebot eine Übersetzung oder die Nachbearbeitung einer maschinellen Übersetzung meint, und ob die Keyword-Recherche im Zielmarkt dazugehört. Keine der beiden Normen regelt Keywords.

Was du nicht übersetzt

Manches gehört in keiner Sprachfassung in eine Übersetzung:

  • Marken- und Produktnamen: n8n, YouTube, Semrush und DeepL bleiben, wie sie sind, mit derselben Schreibweise.
  • Menübezeichnungen: Sie kommen aus der Oberfläche in der Zielsprache, nicht aus dem Übersetzungstool.
  • Rechtstexte: Impressum, Datenschutzerklärung und Geschäftsbedingungen richten sich nach dem Recht des Landes. Übersetze sie nicht einfach aus dem Englischen, sondern lass sie für den Markt erstellen.
  • Zitate: Zitiere deutsche Quellen im Original, statt englische Zitate zu übersetzen. Wo es keine deutsche Quelle gibt, kennzeichne die Übersetzung.
  • Preise: Übernimm den Preis, den der Anbieter im Zielmarkt nennt, mit Hinweis auf die Mehrwertsteuer, statt umzurechnen.
  • Daten aus Tests: Messwerte, Suchvolumen und Ergebnisse gehören zu ihrem Markt. Ein Suchvolumen aus der US-Datenbank hat in einem deutschen Text nichts verloren, es sei denn, du vergleichst ausdrücklich die Märkte.

Die Technik in Kürze

Eine SEO-Übersetzung braucht eine Seite, die Google findet und der richtigen Sprache zuordnet. Google empfiehlt, für jede Sprachversion eine eigene URL zu verwenden, statt die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen anzupassen, und die Sprachversionen mit hreflang zu verbinden. Automatische Weiterleitungen nach der vermuteten Sprache solltest du laut Google vermeiden; besser sind Links, mit denen Nutzer die Sprache selbst wechseln.

Unsere Website hat deshalb Englisch im Stammverzeichnis und Deutsch unter /de/, ohne automatische Weiterleitung. Gibt es einen Artikel noch nicht auf Deutsch, existiert die deutsche Adresse nicht; wir zeigen dort keinen englischen Text unter deutscher Navigation. Wie das im Detail aussieht, steht in unseren Ratgebern zu internationalem SEO und zu hreflang, x-default und Canonical.

Den Erfolg je Sprache messen

Ob eine SEO-Übersetzung funktioniert, zeigt die Google Search Console. Im Leistungsbericht gruppierst du Klicks und Impressionen über die Tabs „Abfragen“, „Seiten“ und „Länder“. Für eine Sprachfassung filterst du auf Seiten, deren URL /de/ enthält, und vergleichst die Abfragen mit dem geplanten Keyword: Erscheint die Seite bei „besprechungsprotokoll vorlage“ oder bei Begriffen, an die du nicht gedacht hast? Tauchen dort Formulierungen auf, die in deinem Text fehlen, ist das die beste Vorlage für eine Überarbeitung. Wer die Daten einer Sprachfassung dauerhaft getrennt sehen will, legt laut Search-Console-Hilfe eine eigene URL-Präfix-Property für den Ordner an, etwa für https://example.com/de/.

Rankings in einem bestimmten Markt verfolgst du in einem Keyword-Tool mit der Datenbank dieses Markts. Vergleiche dabei Sprachfassungen nicht über absolute Zahlen, sondern jede mit ihrem eigenen Plan. Unsere Website ist seit dem 13. Oktober 2026 online; für die deutschen Seiten gibt es noch keine Suchdaten.

Checkliste für deine SEO-Übersetzung

  1. Haupt-Keyword in der Zielsprache recherchiert, nicht übersetzt, mit der Datenbank des Zielmarkts.
  2. Suchergebnisse im Zielmarkt angesehen und die Gliederung an die Absicht angepasst.
  3. Title und Meta-Description in der Zielsprache neu geschrieben und die Länge geprüft.
  4. URL mit dem Keyword der Zielsprache.
  5. Menüs und Schaltflächen aus der Oberfläche in der Zielsprache übernommen.
  6. Anrede, Anführungszeichen sowie Zahlen-, Datums- und Währungsformat geprüft.
  7. Bilder mit Text neu erstellt, Alt-Texte und Dateinamen in der Zielsprache.
  8. Interne Links auf die Seiten in der Zielsprache, mit übersetztem Ankertext.
  9. Quellen aus dem Zielmarkt, wo es sie gibt.
  10. Von einem Muttersprachler gelesen.
  11. Eigene URL, hreflang und Sitemap geprüft, keine automatische Weiterleitung.
  12. Nach dem Start: Abfragen in der Search Console mit dem geplanten Keyword verglichen.