SEO ist die Abkürzung für „Search Engine Optimization“, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Gemeint sind alle Maßnahmen, mit denen eine Website in den unbezahlten Ergebnissen von Suchmaschinen wie Google und Bing möglichst gut gefunden wird: technisch sauber, mit Inhalten, die Fragen wirklich beantworten, und mit Verweisen anderer Websites. Bezahlte Anzeigen gehören nicht dazu; das ist SEA. Wir erklären die Grundlagen an einem Beispiel, das wir aus nächster Nähe kennen: unserer eigenen Website, die am 13. Oktober 2026 für Suchmaschinen geöffnet wurde. Dazu kommt, was Google selbst über SEO schreibt, welche verbreiteten Annahmen Google ausdrücklich verneint und wann du SEO selbst machen kannst.
Was die Abkürzung SEO bedeutet
Der Duden führt SEO als Abkürzung mit der Bedeutung „Suchmaschinenoptimierung“. Die Suchmaschinenoptimierung selbst definiert er als „Gesamtheit von Maßnahmen, die dazu dienen, dass eine Webseite in den Trefferlisten von Internetsuchmaschinen möglichst weit oben erscheint“.
Für die Aussprache nennt der Duden drei Varianten: die Buchstaben einzeln auf Deutsch („S-E-O“), als ein Wort („Seo“) und die Buchstaben auf Englisch.
SEO bezeichnet dabei zweierlei. Erstens die Tätigkeit: „Wir machen SEO für unseren Blog.“ Zweitens die Person, die sie ausübt. Google verwendet in seiner Hilfe beides; dort heißt es etwa „Benötigst du einen Suchmaschinenoptimierer (SEO)?“.
Warum SEO wichtig ist
In Deutschland führt an Google kaum ein Weg vorbei. StatCounter wertet Seitenaufrufe auf mehr als einer Million Websites aus, die seinen Code eingebunden haben. Danach kamen im September 2026 in Deutschland 87,84 Prozent der Besuche, die über eine Suchmaschine auf diese Websites gelangten, von Google und 6,49 Prozent von Bing. Auf dem Desktop lag Bing bei 19,42 Prozent, in Österreich insgesamt bei 10,93 Prozent und in der Schweiz bei 12,11 Prozent. Wer in diesen Ergebnissen nicht auftaucht, ist für einen großen Teil der Suchenden unsichtbar.
Zwei Dinge machen SEO besonders:
- Die Ergebnisse sind kostenlos. Google schreibt, dass es niemals Geld für die Aufnahme oder das Ranking in den Suchergebnissen nimmt und dass eine Anzeigenschaltung bei Google den Rang einer Website in den Suchergebnissen nicht beeinflusst.
- Die Arbeit wirkt länger. Eine Anzeige verschwindet, wenn das Budget aufgebraucht ist. Eine gute Seite kann über Monate und Jahre Besucher bringen, solange sie aktuell bleibt.
Der Haken: Es gibt keine Garantie. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht garantiert, eine Seite zu crawlen, zu indexieren oder in den Ergebnissen anzuzeigen, auch wenn sie allen Grundregeln entspricht.
SEO, SEA und SEM
Drei Abkürzungen werden oft verwechselt:
- SEO (Suchmaschinenoptimierung): Arbeit an der eigenen Website, damit sie in den unbezahlten, „organischen“ Ergebnissen erscheint.
- SEA (Search Engine Advertising, Suchmaschinenwerbung): bezahlte Anzeigen in den Suchergebnissen, bei Google über Google Ads. Die Anzeigen sind als solche gekennzeichnet.
- SEM (Search Engine Marketing, Suchmaschinenmarketing): der Oberbegriff für beides. Im Alltag wird SEM allerdings oft auch nur für bezahlte Suchanzeigen verwendet; frag im Zweifel nach, was gemeint ist.
SEO und SEA schließen sich nicht aus. Anzeigen bringen sofort Besucher, SEO baut langfristig Sichtbarkeit auf. Wichtig ist nur die Grenze: Mit Geld für Anzeigen kaufst du dir keine besseren organischen Rankings.
So funktioniert eine Suchmaschine
Google beschreibt die Google Suche in drei Phasen, die nicht jede Seite vollständig durchläuft:
- Crawling: Programme, die Crawler, laden Texte, Bilder und Videos von Seiten herunter, die Google im Web gefunden hat. Der Crawler von Google heißt Googlebot. Neue Seiten findet er über Links und Sitemaps.
- Indexierung: Google analysiert die Inhalte, etwa Text, title-Elemente, Alt-Texte und Bilder, und speichert die Informationen im Google-Index. Dabei prüft Google auch, ob eine Seite ein Duplikat einer anderen ist.
- Bereitstellung: Bei einer Suchanfrage sucht Google im Index passende Seiten und zeigt die relevantesten an. Laut Google hängt die Relevanz von Hunderten von Faktoren ab, darunter Standort, Sprache und Gerät der suchenden Person.
Bezahlen lässt sich keine der drei Phasen. Google schreibt, dass es keine Zahlungen akzeptiert, um eine Website häufiger zu crawlen oder im Ranking höher einzustufen.
Unser Beispiel: die ersten Tage einer neuen Website
Wie die drei Phasen in der Praxis aussehen, konnten wir an unserer eigenen Website verfolgen:

Bis zum Start sollte keine Seite in den Index. Wir haben deshalb jede Antwort unseres Servers mit der Anweisung „noindex“ versehen und in der robots.txt keine Sitemap genannt. Wichtig dabei: Das Crawlen blieb erlaubt. Google kann eine noindex-Anweisung nur befolgen, wenn es die Seite abrufen darf; eine Sperre per robots.txt hätte die Anweisung versteckt. Wie man eine Testumgebung sicher sperrt, steht in unserer Relaunch-Checkliste.
Wie stark so ein Schalter wirkt, zeigte Lighthouse, das Prüfwerkzeug in den Entwicklertools von Chrome: Mit noindex bekam unsere Startseite am Abend des 13. Oktober einen SEO-Wert von 69 von 100, einziger Fehler war die Sperre. Nachdem wir den Schalter umgelegt und die Website neu gebaut hatten, zeigte Lighthouse 100. Um 19:40 Uhr haben wir den Sitemap-Index in der Search Console eingereicht, knapp zwei Minuten später rief der Googlebot für Smartphones die Startseite ab.
Am Nachmittag danach haben wir alle 86 Adressen aus unseren Sitemaps mit der URL-Prüfung der Search Console abgefragt:

27 Seiten waren indexiert, 19 hatte Google gefunden, aber noch nicht aufgenommen, und 40 kannte Google noch gar nicht, darunter alle deutschen Ratgeber, die erst an diesem Vormittag online gegangen waren. Impressionen gab es noch keine. Eine Suche nach site:polytested.com hatte am Mittag „Ungefähr 8 Ergebnisse“ gezeigt. Das ist eine Lehre für sich: Der Suchbefehl site: zeigt laut Google nicht unbedingt alle indexierten Adressen. Verlässlich sind nur die Berichte der Search Console.
Schon die ersten Treffer zeigten außerdem, dass Google nicht alles übernimmt, was man ihm anbietet: Bei mehreren Seiten ersetzte Google das Trennzeichen in unseren Titeln, bei langen Titeln ließ es den Namen unserer Website weg. Das Trennzeichen haben wir daraufhin umgestellt. Was genau passiert ist und was wir daraus gelernt haben, steht in unserem Ratgeber zum SEO-Title.
Die drei Säulen der Suchmaschinenoptimierung
SEO lässt sich in drei Bereiche gliedern, die ineinandergreifen:
- Technik: Kann die Suchmaschine deine Seiten finden, abrufen, verstehen und indexieren?
- Inhalt: Beantwortet die Seite die Frage, mit der jemand sucht, besser als andere?
- Signale von außen: Verweisen andere Websites auf deine? Links nutzt Google laut eigener Aussage, um relevante Seiten zu erkennen und neue Seiten zu finden.
Dazu kommen Spezialgebiete: lokales SEO für Unternehmen mit Standort, internationales SEO für mehrere Länder und Sprachen, Bilder- und Video-SEO und inzwischen die Frage, wie Inhalte in KI-Antworten erscheinen.
Technisches SEO: gefunden und verstanden werden
Technisches SEO sorgt dafür, dass Suchmaschinen deine Inhalte überhaupt sehen. Die wichtigsten Punkte:
- Crawlbarkeit: Der Googlebot muss deine Seiten abrufen können. Serverfehler, Netzwerkprobleme und Sperren in der robots.txt verhindern das; Google nennt genau diese drei als häufige Probleme.
- Sitemap: Eine XML-Sitemap listet die Adressen, die du indexiert haben willst. Laut Google profitieren besonders große Websites davon und neue Websites, auf die noch wenige Links zeigen; eine kleine, gut verlinkte Website mit etwa 500 Seiten oder weniger braucht unter Umständen keine. Wir nutzen einen Sitemap-Index mit einer Sitemap pro Sprache.
- Indexierung steuern: noindex hält eine Seite aus dem Index; robots.txt steuert nur das Crawlen.
- Eine Adresse pro Inhalt: Wenn derselbe Inhalt unter mehreren Adressen erreichbar ist, entscheidet Google, welche es zeigt; mit dem Canonical-Tag gibst du deine bevorzugte an.
- Weiterleitungen: Ändert sich eine Adresse, leitet eine dauerhafte Weiterleitung Besucher und Signale an die neue weiter. Wie das bei einem Relaunch geht, zeigt unsere Relaunch-Checkliste.
- Mehrere Sprachen: hreflang verbindet die Sprachfassungen einer Seite, siehe unseren Ratgeber zu hreflang, x-default und Canonical und zu internationalem SEO. Wie du Inhalte so übersetzt, dass sie auch in der anderen Sprache gefunden werden, steht im Ratgeber zur SEO-Übersetzung.
- JavaScript: Google rendert Seiten ähnlich wie ein aktueller Chrome-Browser und führt dabei JavaScript aus. Prüfe deshalb, ob deine wichtigsten Inhalte auch ohne Klicks und Eingaben auf der Seite stehen.
Seitenerlebnis: schnell, stabil, mobil
Zum technischen Fundament gehört auch, wie sich eine Seite für Besucher anfühlt. Google schreibt, dass seine Ranking-Systeme Inhalte belohnen, die eine gute Nutzerfreundlichkeit bieten, und dass es dafür kein einzelnes Signal gibt. Zur Selbstprüfung stellt Google sechs Fragen: Hat die Seite gute Core-Web-Vitals-Werte? Wird sie sicher, also über HTTPS, ausgeliefert? Wird sie auf Mobilgeräten gut angezeigt? Vermeidet sie übermäßig viele ablenkende Anzeigen? Verzichtet sie auf aufdringliche Interstitials, etwa Einblendungen, die den Inhalt verdecken? Und können Besucher den Hauptinhalt leicht vom Rest der Seite unterscheiden?
Die Core Web Vitals sind drei Messwerte, für die Google Zielwerte nennt:
- Largest Contentful Paint (LCP) misst die Ladeleistung; anstreben solltest du einen Wert innerhalb der ersten 2,5 Sekunden.
- Interaction to Next Paint (INP) misst, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert; Ziel sind weniger als 200 Millisekunden.
- Cumulative Layout Shift (CLS) misst, wie stark Inhalte beim Laden verrutschen; Ziel ist ein Wert unter 0,1.
Laut Google werden die Core Web Vitals von den Ranking-Systemen genutzt. Gute Werte garantieren aber keine Spitzenplätze; ein schneller Text, der die Frage nicht beantwortet, rankt trotzdem nicht. Wichtig ist außerdem die mobile Fassung: Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Website, gecrawlt mit einem Smartphone-Crawler. Was auf dem Handy fehlt, existiert für Google im Zweifel nicht.
Inhalte: die Frage hinter der Suche beantworten
Technik bringt eine Seite in den Index, Inhalte entscheiden über ihre Position. Google empfiehlt hilfreiche, zuverlässige Inhalte, die in erster Linie für Menschen geschrieben sind, nicht für Suchmaschinen. In seiner Anleitung dazu stellt Google Fragen, mit denen du deine Inhalte selbst prüfen kannst, etwa ob ein Leser nach dem Besuch genug weiß, um sein Ziel zu erreichen.
Praktisch heißt das:
- Keywords recherchieren: Finde heraus, mit welchen Wörtern Menschen nach deinem Thema suchen und welche Absicht dahintersteht. Wie das kostenlos geht, steht in unserem Ratgeber Keywords finden, was ein Keyword überhaupt ausmacht, in SEO-Keywords.
- Die Absicht treffen: Wer „besprechungsprotokoll vorlage“ sucht, will eine Vorlage, keinen Aufsatz über Protokolle.
- Eigene Erfahrung zeigen: Messwerte, Screenshots und Beispiele aus eigener Arbeit unterscheiden eine Seite von hundert ähnlichen.
- Aktuell bleiben: Veraltete Anleitungen mit falschen Menünamen verlieren Leser und Vertrauen.
On-Page-SEO: Title, Überschriften und Links
Auf jeder einzelnen Seite gibt es Stellen, die Suchmaschinen und Lesern besonders viel verraten:
- Title: der Titel im Browser-Tab und meist die blaue Überschrift in den Suchergebnissen, bei Google „Titellink“ genannt. Google wünscht sich für jede Seite einen eigenen, klaren und zutreffenden Title. Wir empfehlen außerdem, das Thema vorn zu nennen und nicht zu lang zu werden; Details in unserem Ratgeber zum SEO-Title.
- Meta-Description: ein kurzer Beschreibungstext, den Google manchmal unter dem Titel zeigt. Sie kann beeinflussen, ob jemand klickt.
- Überschriften: Sie gliedern den Text. Eine semantisch saubere Reihenfolge ist laut Google ideal für Screenreader; für die Google Suche spielt die Reihenfolge laut Google keine Rolle.
- Adressen (URLs): kurz und lesbar, mit Wörtern in der Sprache der Leser.
- Bilder: beschreibende Alt-Texte und Dateinamen.
- Interne Links: Verweise zwischen deinen eigenen Seiten, mit aussagekräftigem Linktext. Sie helfen Lesern und Crawlern, Zusammenhänge zu finden.
Wo das Keyword an diesen Stellen hingehört und welche verbreiteten Regeln dazu nicht von Google stammen, zeigt unser Ratgeber Keywords platzieren.
SEO an einem Beispiel: unser Besprechungsprotokoll
Wie die einzelnen Bausteine zusammenspielen, zeigt unser Ratgeber zum Besprechungsprotokoll:
- Keyword: In unserer Recherche mit Semrush war „besprechungsprotokoll vorlage“ das stärkste deutsche Keyword zum Thema, mit 590 Suchen im Monat und einer niedrigen Keyword-Schwierigkeit.
- Suchintention: Wer nach einer Vorlage sucht, will sie sofort sehen. Der Ratgeber beginnt deshalb mit der Vorlage und einem ausgefüllten Beispiel; Erklärungen folgen danach.
- Title und Adresse: Der Title beginnt mit dem Hauptbegriff: „Besprechungsprotokoll: Vorlage, Beispiel und KI-Protokoll“. Die Adresse /de/blog/besprechungsprotokoll-vorlage-beispiel nennt dieselben Wörter. Als wir sie nach dem Start verlängert haben, leitet die alte Adresse dauerhaft auf die neue weiter.
- Eigene Inhalte: Vorlage und Beispiel sind eigene Grafiken mit deutscher Beschriftung; Regeln zur Zeitform stammen aus dem Duden, nicht aus einer Übersetzung.
- Sprachfassungen: Die englische Fassung ist per hreflang verbunden, hat aber eine eigene Gliederung, weil englische Suchende eher eine Anleitung als eine Vorlage suchen.
- Interne Links: Der Ratgeber verlinkt auf unsere Anleitung zum Transkribieren von Interviews, die für wörtliche Mitschriften die bessere Wahl ist.
Ob sich das auszahlt, zeigt erst die Search Console in einigen Wochen. Eine Garantie gibt es nicht, wohl aber eine Seite, die die Frage hinter der Suche ernst nimmt.
Links von anderen Websites
Links anderer Websites sind seit den Anfängen der Google Suche ein Signal. Google beschreibt PageRank, der Links auswertet, als einen der grundlegenden Algorithmen, aber auch als nur einen von vielen Faktoren beim Ranking.
Gekaufte Links, die das Ranking beeinflussen sollen, verstoßen gegen Googles Spamrichtlinien. Erlaubt sind bezahlte Links, wenn die Website, die sie veröffentlicht, sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" kennzeichnet. In Deutschland muss Werbung zudem für Leser als solche erkennbar sein. Was sonst noch erlaubt ist und was nicht, erklären wir im Ratgeber zu White-Hat-SEO. Gute Links entstehen meist, weil eine Seite etwas bietet, das andere zitieren wollen: eigene Daten, eine gute Vorlage, ein Werkzeug.
Lokales SEO in Kürze
Für Unternehmen mit Standort, etwa Handwerksbetriebe, Praxen oder Restaurants, zählen zusätzlich die lokalen Ergebnisse mit Karte. Dort erscheint das Google-Unternehmensprofil. Laut Google basieren lokale Ergebnisse hauptsächlich auf drei Faktoren: Relevanz, also wie gut ein Profil zur Suche passt; Entfernung zum Suchenden; und Bekanntheit, in Googles Hilfe inzwischen auch „Beliebtheit“ genannt, die Google unter anderem an Verweisen anderer Websites und an Rezensionen festmacht. Vollständige, korrekte Angaben im Unternehmensprofil, echte Bewertungen und eine Website mit Adresse und Öffnungszeiten sind hier die Grundlage. Wie du dabei vorgehst und was 63 Websites lokaler Betriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf ihrer Startseite zeigen, steht in unserem Ratgeber Lokales SEO.
Was Google ausdrücklich nicht braucht
Über SEO kursieren viele alte Regeln. Google hat in seinem Startleitfaden eine Liste veröffentlicht, was für die Google Suche nicht oder kaum zählt:
- Das Meta-Tag „keywords“ verwendet die Google Suche nicht.
- Keywords im Domainnamen oder im URL-Pfad haben allein kaum Auswirkungen auf das Ranking.
- Die Domainendung zählt nur, wenn du dich an Nutzer in einem bestimmten Land richtest, und selbst dann meist wenig.
- Eine Mindest- oder Höchstzahl an Wörtern gibt es nicht; die Länge allein spielt keine Rolle.
- Subdomain oder Unterverzeichnis ist eine geschäftliche Entscheidung.
- Doppelte Inhalte unter mehreren Adressen deiner eigenen Website führen nicht zu einer manuellen Maßnahme; sie sind nur ineffizient. Inhalte anderer zu kopieren ist etwas anderes.
- Eine ideale Zahl an Überschriften gibt es nicht.
- E-E-A-T (Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) ist laut Google kein Ranking-Faktor. Die Kriterien stammen aus den Richtlinien, mit denen menschliche Prüfer die Qualität der Suchergebnisse bewerten.
Und eine weitere Klarstellung: Überflüssige Keywords, also die mehrfache Wiederholung derselben Wörter, verstoßen gegen Googles Spamrichtlinien.
SEO und KI-Suche
Seit Google in der Suche KI-Antworten zeigt, fragen sich viele, ob SEO noch gebraucht wird. In Deutschland startete die „Übersicht mit KI“ am 26. März 2025, zunächst für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren, auf Deutsch und Englisch. Der „KI-Modus“ folgte am 8. Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Google beantwortet die Frage in seiner Dokumentation eindeutig: Die Best Practices für SEO bleiben relevant, weil die KI-Funktionen auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen aufbauen wie die normale Suche. Zusätzliche Anforderungen gibt es nicht. Eine Seite muss indexiert sein und für die Anzeige mit einem Snippet infrage kommen. Begriffe wie „AEO“ (Answer Engine Optimization) und „GEO“ (Generative Engine Optimization) beschreiben laut Google aus Sicht der Google Suche nichts anderes: Optimierung für die Suche mit generativer KI ist weiterhin SEO.
Einige verbreitete Ratschläge kannst du laut Google für die Google Suche ignorieren:
- llms.txt und andere Spezialdateien: Die Google Suche verwendet sie nicht; sie schaden aber auch nicht.
- Inhalte in winzige Abschnitte zerlegen: Googles Systeme verstehen auch Seiten mit mehreren Themen. Eine ideale Seitenlänge gibt es nicht.
- Texte eigens für KI umschreiben: KI-Systeme verstehen Synonyme und die Bedeutung einer Suchanfrage.
- Unechte Erwähnungen erzeugen: Das hilft laut Google weniger, als es scheint.
- Strukturierte Daten als Pflicht: Für die KI-Funktionen braucht es kein spezielles Markup; für Rich-Suchergebnisse bleiben strukturierte Daten nützlich.
Neu ist die Kontrolle: Seit dem 31. August 2026 kann jede Website in der Search Console einstellen, ob ihre Inhalte in den Übersichten mit KI, im KI-Modus und in den KI-Funktionen von Discover erscheinen dürfen. Standardmäßig ist das erlaubt. Ein Ausschluss wirkt laut Google meist nach ein bis zwei Tagen und wird nicht als Ranking-Signal für die übrige Suche verwendet. Wie oft deine Seiten in diesen Funktionen erscheinen, zeigt der neue Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen.
Wer gute, technisch saubere Seiten baut, braucht für KI-Antworten also keine eigene Disziplin, wohl aber Inhalte, die klar und zitierfähig sind.
Wie lange dauert SEO?
Eine feste Zeit gibt es nicht. Im Startleitfaden schreibt Google, dass manche Änderungen innerhalb weniger Stunden wirken und andere mehrere Monate brauchen; um zu beurteilen, ob sich deine Arbeit lohnt, solltest du in der Regel einige Wochen warten. Nicht jede Änderung hat überhaupt eine sichtbare Wirkung.
Viele Ratgeber nennen feste Zeiträume, oft drei bis sechs Monate oder „vier Monate bis zu einem Jahr“. Die letzte Angabe stand tatsächlich einmal in Googles eigener Seite zur Frage, ob man einen SEO braucht. In der überarbeiteten Fassung vom Juni 2026 hat Google sie gestrichen; Google beschreibt die Überarbeitung unter anderem damit, veraltete Beispiele entfernt zu haben.
Für einzelne Schritte gibt Google an anderer Stelle Anhaltspunkte. Bis Google eine neue Website bemerkt, kann es einige Wochen dauern. Bis es einen geänderten Titel erkennt, laut Google einige Tage bis einige Wochen, weil die Seite erst neu gecrawlt und verarbeitet werden muss. Bei einem Umzug auf neue Adressen spricht Google bei kleinen bis mittelgroßen Websites von einigen Wochen, bis die meisten Seiten migriert sind.
Bei uns ging das Crawlen schneller als befürchtet: Die Startseite rief Google knapp zwei Minuten nach dem Einreichen der Sitemap ab. Nach rund 21 Stunden kannte Google aber 40 unserer 86 Adressen noch gar nicht, und Impressionen gab es noch keine. Gefunden werden und vorn stehen sind zwei verschiedene Dinge. Wer dir eine bestimmte Position in einer bestimmten Zeit verspricht, verspricht etwas, das niemand garantieren kann.
SEO selbst machen oder beauftragen?
Google ist hier erstaunlich deutlich: Wer ein kleines lokales Unternehmen betreibt, kann laut Google wahrscheinlich die meiste Arbeit selbst erledigen und sollte mit dem Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung beginnen. Der beste Zeitpunkt für einen Profi ist laut Google ein geplanter Umbau oder eine neue Website, je früher, desto besser.
Was ein SEO, also eine Fachfrau oder ein Fachmann für Suchmaschinenoptimierung, typischerweise anbietet, zählt Google so auf:
- Prüfung von Inhalt und Struktur der Website;
- technische Beratung, etwa zu Hosting, Weiterleitungen, Fehlerseiten und JavaScript;
- Entwicklung von Inhalten;
- Betreuung von Online-Kampagnen;
- Keyword-Recherche;
- SEO-Schulungen;
- Fachwissen zu bestimmten Märkten und Regionen;
- seit Juni 2026 auch die Optimierung für generative KI.
Wenn du jemanden beauftragst, rät Google unter anderem zu diesen Prüfungen:
- nach Referenzen fragen und ehemalige Kunden kontaktieren;
- fragen, ob sich der Anbieter an die Grundlagen der Google Suche hält, die früher Richtlinien für Webmaster hießen;
- fragen, welche Ergebnisse in welchem Zeitraum erwartet werden und wie der Erfolg gemessen wird;
- für eine Analyse in der Search Console zunächst nur Lesezugriff geben;
- skeptisch sein bei Garantien: Wer verspricht, dass deine Website ganz oben erscheint, ist laut Google nicht der richtige Partner;
- Empfehlungen von Tools kritisch prüfen, denn Google bewertet keine Drittanbieter-Tools, und diese haben keinen Zugriff auf die internen Rankingdaten von Google.
Erfolg messen
Ohne Messung ist SEO Rätselraten. Für den Anfang reichen kostenlose Werkzeuge:
- Google Search Console: Der Leistungsbericht zeigt Klicks, Impressionen, Klickrate und Position je Suchanfrage, Seite, Land und Gerät. Der Bericht zur Seitenindexierung zeigt, welche Seiten im Index sind und warum andere fehlen.
- Das URL-Prüftool in der Search Console zeigt, ob eine bestimmte Seite im Index ist und wie Google sie abgerufen hat. Damit haben wir die Zahlen oben erhoben.
- Bing Webmaster Tools: das Gegenstück für Bing, das auf dem Desktop und in Österreich und der Schweiz einen nennenswerten Anteil hat.
- PageSpeed Insights von Google zeigt zwei Arten von Daten: Felddaten echter Besucher, sofern eine Seite genug Zugriffe hat, und Labordaten aus einem Testlauf. Eine neue Website hat meist nur Labordaten.
- Google Trends vergleicht das relative Interesse an Suchbegriffen über die Zeit, allerdings ohne absolute Suchvolumen und bei seltenen Begriffen mit großen Lücken.
- Der Browser selbst: Die Seitenquelle zeigt title, Meta-Description, Canonical und hreflang; die Entwicklertools zeigen Statuscodes und Weiterleitungen.
Dazu kommen Keyword-Tools für Suchvolumen und Wettbewerb. Vergleiche Werte immer mit demselben Tool und notiere das Datum, weil sich Zahlen von Tool zu Tool und von Monat zu Monat unterscheiden.
Ein Hinweis für Deutschland: Analyse-Tools, die Informationen auf dem Gerät der Besucher speichern oder auslesen, etwa per Cookie, brauchen nach § 25 TDDDG in der Regel eine Einwilligung. Die Zahlen der Search Console stammen dagegen aus der Google Suche selbst; dafür muss auf deiner Website kein Tracking-Code laufen.
Was diese Werkzeuge nicht können: dir sagen, ob dein Inhalt die Frage besser beantwortet als die Konkurrenz. Das zeigt dir nur ein ehrlicher Blick auf die Suchergebnisse für dein Keyword.
Die wichtigsten Begriffe
- Crawler: ein Programm, das Webseiten abruft; bei Google der Googlebot.
- Index: die Datenbank, in der eine Suchmaschine Informationen über Seiten speichert. Nur indexierte Seiten können in den Ergebnissen erscheinen.
- SERP: Search Engine Results Page, die Ergebnisseite einer Suche.
- Titellink: die anklickbare Überschrift eines Suchergebnisses, meist aus dem title-Element.
- Snippet: bei Google die Beschreibung unter dem Titellink; im SEO-Alltag oft auch das ganze Ergebnis.
- CTR: Click-Through-Rate, die Klickrate: Klicks geteilt durch Impressionen.
- CPC und PPC: Cost per Click und Pay per Click, Preis und Abrechnungsmodell bezahlter Suchanzeigen, also SEA.
- Keyword: ein Suchbegriff, den Menschen eingeben.
- Backlink: ein Link von einer anderen Website auf deine.
- Canonical: die bevorzugte Adresse für einen Inhalt, der unter mehreren Adressen erreichbar ist.
- robots.txt: eine Datei im Stammverzeichnis, die Crawlern sagt, welche Bereiche sie abrufen dürfen.
- noindex: eine Anweisung, eine Seite nicht in den Index aufzunehmen.
- Sitemap: eine Liste der Adressen, die du indexiert haben willst.
- hreflang: eine Angabe, die Sprachfassungen einer Seite miteinander verbindet.
- Core Web Vitals: Googles drei Messwerte für Ladeleistung (LCP), Reaktionszeit (INP) und Layoutverschiebungen (CLS).
- E-E-A-T: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit, Kriterien aus Googles Richtlinien für menschliche Qualitätsprüfer.
- YMYL: „Your Money or Your Life“, Themen, die Gesundheit, finanzielle Sicherheit, Sicherheit oder das Wohl der Gesellschaft betreffen; dort legen Googles Systeme besonders viel Wert auf E-E-A-T.
- AEO und GEO: Answer Engine Optimization und Generative Engine Optimization, Optimierung für KI-Antworten; aus Sicht von Google weiterhin SEO.
Typische Fehler am Anfang
- Die Sperre aus der Entwicklung bleibt aktiv: noindex oder „Disallow: /“ in der robots.txt überleben den Start.
- Seiten ohne eigenen Titel: Startseite, Kategorien und Artikel heißen alle gleich.
- Keywords statt Antworten: Texte, die ein Keyword wiederholen, aber die Frage nicht beantworten.
- Neue Adressen ohne Weiterleitung: Nach einem Umbau führen alte Links ins Leere.
- Gekaufte Links und Linktausch in großem Stil: Das verstößt gegen Googles Spamrichtlinien.
- Nur auf Google schauen: Auf dem Desktop kommt in Deutschland fast jeder fünfte Suchmaschinen-Besuch über Bing.
Checkliste für den Start
- Search Console und Bing Webmaster Tools einrichten.
- Prüfen, dass keine Sperre aus der Entwicklung mehr aktiv ist.
- Eine XML-Sitemap einreichen.
- Für jede wichtige Seite ein Haupt-Keyword und die Absicht dahinter festlegen.
- Jeder Seite einen eigenen Title und eine eigene Meta-Description geben.
- Inhalte schreiben, die die Frage besser beantworten als die bisherigen Ergebnisse, mit eigener Erfahrung.
- Seiten intern sinnvoll verlinken.
- Bei Adressänderungen dauerhafte Weiterleitungen einrichten.
- Monatlich in der Search Console nachsehen, welche Suchanfragen Besucher bringen und welche Seiten fehlen.
