Die Keywords der Konkurrenz findest du auf zwei Wegen: kostenlos, indem du die Google-Ergebnisse, die Seiten, die Sitemaps und die Anzeigen deiner Mitbewerber selbst liest, oder mit Tools wie SISTRIX, Semrush, Ahrefs und Similarweb, die aus eigenen Datenbanken schätzen, für welche Suchbegriffe eine Domain rankt. Echte Zahlen gibt es nur für die eigene Website, in der Google Search Console. Bevor du suchst, kläre aber, wer überhaupt deine Konkurrenz bei Google ist: Das sind oft nicht die Firmen, mit denen du um Kunden kämpfst. In 75 deutschen Top-10-Listen aus unserer eigenen Keyword-Planung belegte YouTube 130 der 750 Plätze, heise und CHIP zusammen vier, t3n und Golem keinen. Wir zeigen alle Wege mit den deutschen Bezeichnungen der Tools, was die Zahlen taugen und was Google erlaubt.
Suchkonkurrenz ist nicht gleich Marktkonkurrenz
Deine Marktkonkurrenz sind die Firmen, die dasselbe verkaufen wie du. Deine Suchkonkurrenz sind die Websites, die bei Google für deine Suchbegriffe oben stehen. Das können ganz andere sein: Hersteller, Agenturen, Hilfeseiten, Foren oder YouTube-Videos. Eine SEO-Agentur konkurriert um Aufträge mit anderen Agenturen. In unseren 21 deutschen SEO-Suchen stand aber der Toolhersteller SISTRIX in zehn Top-10-Listen, und für „seo title“ belegte sistrix.de allein fünf der zehn Plätze.
Die Tools sehen das genauso. Semrush ermittelt im Bericht „Mitbewerber“ die Domains, die für dieselben organischen Keywords ranken. SISTRIX bestimmt Wettbewerber über das sogenannte Ranking-Keyword-Set, also die Keywords, für die die untersuchte Domain unter den ersten 100 steht. Und Similarweb schreibt in seiner Hilfe ausdrücklich, dass diese Liste stark von den bekannten Geschäftskonkurrenten abweichen kann, besonders von Land zu Land.
Für Anzeigen bleibt die Marktkonkurrenz wichtig, denn dort bieten oft dieselben Firmen auf dieselben Begriffe wie du. Für deine Inhalte zählt die Suchkonkurrenz. Wenn du noch nicht weißt, wie Suchmaschinen Seiten finden und ordnen, lies zuerst unseren Ratgeber SEO einfach erklärt.
Wer in unseren 75 deutschen Top-10-Listen stand
Für unsere eigene Planung haben wir im Oktober 2026 für 75 deutsche Suchbegriffe die ersten zehn Ergebnisse gespeichert, aus der deutschen Datenbank von Semrush, Desktop. Die Begriffe stammen aus unseren eigenen Themen, von Untertiteln über Diktieren, Übersetzen und Vorlesen bis zu KI-Tools und SEO. Das sind 750 Plätze mit 295 verschiedenen Domains. Wir haben jede Domain einer Gruppe zugeordnet und gezählt, in wie vielen Listen jede Gruppe vorkam:

- Hersteller und andere Firmen standen in 68 der 75 Listen, mit ihren Produktseiten, Blogs und Online-Werkzeugen. Dazu kamen Hilfeseiten wie support.microsoft.com und support.google.com in 32 Listen. Wer etwas erklärt, konkurriert oft mit dem Hersteller selbst.
- YouTube stand in 46 Listen und belegte 130 der 750 Plätze, in 34 Listen mit zwei oder mehr Videos und in sieben auf dem ersten Platz. Für viele Suchen ist ein Video deine eigentliche Konkurrenz.
- Agenturen und Berater standen in 35 Listen, darunter SEO-, Web-, KI- und Übersetzungsagenturen.
- Medien und Magazine kamen zwar in 24 Listen vor, die großen Tech-Titel aber kaum: heise.de stand in einer Liste, chip.de in drei, t3n, netzwelt und golem in keiner. Meist waren es kleinere Fachblogs und Ratgeberportale.
- Reddit stand in 13 der 75 deutschen Listen, in unseren 95 US-Listen dagegen in 61. Das große deutsche Frageportal gutefrage.net stand in keiner.
- Bei SEO-Themen sieht es anders aus: In 19 von 21 SEO-Suchen standen Agenturen oder Berater in den Top 10, in 16 Hersteller von SEO-Tools.
Die Lehre daraus: Plane nicht nur Keywords, sondern auch Formate. Wo YouTube mehrere Plätze belegt oder die Herstellerhilfe oben steht, hilft dir ein weiterer Text nur, wenn er etwas bietet, was die anderen nicht haben, etwa einen eigenen Test oder eigene Daten.
Schritt 1: Deine Suchkonkurrenten bestimmen
So gehst du vor, getrennt für jedes Land, in dem du gefunden werden willst:
- Begriffe sammeln: 10 bis 20 Suchbegriffe, die für dein Angebot wichtig sind. Wie du sie findest, steht in unserem Ratgeber Keywords finden, was ein gutes Keyword ausmacht, in SEO-Keywords.
- Selbst suchen: jeden Begriff in einem normalen Browser, am besten in einem privaten Fenster und ohne angemeldetes Google-Konto. Laut Search-Console-Hilfe hängen Ergebnisse von Zeit, Ort, Gerät und Suchverlauf ab; was du siehst, ist also eine Stichprobe.
- Domains zählen: Trag die Domains der ersten zehn Ergebnisse in eine Tabelle ein, eine Zeile pro Suchbegriff, und zähl, wie oft jede Domain vorkommt.
- Einordnen: Markier Plattformen wie YouTube und Wikipedia, Hersteller, Medien, Agenturen und Foren. So siehst du auf einen Blick, gegen welche Art von Seite du antrittst.
- Auswählen: Nimm drei bis fünf Domains, die mit dir vergleichbar sind, also ähnlich groß und mit ähnlichem Angebot. Gegen Wikipedia und Amazon vergleichst du dich nicht.
SISTRIX rät in einem eigenen Tutorial, Wettbewerber auf zwei Ebenen zu bestimmen, über einzelne Keywords und über die ganze Domain, weil beide Wege unterschiedliche Listen ergeben. Die Liste auf Domain-Ebene ist bei SISTRIX so gebaut, dass echte Keyword-Konkurrenten oben stehen statt Wikipedia, eBay und Amazon. Die endgültige Auswahl triffst du trotzdem selbst.
Und mach das von Hand. Wer Google-Ergebnisse per Skript abfragt, verstößt gegen Googles Regeln; mehr dazu weiter unten.
Kostenlos: was die Google-Suche selbst verrät
Google dokumentiert einige Suchoperatoren, mit denen du gezielter suchst. Zwischen Operator und Begriff steht kein Leerzeichen:
site:zeigt Seiten einer Domain, etwasite:beispiel.de rechnung. So siehst du, welche Seiten eines Konkurrenten für einen Begriff in Frage kommen. Subdomains sind dabei eingeschlossen; mit einem Pfad wiesite:beispiel.de/bloggrenzt du auf einen Bereich ein. Laut Google zeigtsite:aber nicht unbedingt alle indexierten Adressen, besonders bei großen Websites, und ohne Suchbegriff sind die Ergebnisse nicht nach Relevanz geordnet.- Anführungszeichen suchen nach einer genauen Wortfolge, ein Minus schließt ein Wort aus,
before:undafter:grenzen die Ergebnisse auf einen Zeitraum ein,filetype:auf einen Dateityp. So findest du etwa die PDF-Leitfäden eines Mitbewerbers. intitle:undinurl:stehen in vielen Anleitungen, in Googles aktueller Dokumentation aber nicht. Verlass dich nicht darauf, dass sie wie beschrieben funktionieren.
Für die eigene Website empfiehlt Google statt site: das URL-Prüftool der Search Console, weil Suchoperatoren an die Grenzen von Indexierung und Abruf gebunden sind.
Auf der Ergebnisseite findest du außerdem verwandte Suchen und oft einen Kasten mit Fragen, den Google „Ähnliche Fragen“ nennt; auf der Seite selbst kann die Überschrift anders lauten, etwa „Weitere Fragen“. Beides zeigt, was Menschen rund um ein Thema noch suchen. Google schreibt, dass du nicht bestimmen kannst, was dort erscheint, dass es beim Planen neuer Themen aber hilft, diese Suchen im Blick zu behalten. Klappst du eine Frage auf, siehst du außerdem, von welcher Seite die Antwort stammt, und damit, welcher Mitbewerber diese Frage schon beantwortet.
Titel, Überschriften und Quelltext der Konkurrenz lesen
Öffne die Seiten, die bei deinen Suchen oben stehen, und lies sie wie ein Redakteur:
- Seitentitel und Überschriften zeigen, auf welche Begriffe eine Seite zielt. Im Quelltext (Strg+U) findest du den Titel im Element
<title>, die Hauptüberschrift meist in<h1>. Bei Google kann ein anderer Titel erscheinen, weil Google Titel umschreibt; mehr dazu in unserem Ratgeber zum SEO-Title. - Die Meta Description verrät, mit welchem Versprechen die Seite in den Suchergebnissen werben will. Google zeigt sie nicht immer an, aber jemand hat sie bewusst geschrieben.
- Meta Keywords kannst du ignorieren. Google nutzt das Meta-Keyword-Tag laut eigener Dokumentation nicht; es zeigt höchstens, was sich jemand wünscht, nicht, wofür die Seite rankt.
- Interne Links und Menüs zeigen, welche Seiten eine Website selbst für wichtig hält.
- Aufbau und Format: Hat die Seite eine Tabelle, ein Video, einen Rechner, eine Checkliste? Notier, was die oberen Ergebnisse gemeinsam haben und was keinem von ihnen gelingt.
Wo das Keyword auf deiner eigenen Seite hingehört und welche verbreiteten Regeln in Googles Dokumentation gar nicht stehen, zeigt unser Ratgeber Keywords platzieren.
Was du nicht tun solltest: fremde Texte übernehmen oder nur umformulieren. Google zählt das Kopieren oder leichte Umschreiben fremder Inhalte ohne eigenen Mehrwert in seinen Spam-Richtlinien zum Scraping. Lies die Konkurrenz, um Lücken zu finden, nicht um sie nachzubauen.
Was Sitemap und robots.txt verraten
In der Datei robots.txt im Hauptverzeichnis einer Website, etwa beispiel.de/robots.txt, steht oft, wo die Sitemap liegt, also die Liste der Adressen, die die Website gefunden haben will. Eine Sitemap darf laut Google höchstens 50.000 Adressen enthalten; größere Websites verteilen ihre Adressen deshalb über eine Indexdatei auf viele Sitemaps, oft eine pro Monat oder Seitentyp. Wir haben am 16. Oktober 2026 die Sitemaps dreier Medien angesehen, die in unseren Listen vorkamen, je eine Anfrage pro Datei:

- CHIP listete für September 2026 genau 2.951 Artikel, davon 1.840 News, 585 Downloads, 344 Deals und 159 Tests und Kaufberatungen. Die größten Bereiche waren Haushalt und Garten, Schnäppchen sowie Auto und Fahrrad; Software-News kamen auf 87 Adressen. Der Schwerpunkt liegt auf Verbraucher-News, nicht auf Software-Anleitungen.
- OMR Reviews hat elf deutsche Sitemaps, nach Seitentypen benannt, darunter Produkte, Alternativen, Preise, Kategorien und Vergleiche. Allein die Vergleichs-Sitemap enthielt 1.981 Seiten nach dem Muster „A versus B“; 1.260 davon vergleichen 36 KI-Schreibtools jedes mit jedem, in beiden Reihenfolgen.
- heise nennt in seiner robots.txt sieben Sitemaps. Die erste war bei unserem Abruf nicht erreichbar, die zweite enthielt nur Bestenlisten, im September 124 Adressen. Eine einzelne Sitemap kann also kaputt sein oder nur einen Teil der Website zeigen.
Eine Sitemap verrät, wo ein Mitbewerber viel veröffentlicht, welche Seitentypen er baut und wie viel pro Monat dazukommt. Für welche Keywords er rankt, steht nicht darin. Ruf die Dateien einzeln auf, nicht mit einem Programm, das die ganze Website abgrast.
Anzeigen der Konkurrenz: Transparenzcenter und Keyword-Planer
- Google Ads Transparency Center: Seit 2023 kannst du unter adstransparency.google.com die Anzeigen bestätigter Werbetreibender durchsuchen, in der Google-Suche, auf YouTube und im Display-Netzwerk, gefiltert nach Region, mit Format und dem Zeitpunkt der letzten Schaltung. Du siehst die Anzeigen, nicht die gebuchten Keywords. Die Texte verraten aber, mit welchen Begriffen und Versprechen ein Mitbewerber wirbt.
- Google Keyword-Planer: Unter „Neue Keywords entdecken“ kannst du mit „Mit einer Website beginnen“ die Adresse eines Mitbewerbers eingeben. Google schlägt dann Keywords vor, die zum Inhalt der Seite passen. Das sind Ideen aus dem Inhalt, nicht die Begriffe, für die die Seite rankt. Für die Keyword-Ideen musst du laut Google die Kontoeinrichtung mit Zahlungsdaten abschließen.
- Bezahlte Keywords schätzen SISTRIX und Semrush aus den Anzeigen, die sie in den Suchergebnissen erfasst haben. In Semrushs Keyword-Gap zählen dafür die ersten acht Anzeigenplätze.
Die eigene Seite: Search Console zeigt echte Daten, aber nur dir
Für deine eigene Website musst du nicht schätzen. Im Leistungsbericht der Google Search Console siehst du Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position, aufgeteilt nach Suchanfragen, Seiten, Ländern, Geräten, Darstellung in der Suche und Datum. Standardmäßig zeigt der Bericht die letzten drei Monate. Drei Einschränkungen solltest du kennen:
- Anonymisierte Suchanfragen fehlen in der Tabelle, zählen aber in den Summen mit. In den ersten Tagen unserer eigenen, noch jungen Website, vom 12. bis 15. Oktober 2026, fehlte für ein Viertel der Impressionen die Suchanfrage.
- Die Tabelle zeigt höchstens 1.000 Zeilen. Seltene Anfragen können darin fehlen; vollständiger ist der Bulk-Export.
- Markenbezogene Suchanfragen lassen sich seit November 2025 herausfiltern, mit den Ansichten „Markenbezogen“ und „Nicht markenbezogen“. Google ordnet die Anfragen dafür mit einem eigenen KI-System zu, nicht mit einer festen Regel. Seit März 2026 steht der Filter allen geeigneten Websites zur Verfügung, aber nicht Websites mit wenigen Impressionen.
Im Filter für Suchanfragen kannst du auch reguläre Ausdrücke verwenden, etwa um nur Fragen mit „wie“, „was“ oder „warum“ zu sehen. Groß- und Kleinschreibung spielt dabei standardmäßig keine Rolle.
Search Console hat noch einen zweiten Nutzen: Vergleich deine echten Klicks mit dem, was ein Tool für deine Domain schätzt. SISTRIX empfiehlt genau das, weil Schätzungen für ähnliche Websites ähnlich danebenliegen. Wie weit das Tool bei dir abweicht, gibt dir einen Anhaltspunkt für deine direkten Mitbewerber.
SISTRIX: Wettbewerber, gemeinsame und ungenutzte Keywords
SISTRIX kommt aus Bonn und ist, wie oben gezeigt, bei SEO-Themen selbst ein Suchkonkurrent. Laut Handbuch bietet das Tool für die Konkurrenzanalyse:
- Wettbewerber: eine Liste der Domains, die auch für das Ranking-Keyword-Set der untersuchten Domain ranken, mit ihrer Sichtbarkeit dafür. 200 Prozent heißt dort: doppelt so sichtbar. Sehr große Domains wie Wikipedia blendet SISTRIX in der Grafik zunächst aus.
- Gemeinsame Keywords: die Schnittmenge von bis zu fünf Domains.
- Keywords vergleichen: deine Keywords mit den Positionen der Mitbewerber daneben.
- Ungenutzte Keywords: Keywords, für die ein bis drei ausgewählte Mitbewerber unter den ersten 100 stehen, du aber nicht.
Standardmäßig wertet SISTRIX dabei die mobilen Suchergebnisse aus; auf Desktop kannst du umschalten. Seit dem 8. September 2026 hat SISTRIX eine neue Navigation mit fünf Bereichen: AI Search, SEO, Content, Amazon und Workspace. Ältere Anleitungen mit Klickpfaden stimmen deshalb womöglich nicht mehr; such die Funktionen nach Namen.
Kostenlos kannst du unter „Sichtbarkeitsindex prüfen“ die Sichtbarkeit jeder Domain abfragen, bis zu 25 Mal am Tag und für 40 Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Sichtbarkeitsindex ist aber kein Besucherzähler: Er beruht auf einem Keyword-Set, das SISTRIX auswählt, und kleine Nischenthemen können darin fehlen. Für die eigene Website gibt es außerdem SISTRIX Smart, kostenlos für ein Projekt mit bis zu 1.000 Seiten und mit Anbindung an die Search Console.
Semrush: Mitbewerber, Positionen und Keyword-Gap
Semrush hat eine deutsche Oberfläche und Hilfe. Die wichtigsten Berichte:
- Mitbewerber in „Organische Rankings“: Domains, die für dieselben Keywords ranken, sortiert nach dem Wettbewerbsgrad („Wettb.-Level“). Du kannst auch nach der Zahl der gemeinsamen Keywords sortieren.
- Positionen: alle Keywords, für die eine Domain in der gewählten Länderdatenbank unter den ersten 100 steht, mit Zielseite, Position, Suchvolumen und einem Schnappschuss der Ergebnisseite, den Semrush gespeichert hat. Mit dem Filter „Positionen“ siehst du nur die Top 10 oder Top 20.
- Marken-Keywords: Mit dem Filter „Generisch“ blendest du Suchen nach dem Markennamen aus. Semrush empfiehlt, die Markenbegriffe der Mitbewerber auszuschließen; für deren Namen wirst du ohnehin selten vor ihnen stehen.
- Keyword-Gap: bis zu fünf Domains nebeneinander, organisch oder bezahlt.
Wähle immer die richtige Länderdatenbank, für Österreich und die Schweiz die jeweils eigene. Was das kostenlose Konto kann, steht im Ratgeber Keywords finden.
Ahrefs und Similarweb im Überblick
Ahrefs zeigt im Site Explorer unter „Organic keywords“ die Keywords einer Domain, unter „Top pages“ ihre Seiten mit dem meisten geschätzten Suchtraffic und unter „Organic Competitors“ ihre Suchkonkurrenten. Mit „Content gap“ vergleichst du eine Domain mit bis zu zehn Mitbewerbern. Die Oberfläche gibt es auch auf Deutsch, die Hilfe nicht; wir nennen die Funktionen deshalb mit ihren englischen Namen. Kostenlos sind Site Explorer und Site Audit laut Ahrefs nur für Websites, deren Besitz du bestätigt hast; für fremde Domains brauchst du ein bezahltes Konto. Ahrefs schreibt selbst, dass die Zahl der Keywords fast immer niedriger ist als in Wirklichkeit, weil die Datenbank nicht jede Suchanfrage enthält.
Similarweb schätzt vor allem Besucherzahlen und deren Quellen. Für die Suche gibt es „Search Competitors“ mit einem Wert für die Überschneidung und „Website Keywords“, wo du bis zu vier weitere Websites für einen Gap-Vergleich hinzufügst. Die kostenlose Chrome-Erweiterung zeigt Besuche, Traffic-Quellen und Top-Keywords einer Website, monatlich aktualisiert; mehr gibt es mit einem bezahlten Konto.
Keyword-Gap richtig lesen: fehlend, ungenutzt, schwach
Ein Keyword-Gap sortiert die Keywords mehrerer Domains danach, wer für welche rankt. In Semrush heißen die Reiter so:

So liest du das Ergebnis, ohne dich zu verzetteln:
- „Fehlend“ zuerst: Keywords, für die alle Mitbewerber ranken und du nicht. Was alle abdecken, gehört meist zum Kern deines Themas.
- „Ungenutzt“ mit Vorsicht: Hier reicht ein einziger Mitbewerber. Die Liste kann lang werden und enthält viel, was nicht zu dir passt.
- „Schwach“ zeigt Keywords, für die du schon rankst, aber schlechter als alle Mitbewerber. Oft lohnt es sich mehr, eine bestehende Seite zu verbessern, als eine neue zu schreiben.
- Neue Websites ranken noch für nichts. Dann landet jedes Keyword der Mitbewerber unter „Ungenutzt“, und „Fehlend“ wird lang. Such in diesem Fall nach kleinen Websites, die trotzdem in den Top 10 stehen; sie zeigen, wo du eine Chance hast.
- Marken raus: Filter die Markennamen der Mitbewerber aus, bevor du die Liste liest.
- Ergebnisse ansehen: Prüf für jedes Keyword, das dich interessiert, die echten Suchergebnisse. Wenn dort nur Videos oder Shops stehen, hilft dir ein Ratgebertext wenig.
Denk dabei in Themen, nicht in einzelnen Keywords. Ahrefs nennt seine Funktion „Content gap“, gemeint ist dasselbe: Themen, die den Mitbewerbern Besucher bringen und bei dir fehlen. Fehlen dir zehn Keywords rund um eine Frage, fehlt dir meist eine Seite, nicht zehn.
Ein Keyword-Gap ist deshalb keine Schreibliste. Google nennt es in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten ein Warnzeichen, viele Inhalte zu vielen Themen zu erstellen, in der Hoffnung, dass einige davon ranken. Werden massenhaft Seiten vor allem für Rankings gebaut, wertet Google das sogar als Spam; mehr dazu in unserem Ratgeber White-Hat-SEO.
Wie genau sind die Zahlen der Tools?
Alle Werkzeuge schätzen, und sie sagen es selbst:
- Semrush berechnet den Traffic einer Domain aus Positionen, Suchvolumen und einer durchschnittlichen Klickrate. Das ist laut Semrush der Traffic, den eine Website bekommen könnte.
- Ahrefs schreibt, dass die gezählten Keywords fast immer weniger sind als die echten.
- SISTRIX schreibt, dass es Traffic eher unterschätzt als überschätzt und dass 75 Prozent seiner Schätzungen innerhalb des angezeigten Vertrauensbereichs liegen.
- SparkToro hat 2022 die Schätzungen mehrerer Anbieter für 641 Websites mit deren echten Analytics-Daten über zwölf Monate verglichen. Einzelne Schätzungen lagen oft doppelt so hoch oder nur halb so hoch wie die Wirklichkeit, oder noch weiter daneben. Am besten passte im Schnitt Semrush, gefolgt von Datos und Similarweb; Ahrefs lag am weitesten weg, schätzt aber auch nur den Suchtraffic. Semrush schätzte dabei öfter zu hoch als zu niedrig.
Nutze die Zahlen also zum Vergleichen, nicht zum Vorhersagen. Wenn ein Tool sagt, Domain A habe doppelt so viel Suchtraffic wie Domain B, ist das ein brauchbarer Hinweis. Wenn es dir für Domain A eine genaue Besucherzahl pro Monat nennt, ist das eine Schätzung mit großem Spielraum.
Deutschland, Österreich und die Schweiz getrennt auswerten
Die deutschsprachigen Märkte überlappen sich, sind aber nicht gleich. Werte sie getrennt aus:
- Getrennte Datenbanken: SISTRIX, Semrush und Similarweb haben eigene Daten für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die kostenlose Sichtbarkeitsprüfung von SISTRIX deckt alle drei ab.
- Search Console: Filtere im Leistungsbericht nach Ländern, um zu sehen, wie deine Website in jedem Land abschneidet.
- Gemischte Konkurrenz: In unseren deutschen Listen standen auch vier Domains aus Österreich und der Schweiz, zwei österreichische Agenturen, die Weiterbildungsakademie einer Wiener Fachhochschule und ein Schweizer Schulungsanbieter. In Österreich und der Schweiz selbst können die Top 10 anders aussehen; prüf sie in der jeweiligen Länderdatenbank.
- Andere Schreibweisen: In der Schweiz schreibt man ss statt ß. Prüf Keywords mit ß deshalb in der Schweizer Datenbank auch in der Schweizer Schreibweise.
Wie du Länder und Sprachen auf einer Website trennst, erklärt unser Ratgeber Internationales SEO, wie du die Keywords für jedes Land recherchierst, der Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche. Für andere Sprachen gilt: Übersetze die Keyword-Liste eines Mitbewerbers nicht, sondern recherchiere sie neu, wie in SEO-Übersetzung beschrieben.
Was erlaubt ist und was nicht
Viele Anleitungen verschweigen, dass es Regeln gibt. Keine Rechtsberatung, aber das sagen Google und die Standards selbst:
- Google-Ergebnisse automatisch abfragen: Googles Nutzungsbedingungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, gültig seit dem 30. Juli 2026, verbieten, mit automatisierten Mitteln auf Inhalte zuzugreifen, wenn das gegen maschinenlesbare Vorgaben wie die robots.txt verstößt. Googles robots.txt sperrt den Pfad
/searchfür alle Programme. - Rank-Checks per Skript: Googles Spam-Richtlinien zählen automatisierte Anfragen zum maschinellen Traffic und nennen ausdrücklich: „Dies beinhaltet das Scraping von Ergebnissen zur Ermittlung des Rankings“. Laut Google-Hilfe erscheint bei solchem Traffic eine Meldung über ungewöhnlichen Traffic aus deinem Netzwerk; als Beispiel nennt Google dort auch Software, die Google abfragt, um das Ranking einer Website zu ermitteln.
- Offizielle Schnittstelle: Googles Custom Search JSON API nimmt keine neuen Kunden mehr an; bestehende Kunden müssen bis zum 1. Januar 2027 wechseln.
- Websites der Konkurrenz crawlen: Laut dem Standard RFC 9309 sind die Regeln der robots.txt keine Zugriffsberechtigung, sondern Bitten an Crawler, und seriöse Crawler halten sich laut Google daran. Halt dich ebenfalls daran, hol dir nur, was du brauchst, und beachte Wartezeiten, wenn eine Website sie angibt; SISTRIX bittet zum Beispiel um zehn Sekunden zwischen zwei Abrufen.
- Inhalte übernehmen: Kopierte oder nur leicht umgeschriebene Inhalte ohne eigenen Mehrwert gelten bei Google als Scraping.
Was Google sonst noch als Spam wertet, steht in unserem Ratgeber White-Hat-SEO.
Und umgekehrt: Kannst du verhindern, dass Mitbewerber deine Keywords sehen? Kaum. OMR sperrt in seiner robots.txt die Crawler von Semrush, Ahrefs und Seobility. Das verhindert aber nur, dass diese Programme die eigenen Seiten durchsuchen. Auf der Liste, wofür Semrush die Daten seines Bots nutzt, stehen Backlinks, Website-Audits und Content-Werkzeuge, aber keine Rankings. Die Positionen stammen aus den Suchergebnisseiten, die Semrush selbst erfasst, und dort erscheint deine Seite trotzdem.
Vom Keyword-Gap zur Themenliste: unsere Checkliste
- Suchkonkurrenten bestimmen: 10 bis 20 Suchen selbst ansehen, Domains zählen, drei bis fünf vergleichbare auswählen.
- Getrennt nach Land: Deutschland, Österreich und die Schweiz einzeln betrachten.
- Kostenlos anfangen:
site:-Suchen, Titel und Überschriften, Sitemaps, Transparency Center. - Eigene Daten holen: Search Console, mit und ohne Markenbegriffe.
- Tool nutzen: Keyword-Gap in SISTRIX oder Semrush, Markennamen herausfiltern.
- Zuerst „Fehlend“ und „Schwach“: Themen, die alle haben, und Seiten, die du verbessern kannst.
- Suchergebnisse prüfen: Welches Format gewinnt, Text, Video, Werkzeug oder Shop?
- Zahlen einordnen: Schätzungen mit deinen echten Daten abgleichen.
- Aussortieren: nur Themen behalten, zu denen du etwas Eigenes beitragen kannst, einen Test, eigene Daten oder Erfahrung.
- Regeln beachten: keine Skripte gegen Google, keine kopierten Inhalte.
So wird aus einer langen Keyword-Liste eine kurze Themenliste, mit der du gegen deine echten Suchkonkurrenten antreten kannst.
