Internationales SEO heißt: Jede Sprach- oder Länderfassung deiner Website bekommt eine eigene URL, Google erfährt per hreflang und Sitemap, welche Fassung für wen gedacht ist, die Inhalte werden für jeden Markt eigens recherchiert und lokalisiert, und niemand wird automatisch auf eine andere Sprache umgeleitet. Wer nach „SEO international“ sucht, findet dazu meist Agenturseiten mit allgemeinen Tipps. Wir zeigen es an unserer eigenen Website: Englisch im Stammverzeichnis, Deutsch, Französisch und Spanisch in Unterverzeichnissen, mit echten Server-Antworten, Sitemaps und Keyword-Daten aus vier Märkten. Dazu kommt, was Google selbst schreibt, was davon veraltet ist und warum Deutschland, Österreich und die Schweiz kein einheitlicher Markt sind.
Mehrsprachig oder multiregional: Was internationales SEO bedeutet
Google unterscheidet in seiner Anleitung „Multiregionale und mehrsprachige Websites verwalten“ zwei Fälle:
- Mehrsprachig ist eine Website, die Inhalte in mindestens zwei Sprachen anbietet. Google versucht dann, Seiten in der Sprache des Suchenden zu finden.
- Multiregional ist eine Website, die sich ausdrücklich an Nutzer in verschiedenen Ländern richtet, etwa ein Händler, der nach Deutschland und in die Schweiz liefert. Google versucht dann, die richtige Seite für den Standort des Suchenden zu finden.
Viele Websites sind beides. Unsere ist nur mehrsprachig: Es gibt eine deutsche Fassung für alle deutschsprachigen Leser, keine eigene für Österreich oder die Schweiz. Das ist eine bewusste Entscheidung, auf die wir unten zurückkommen.
Vom lokalen SEO unterscheidet sich internationales SEO im Maßstab. Lokales SEO zielt auf eine Stadt oder Region, etwa „Steuerberater Köln“. Internationales SEO zielt auf Sprachen und Länder.
Wann sich internationales SEO lohnt
Eine zweite Sprache ist kein Selbstläufer. Sie verdoppelt nicht nur die Texte, sondern auch die Pflege: Jede Änderung, jede Korrektur und jedes neue Bild muss in jeder Sprache nachgezogen werden. Vier Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Gibt es Nachfrage? Suchvolumen in der Datenbank des Zielmarkts, nicht in der englischen. Unten siehst du, wie stark sich die Zahlen zwischen Märkten unterscheiden.
- Kommen schon Besucher aus dem Land? Der Leistungsbericht der Search Console zeigt unter „Länder“, aus welchen Ländern gesucht wird.
- Kann jemand die Sprache prüfen? Eine Sprachfassung, die niemand gegenliest, schadet mehr, als sie nützt.
- Kannst du die rechtlichen und praktischen Pflichten erfüllen? Impressum, Datenschutz, Preise in der Landeswährung, Kundendienst in der Sprache.
Wir haben mit vier Sprachen begonnen und für jede Sprache einen Markt recherchiert: USA, Deutschland, Frankreich und Spanien. Unsere Themenplanung umfasst 305 Themen, davon 95 für die USA, 76 für Deutschland, 68 für Frankreich und 66 für Spanien. Nur 12 Themen gibt es in allen vier Märkten, 70 in mindestens zwei. Schon das zeigt: Eine Website in vier Sprachen ist nicht dieselbe Website viermal.
Sprache oder Land: die erste Grundsatzentscheidung
Bevor du über Domains nachdenkst, musst du entscheiden, wonach du deine Fassungen ordnest: nach Sprache oder nach Land.
- Nach Sprache (de, fr, es): eine deutsche Fassung für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Weniger Aufwand, aber Preise, Rechtstexte und Wortschatz passen nicht überall.
- Nach Land (de-DE, de-AT, de-CH): eigene Fassungen mit eigener Währung, eigenen Rechtstexten und eigener Wortwahl. Mehr Aufwand, aber genauer.
Wer Länderfassungen in derselben Sprache anlegt, muss sie sauber verbinden. Google bevorzugt bei der Wahl der kanonischen URL Seiten, die Teil eines hreflang-Clusters sind. In Googles eigenem Beispiel verweisen die Seiten für de-de und de-ch per hreflang aufeinander, die Seite für de-at aber nicht; dann werden de-de und de-ch als kanonisch bevorzugt, und die österreichische Seite kann in den Suchergebnissen hinter ihnen zurückstehen. Eine Länderkopie außerhalb des Clusters ist also schlechter als gar keine.
Wir haben uns für Sprache entschieden, weil wir Software testen, deren Preise und Funktionen sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum unterscheiden. Die Grenze dieser Entscheidung nennen wir offen: Schweizer Leser sehen bei uns Preise in Euro, nicht in Franken. Wie du Länderfassungen mit hreflang auszeichnest, etwa de-AT und de-CH, steht in unserem Ratgeber zu hreflang, x-default und Canonical.
Domain, Subdomain, Unterverzeichnis oder Parameter?
Google nennt vier Möglichkeiten, Sprach- oder Länderfassungen in der URL zu trennen, jeweils mit Vor- und Nachteilen:
- Länderspezifische Domain (example.de): eine eindeutige geografische Ausrichtung, der Serverstandort ist egal, und die Websites lassen sich leicht trennen. Dafür kostet sie mehr, die Wunschdomain ist nicht immer frei, du brauchst mehr Infrastruktur, manche Länderdomains haben strenge Vergabebedingungen, und eine solche Domain kann laut Google nur auf ein einzelnes Land ausgerichtet werden.
- Subdomain (de.example.com): leicht einzurichten, unterschiedliche Serverstandorte sind möglich. Aus der URL allein erkennt der Nutzer aber nicht, ob „de“ für die Sprache oder das Land steht.
- Unterverzeichnis (example.com/de/): leicht einzurichten, wenig Wartung, weil alles auf einem Host liegt. Auch hier ist die Ausrichtung aus der URL nicht eindeutig, und die Fassungen lassen sich schwerer voneinander trennen.
- URL-Parameter (example.com?loc=de): laut Google „nicht empfohlen“.
Zwei Details aus Googles Liste werden oft übersehen. Erstens behandelt Google einige Länderendungen wie .tv, .me, .io, .ai und .co als generische Domains, weil Nutzer und Websitebetreiber sie nicht als länderspezifisch ansehen. Eine .io-Domain sagt Google also nichts über den Britischen Indischen Ozean. Zweitens gelten auch .eu und .asia als generisch; eine .eu-Domain richtet eine Website nicht auf Europa aus.
Veraltet ist dagegen ein Rat, der in deutschen Ratgebern noch häufig steht: das Zielland in der Search Console einzustellen. Den Bericht zur internationalen Ausrichtung gibt es nicht mehr. Google schreibt dazu, die Länderausrichtung in der Search Console biete keine nennenswerten Vorteile und werde nicht mehr unterstützt; hreflang werde weiterhin unterstützt und verwendet. Search Engine Land berichtete im August 2022 über die Ankündigung und nannte den 22. September 2022 als Termin, an dem der Bericht verschwand.
Für eine kleine Website mit mehreren Sprachen und ohne Länderfassungen spricht viel für Unterverzeichnisse: ein Deployment, ein Zertifikat, eine Search-Console-Property, und Links auf irgendeine Sprachfassung stärken dieselbe Domain. Eine eigene Länderdomain lohnt sich eher, wenn ein Land wirklich ein eigenes Geschäft ist, mit eigenem Team, eigener Preisliste und eigenen Rechtstexten.
So ist Polytested aufgebaut
Unsere Website folgt dem Unterverzeichnis-Modell. Englisch liegt im Stammverzeichnis, die anderen Sprachen in eigenen Ordnern, und jede Sprache hat ihre eigenen Slugs und Pfadnamen:

Ein paar Regeln, die man in der Tabelle sieht oder die dahinterstehen:
- Eine Adresse pro Seite. /en/blog leitet mit 308 auf /blog weiter, /DE/BLOG auf /de/blog und www.polytested.com auf die Domain ohne www. So gibt es jede Seite nur unter einer URL.
- Pfade in der Sprache der Leser. Die Methodenseite heißt /how-we-test, /de/so-testen-wir, /fr/notre-methode und /es/como-probamos; Autorenseiten liegen unter /authors/, /de/autoren/, /fr/auteurs/ und /es/autores/.
- Slugs ohne Umlaute. Wir schreiben ä, ö und ü als ae, oe und ue, ß als ss. Google erlaubt auch Umlaute, empfiehlt dann aber UTF-8 und korrekt codierte Links.
- Eine Sitemap pro Sprache. Am 14. Oktober 2026 enthielt die englische Sitemap 41 Adressen, die deutsche 23, die französische und die spanische je 9.
Wie Google Sprache und Zielland erkennt
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Google die Sprache einer Seite am lang-Attribut im HTML-Code abliest. Google schreibt das Gegenteil: „Wir verwenden keine Sprachinformationen auf Codeebene wie lang-Attribute oder die URL.“ Entscheidend ist der sichtbare Inhalt. Deshalb rät Google, auf einer Seite für Inhalt und Navigation nur eine Sprache zu verwenden und Übersetzungen nicht nebeneinanderzustellen. Seiten, auf denen nur Menü und Fußzeile übersetzt sind, können laut Google mehrfach in den Suchergebnissen auftauchen, jeweils mit einer anderen Sprache für den Rahmen, was Nutzer verwirrt.
Das lang-Attribut ist trotzdem nicht überflüssig. Screenreader nutzen es, um die richtige Aussprache zu wählen; die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) verlangen, dass sich die Sprache einer Seite maschinell bestimmen lässt. Bing hat in früheren Hinweisen ebenfalls Sprachangaben im Code ausgewertet.
Für das Zielland nennt Google mehrere Signale: Länderdomains, hreflang-Angaben in Seitenkopf, HTTP-Header oder Sitemap, den Serverstandort, der wegen Content Delivery Networks aber kein eindeutiges Signal ist, sowie lokale Adressen und Telefonnummern, die ortsübliche Sprache und Währung, Links von anderen regionalen Websites und das Google Unternehmensprofil. Standort-Meta-Tags wie geo.position ignoriert Google.
Keine automatische Weiterleitung nach Sprache oder IP
Viele Websites leiten Besucher anhand der Browsersprache oder der IP-Adresse automatisch auf eine Sprachfassung um. Google rät davon ab. Solche Weiterleitungen können verhindern, dass Nutzer und Suchmaschinen alle Fassungen einer Website aufrufen können. Der Grund ist technisch: Der Googlebot crawlt laut Google meist von IP-Adressen in den USA aus und sendet keine Accept-Language-Kopfzeile, also keine Browsersprache. Eine Website, die danach umleitet, zeigt dem Googlebot womöglich immer nur die englische Fassung.
Google empfiehlt stattdessen Links zu den anderen Sprachfassungen, mit denen Nutzer die Sprache selbst wechseln. Wer Inhalte trotzdem nach Standort anpasst, soll den Googlebot laut Google wie jeden anderen Besucher aus dem Land behandeln, aus dem er zu kommen scheint. Eine Ausnahme nur für den Googlebot ist also keine Lösung.
Das W3C, das die Webstandards entwickelt, sah das 2016 noch etwas anders: Es empfahl, die Browsersprache serverseitig auszuwerten, aber zusätzlich auf jeder Seite Links zu allen Sprachfassungen anzubieten. Für die Suche ist Googles strengere Linie die sicherere. Wir leiten deshalb nie automatisch um, wie dieser Test zeigt:

Die Sprachwahl: Codes statt Flaggen
Weil es keine automatische Weiterleitung gibt, muss die Sprachwahl gut sichtbar sein. Das W3C rät, Sprachen nicht mit Länderflaggen zu kennzeichnen, weil manche Länder mehrere Sprachen haben und manche Sprachen in mehreren Ländern gesprochen werden. Eine deutsche Flagge passt nicht für einen Österreicher, eine spanische nicht für Mexiko.
Unsere Sprachwahl zeigt deshalb die Sprachcodes EN, DE, FR und ES und im Menü die Namen der Sprachen in der jeweiligen Sprache: English, Deutsch, Français, Español. Gibt es eine Seite in einer Sprache noch nicht, ist der Eintrag ausgegraut und führt zur Startseite dieser Sprache, mit einem Hinweis in genau dieser Sprache, etwa „Pas encore disponible dans cette langue“. Diese Links bekommen kein hreflang, denn sie verweisen nicht auf eine Übersetzung der Seite.
Seiten ohne Übersetzung: Fallback, Weiterleitung oder 404?
Fast jede mehrsprachige Website hat Seiten, die es nicht in allen Sprachen gibt. Was passiert, wenn jemand die deutsche Adresse einer nur englischen Seite aufruft? Drei Lösungen sind verbreitet:
- Fallback: Die Website zeigt den englischen Text unter deutscher Navigation. Das widerspricht Googles Rat, pro Seite nur eine Sprache zu verwenden, und der Leser bekommt etwas anderes als erwartet.
- Weiterleitung auf die englische Seite oder die deutsche Startseite: Der Leser landet woanders, ohne zu wissen, warum.
- 404: Die deutsche Adresse existiert nicht.
Wir haben uns für die dritte Lösung entschieden. /fr/blog antwortet mit 404, solange es keine französischen Blogartikel gibt, und ebenso jede Adresse eines Ratgebers unter /fr/blog/. Eine Seite ohne Übersetzung nennt im hreflang nur sich selbst: Unsere VTT-Anleitung etwa gibt es nur auf Deutsch, sie nennt nur ihre deutsche Fassung, ohne x-default.
Gefunden werden kann eine englische Seite in Deutschland trotzdem. Google kann laut seiner Dokumentation Titellink und Snippet von Ergebnissen in einer anderen Sprache übersetzen, unter anderem ins Deutsche. Wer auf ein solches übersetztes Ergebnis klickt, sieht eine maschinell übersetzte Seite, die Google nicht selbst speichert. Wer das nicht möchte, kann alle Übersetzungsfunktionen der Google Suche mit der robots-Anweisung notranslate abschalten. Klicks und Impressionen aus übersetzten Ergebnissen zeigt die Search Console im Leistungsbericht über den Filter „Darstellung in der Suche“.
hreflang, Canonical und Sitemaps in Kürze
Die technische Verbindung zwischen den Sprachfassungen haben wir in unserem Ratgeber zu hreflang, x-default und Canonical ausführlich beschrieben. Hier nur das Wichtigste: Jede Fassung nennt per hreflang sich selbst und alle anderen Fassungen, Verweise müssen in beide Richtungen bestehen, x-default bestimmt die Fassung für alle anderen Sprachen, und jede Seite verweist mit ihrem Canonical auf sich selbst, nicht auf die englische Fassung. Übersetzte Seiten sind laut Google keine Duplikate, solange der Hauptinhalt übersetzt ist.
hreflang kann im Seitenkopf, als HTTP-Kopfzeile oder in der Sitemap stehen. Wir nutzen zwei Wege, Seitenkopf und Sitemap. Laut Google bringt es für die Suche keinen Vorteil, mehrere Wege zu kombinieren; uns hilft es beim Prüfen, weil unsere Prüfskripte die Sitemaps auswerten.

Getrennte Sitemaps je Sprache haben einen praktischen Vorteil: Im Bericht zur Seitenindexierung der Search Console kannst du nach „URL in bestimmter Sitemap“ filtern und so für jede Sprache einzeln sehen, wie viele Seiten indexiert sind.
Keyword-Recherche je Markt statt Übersetzung
Der häufigste Fehler beim internationalen SEO ist, die Keywords der Ausgangssprache zu übersetzen. Unsere Daten zeigen, wie weit die Märkte auseinanderliegen, schon beim Thema dieses Artikels:

In Deutschland und Frankreich lautet das Haupt-Keyword gleich, „seo international“, in Spanien „posicionamiento seo internacional“. Trotzdem taucht keine einzige Domain in zwei der drei Top-10-Listen auf. Wer in Frankreich ranken will, konkurriert mit ganz anderen Websites als in Deutschland, darunter eine Domain mit Akzent, réussir-en.fr.
Die vier Beispiele im unteren Teil zeigen drei Arten von Unterschieden:
- Andere Wörter: „semrush preise“, „semrush prix“, aber in Spanien „semrush gratis“. Dort sucht man vor allem die kostenlose Version, eine andere Absicht.
- Andere Größenordnung: „lovable ai“ hat in Frankreich laut Semrush 8.100 Suchen im Monat, „lovable ki“ in Deutschland 140.
- Andere Begriffe für dasselbe: „geo ki“, „geo seo“, „seo ia“ für die Optimierung für KI-Suchmaschinen.
Recherchiere deshalb jeden Markt mit der Datenbank dieses Markts und prüfe die Suchergebnisse vor Ort. Wie das mit kostenlosen Tools geht, zeigt unser Ratgeber Keywords finden. Warum ein übersetztes Keyword fast nie das gesuchte ist, haben wir im Ratgeber zur SEO-Übersetzung mit Google Übersetzer und DeepL getestet. Wie du die Recherche für jedes Land Schritt für Schritt aufbaust, zeigt unser Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche.
Lokalisieren und maschinell übersetzen
Lokalisieren heißt laut W3C, ein Produkt oder Dokument an Sprache, Kultur und andere Anforderungen eines Zielmarkts anzupassen: Zahlen-, Datums- und Zeitformate, Währung, Symbole, kulturell heikle Inhalte und unterschiedliche rechtliche Anforderungen. Bei uns sind das zum Beispiel diese Regeln:
- Dezimalzeichen: 8.6 auf Englisch, 8,6 auf Deutsch, Französisch und Spanisch;
- Anrede: you, du, vous und tú;
- Anführungszeichen: “ ” auf Englisch, „ “ auf Deutsch, « » auf Französisch;
- Preise: in den USA in Dollar, sonst in Euro, so wie der Anbieter sie nennt, ohne Umrechnung;
- Rechtstexte je Sprache: /legal-notice, /de/impressum, /fr/mentions-legales, /es/aviso-legal.
Maschinelle Übersetzung ist dabei kein Tabu, aber kein Ersatz für Arbeit. Seit dem 5. März 2024 hat Google eine Spamrichtlinie zum Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten, die als Beispiel auch automatisierte Transformationen wie Übersetzung nennt, wenn Nutzern dabei wenig Mehrwert geboten wird. In den Richtlinien für die Bewertung der Suchqualität vom September 2025 nennt Google die Übersetzung eines Textes durch einen Menschen als Beispiel für Aufwand, das massenhafte Erzeugen von Seiten mit Übersetzungssoftware ohne Aufsicht oder Auswahl dagegen nicht.
Interessant ist, wie Google selbst arbeitet: Die deutschen Seiten von Google Search Central tragen im Code das Sprachkennzeichen de-x-mtfrom-en, nach Googles eigener Konvention ein Hinweis auf eine maschinelle Übersetzung aus dem Englischen. Die Hilfeseiten der Search Console weisen am Ende darauf hin, dass sie mithilfe von KI übersetzt sein können. Maschinelle Übersetzung mit Kennzeichnung und Pflege ist also gängige Praxis, auch bei Google. Unsere deutschen Ratgeber schreiben wir direkt auf Deutsch, mit deutschen Quellen und Screenshots; sie gehen an unseren Sprachprüfer Lukas Becker, dessen Name auf der Seite steht.
Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht ein Markt
Wer „DACH“ sagt, meint drei Länder mit einer gemeinsamen Sprache, aber unterschiedlichen Gewohnheiten. Schon bei den Suchmaschinen fängt es an:

Laut StatCounter kamen im September 2026 in Deutschland 6,49 Prozent der Verweise von Suchmaschinen über Bing, in Österreich 10,93 und in der Schweiz 12,11 Prozent. Auf dem Desktop war es in allen drei Ländern rund ein Fünftel. StatCounter misst dabei Seitenaufrufe, die von Suchmaschinen kommen, nicht die Zahl der Suchanfragen. Für eine B2B-Website, deren Leser am Arbeitsplatz suchen, lohnt sich deshalb ein Blick in die Bing Webmaster Tools. Für Bing waren Sprachangaben im Code in der Vergangenheit wichtiger als für Google: In einem Blogbeitrag von 2011 empfahl Bing das content-language-Meta-Tag, um Sprache und Land eines Dokuments anzugeben, und stellte es in der Rangfolge vor das lang-Attribut. Ob das heute noch gilt, sagt Bing in seinen aktuellen Richtlinien nicht. Wir senden keinen Content-Language-Header, nur das lang-Attribut.
Weitere Unterschiede:
- Sprache: In der Schweiz schreibt man ss statt ß, in Österreich sagt man „Jänner“ statt „Januar“. In der Schweiz ist Deutsch zudem nur eine von vier Landessprachen: Laut dem Bundesamt für Statistik nannten 2023 rund 61 Prozent der Bevölkerung Deutsch oder Schweizerdeutsch als Hauptsprache, 23 Prozent Französisch und 8 Prozent Italienisch. Eine deutsche Fassung erreicht also nur einen Teil der Schweiz.
- Währung und Steuern: Der Normalsatz der Mehrwertsteuer liegt in Deutschland bei 19, in Österreich bei 20 und in der Schweiz bei 8,1 Prozent. In der Schweiz verlangt die Preisbekanntgabeverordnung, dass Waren, die Konsumenten zum Kauf angeboten werden, mit dem tatsächlich zu bezahlenden Preis in Schweizerfranken ausgezeichnet werden.
- Formate: Derselbe Betrag heißt in Deutschland
1.234,56 €, in Österreich€ 1.234,56und in der SchweizCHF 1’234.56.
Rechtliches: Jedes Land hat eigene Regeln
Rechtstexte lassen sich nicht übersetzen wie ein Ratgeber. Ein paar Beispiele, die zeigen, warum (keine Rechtsberatung):
- Deutschland: Die Anbieterkennzeichnung, das Impressum, regelt seit dem 14. Mai 2024 § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), das das Telemediengesetz abgelöst hat. Wer noch „Angaben gemäß § 5 TMG“ im Impressum stehen hat, verweist auf ein Gesetz, das es nicht mehr gibt. Für Cookies gilt § 25 TDDDG, früher TTDSG: Das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Gerät der Nutzer braucht grundsätzlich eine Einwilligung.
- Österreich: Laut Wirtschaftskammer Österreich gelten für Websites unter anderem die Informationspflichten nach § 5 E-Commerce-Gesetz und die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz.
- Schweiz: Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verlangt von Anbietern im elektronischen Geschäftsverkehr klare und vollständige Angaben über Identität und Kontaktadresse. Bei Cookies genügt nach dem Fernmeldegesetz, dass Nutzer informiert werden und die Bearbeitung ablehnen können, also anders als die Einwilligung, die in der EU verlangt wird.
Lass Rechtstexte für jedes Land erstellen oder prüfen, statt sie aus einer anderen Sprache zu übertragen.
Erfolg je Land und Sprache messen
Ob eine Sprachfassung funktioniert, zeigt die Search Console, wenn du die Daten richtig schneidest:
- Eine Domain-Property für die ganze Website, damit nichts fehlt.
- URL-Präfix-Properties für einzelne Sprachordner, etwa https://example.com/de/, wenn du eine Sprache dauerhaft getrennt sehen willst. Genau dafür empfiehlt die Search-Console-Hilfe diesen Property-Typ.
- Leistungsbericht mit dem Tab „Länder“: Er gruppiert die Daten nach dem Land, aus dem gesucht wurde, nicht nach der Sprache der Seite. Mit einem Seitenfilter auf /de/ und dem Vergleich zweier Länder siehst du, ob deine deutsche Fassung in Österreich und der Schweiz ankommt.
- Seitenindexierung nach Sitemap, wie oben beschrieben.
- Bing Webmaster Tools für Österreich und die Schweiz.
Unsere eigenen Zahlen können wir hier noch nicht zeigen: Unsere Website ist seit dem 13. Oktober 2026 für Suchmaschinen geöffnet, und die Search Console hatte am Tag danach noch keine Daten. Eine Suche nach site:polytested.com zeigte am 14. Oktober rund acht Ergebnisse, auf Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.
Häufige Fehler
- Canonical von der Übersetzung auf das Original. Damit sagst du Google, dass die deutsche Seite nur eine Kopie ist. Jede Sprachfassung verweist auf sich selbst.
- Automatische Weiterleitung nach Sprache oder IP, womöglich mit Ausnahme für den Googlebot.
- Gemischte Sprachen auf einer Seite, etwa ein englischer Text unter deutschem Menü oder ein übersetztes Menü über englischem Inhalt.
- Übersetzte statt recherchierte Keywords.
- Länderkopien außerhalb des hreflang-Clusters, die Google zugunsten anderer Fassungen zurückstellt.
- Flaggen als Sprachsymbole.
- Verlass auf die Länderausrichtung der Search Console, die es seit 2022 nicht mehr gibt.
- Sprachwahl nur per JavaScript, deren Links Crawler nicht sehen.
- Maschinelle Übersetzung ohne Prüfung, vor allem in großer Menge.
- Rechtstexte aus der Ausgangssprache übersetzt.
Checkliste
- Entschieden: nach Sprache oder nach Land, und für welche Märkte.
- URL-Struktur gewählt: Länderdomain, Subdomain oder Unterverzeichnis, keine Parameter.
- Eine URL pro Seite und Sprache, Pfade und Slugs in der Sprache der Leser.
- Eine Sprache pro Seite, auch in Menü, Fußzeile und Fehlermeldungen.
- hreflang in beide Richtungen, x-default und Canonical auf sich selbst.
- Eine Sitemap pro Sprache oder Land.
- Keine automatische Weiterleitung; eine sichtbare Sprachwahl ohne Flaggen auf jeder Seite.
- Eine Regel für Seiten ohne Übersetzung: 404 statt fremdsprachigem Inhalt.
- Keywords je Markt recherchiert und Suchergebnisse vor Ort geprüft.
- Inhalte lokalisiert: Formate, Währung, Beispiele, Quellen, Anrede.
- Rechtstexte je Land erstellt.
- Messung je Land und Sprache in Search Console und Bing Webmaster Tools eingerichtet.
