Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Keyword im Monatsdurchschnitt gesucht wird, meist gemittelt über die letzten zwölf Monate und gezählt für ein Land. Kostenlos ermitteln kannst du es mit dem Keyword-Planer von Google Ads, der Googles eigene, gerundete Zahl zeigt. Semrush, SISTRIX und Ahrefs schätzen ihre Werte selbst und kommen deshalb auf andere Zahlen. Für Suchanfragen, bei denen deine Website schon erscheint, zeigt die Search Console echte Impressionen. Wir haben beides für unsere eigene, neue Website verglichen: Es passt nicht zusammen, und wir zeigen, warum.
Was das Suchvolumen zählt
Alle Tools sprechen vom Suchvolumen, aber jedes meint etwas leicht anderes:
| Quelle | Zeitraum | Ort | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Google Keyword-Planer | Standardmäßig zwölf Monate, oder ein Monatsbereich deiner Wahl | Die Standorte, die du einstellst | Googles eigene Suchdaten, gerundet, für das Keyword und ähnliche Varianten |
| Semrush | Suchanfragen der letzten zwölf Monate geteilt durch zwölf, monatlich aktualisiert | Eine Länderdatenbank; für ein einzelnes Keyword auch Stadt oder Region | Daten von Drittanbietern und historische Clickstream-Daten, ausgewertet mit maschinellem Lernen |
| SISTRIX | Die letzten zwölf Monate, bei sehr kleinen Werten länger | Das gewählte Land und die damit verknüpfte Sprache | Zahlreiche Quellen, gegeneinander geprüft und gemittelt |
| Google Trends | Der Zeitraum deiner Wahl | Land, Region oder Stadt | Eine Stichprobe von Google-Suchen, skaliert von 0 bis 100, ohne absolute Zahlen |
Daraus folgt:
- Gezählt werden Suchanfragen, nicht Personen. Der Keyword-Planer zählt, wie oft gesucht wurde, nicht wie viele Menschen gesucht haben. Google Trends dagegen entfernt wiederholte Suchen derselben Person in kurzer Zeit.
- Es ist ein Durchschnitt. Ein Keyword, das fast nur im Dezember gesucht wird, hat das ganze Jahr denselben Monatswert.
- Es gilt für einen Ort. Eine Zahl für Deutschland sagt nichts über Österreich oder die Schweiz. Der Keyword-Planer zählt standardmäßig alle Suchanfragen nach einem Begriff, unabhängig von der Sprache, an den gewählten Standorten.
- Smartphones sind dabei. Semrush rechnet Mobil- und Desktop-Suchen zusammen; der Keyword-Planer kann seinen Wert nach Geräten aufschlüsseln.
Wie das Suchvolumen neben Suchintention und Keyword-Schwierigkeit einzuordnen ist, erklärt unser Ratgeber zu SEO-Keywords.
Googles eigene Zahl: der Keyword-Planer
Den Keyword-Planer findest du in Google Ads im Menü „Tools“. Mit Neue Keywords entdecken bekommst du Ideen, mit Suchvolumen und Prognosen abrufen prüfst du eine fertige Liste. Die entscheidende Spalte heißt „Durchschnittl. Suchanfragen pro Monat“. Laut Googles Hilfeseiten gilt für sie:
- Keyword und ähnliche Varianten. Google zählt das Keyword zusammen mit ähnlichen Varianten, für den Monatsbereich, den Standort und das Suchnetzwerk, die du ausgewählt hast.
- Nur genau passend. Die bisherigen Messwerte sind dieselben, egal ob du das Keyword als „Weitgehend passend“, „Passende Wortgruppe“ oder „Genau passend“ hinzufügst.
- Gerundet. Google rundet die Werte. Für mehrere Standorte ergeben sie deshalb nicht unbedingt die erwartete Summe.
- Keine Daten für sehr seltene Keywords. Keywords mit sehr geringem Suchvolumen oder aus sensiblen Bereichen werden nicht angezeigt; stattdessen kommt eine Fehlermeldung.
- Monatliche Aktualisierung. Laut der Dokumentation der Google Ads API werden die bisherigen Messwerte monatlich aktualisiert.
Der Keyword-Planer ist kostenlos, aber du musst die Einrichtung deines Google-Ads-Kontos mit deinen Zahlungsinformationen abschließen. Manche Nutzer sehen danach statt einer Zahl nur Spannen wie 1K–10K. In den Google-Ads-Hilfeseiten, die wir am 25. Oktober 2026 gelesen haben, kommen diese Spannen nicht vor. In einem Beitrag von 2022 in Googles eigener Ads-Community meldete ein Nutzer Spannen wie 1k-10k; ein ehrenamtlicher Produktexperte antwortete, man müsse Geld ausgeben und eine aktive Kampagne haben, um die vollen Daten zu sehen, und Google sage nicht, wie viel. Lies eine Spanne also als Spanne und rate keine Zahl hinein.
Wie Semrush, SISTRIX und Ahrefs schätzen
Fremde Tools sehen Googles Suchdaten nicht direkt. Sie schätzen:
- Semrush nimmt Datensätze von Drittanbietern, legt historische Clickstream-Daten darüber, lässt daraus auf einem Rechencluster ein Modell berechnen und wendet es auf Milliarden Keywords an. Der Wert ist die Summe der letzten zwölf Monate geteilt durch zwölf, monatlich aktualisiert, mit Monatsverläufen bis Januar 2012. Das globale Suchvolumen ist die Summe aller Länderdatenbanken.
- SISTRIX schreibt, dass es keine zu einhundert Prozent zuverlässige Quelle gibt. Das Tool bezieht seine Daten aus zahlreichen Quellen, prüft sie gegeneinander und bildet einen Durchschnitt. Bei sehr kleinen Werten rechnet es über längere Zeiträume als zwölf Monate.
- Ahrefs kombiniert den Keyword-Planer, Google Trends und weitere Datenquellen. Weil der Planer ähnliche Keywords zusammenfasst und in Stufen rundet, trennt Ahrefs solche Gruppen mit weiteren Daten, darunter historische Clickstream-Daten, wieder auf. Bei Longtail-Keywords werden die Werte laut Ahrefs ungenauer, weil die Clickstream-Stichprobe dort mehr Fehler erzeugt.
Alle drei nennen ihre Zahlen Schätzungen. Ahrefs hat in einer eigenen Studie Schätzungen mit Impressionen aus der Search Console verglichen: Die eigenen Werte seien bei 60 Prozent der untersuchten Keywords ungefähr richtig gewesen, die des Keyword-Planers bei 45 Prozent. Das ist eine Studie des Anbieters selbst, kein unabhängiger Test.
Warum die Tools unterschiedliche Zahlen zeigen
Gibst du dasselbe Keyword in drei Tools ein, bekommst du oft drei Zahlen. Die Gründe stecken in den Methoden:
- Gruppierung. Der Planer fasst ähnliche Varianten zusammen, etwa Einzahl und Mehrzahl; Ahrefs trennt sie. Aus einer Zahl im einen Tool werden im anderen zwei.
- Rundung. Der Planer rundet, und auch die Werte in unserem Semrush-Plan liegen auf festen Stufen, wie unser Ratgeber zu Keywords mit geringem Suchvolumen zeigt. Kleine Unterschiede zwischen Tools bedeuten oft nichts.
- Andere Daten. Clickstream-Daten sind eine Stichprobe von Nutzern; jedes Modell sieht einen anderen Ausschnitt.
- Andere Stichtage. Jedes Tool aktualisiert nach eigenem Plan, die zwölf Monate hinter zwei Zahlen sind also nicht unbedingt dieselben.
- Andere Orte. Land, Region und weltweite Summe sind verschiedene Zahlen.
- Andere Schwellen. Was ein Tool als 0 zeigt, lässt ein anderes ganz weg. Was die 0 jeweils bedeutet, steht im Ratgeber zu geringem Suchvolumen.
Die Faustregel: Vergleiche Keywords nur innerhalb eines Tools, einer Länderdatenbank und eines Datums, und notiere alle drei neben der Zahl.
Saisonalität: Der Durchschnitt versteckt die Spitze
Ein Zwölfmonatsdurchschnitt glättet jede Saison. Ein ausgedachtes Beispiel: Ein Keyword mit 100 Suchanfragen in elf Monaten und 1.300 im Dezember hat einen Durchschnitt von 200. Das Tool zeigt das ganze Jahr 200, die echte Nachfrage liegt im Juni bei 100 und im Dezember bei 1.300. Dieselbe Rechnung trifft neue Themen: Ein Begriff, den es erst seit zwei Monaten gibt, wird über Monate gemittelt, in denen niemand danach gesucht hat.
So siehst du den Verlauf kostenlos:
- Keyword-Planer: Ändere über der Grafik den Zeitraum, um die Entwicklung für einzelne Monate zu sehen. Googles eigenes Beispiel ist ein Blumenlieferdienst, dessen Keywords im Februar, dem Monat des Valentinstags, am beliebtesten sind.
- Google Trends: zeigt das Interesse im Zeitverlauf für ein Land, eine Region oder eine Stadt auf einer Skala von 0 bis 100. Begriffe mit wenig Suchvolumen erscheinen als 0, das Tool taugt also nur für größere Suchanfragen.
- SISTRIX: zeigt unter dem Monatsdurchschnitt eine Trendgrafik, an deren wiederkehrenden Spitzen du saisonale Keywords erkennst.
Google weist selbst darauf hin, dass die Zahl der Suchanfragen mit Saison und aktuellen Ereignissen ständig schwankt. Plane saisonale Seiten einige Wochen vor der Spitze.
Suchvolumen kostenlos ermitteln, Land für Land
So prüfst du Keywords für einen Markt im Keyword-Planer:
- Wähle in Google Ads im Menü „Tools“ die Option Keyword-Planer.
- Klicke auf Neue Keywords entdecken, gib deine Keywords ein und wähle Ergebnisse anzeigen.
- Stelle im Bereich „Ausrichtung“ über der Grafik den Standort auf ein Land. Du kannst auch Regionen oder Städte wählen, eine Sprache festlegen und zwischen „Google“ und „Google und Suchnetzwerk-Partner“ wählen.
- Lies die durchschnittlichen Suchanfragen pro Monat ab und ändere dann über der Grafik den Zeitraum, um einzelne Monate zu sehen.
- Wiederhole das für Deutschland, Österreich und die Schweiz getrennt und addiere die Werte nicht: Sie sind gerundet.
Für die Schweiz ist die Spracheinstellung wichtig. Googles eigenes Beispiel in der Hilfe ist ein Hotel, das französischsprachige Nutzer in der Schweiz erreichen will, und genau dafür sind Standort und Sprache einstellbar. Wie du je Land recherchierst und warum dieselbe Frage in Wien anders formuliert sein kann als in Köln, zeigt unser Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche. Weitere kostenlose Wege, etwa die Bing Webmaster Tools und die Gratis-Konten der Keyword-Tools, stehen in unserer Anleitung Keywords finden.
Search Console: echte Impressionen für Keywords, bei denen du schon rankst
Die Search Console zeigt kein Suchvolumen, aber etwas, das kein Keyword-Tool hat: echte Google-Suchen, in denen deine Website erschienen ist.
- Öffne den Leistungsbericht für die Suchergebnisse.
- Klicke auf + Filter hinzufügen, wähle Land und das gewünschte Land.
- Öffne den Tab Abfragen und schalte Impressionen und Durchschnittliche Position ein.
Eine Impression zählt Google, wenn ein Link zu deiner Website auf der Ergebnisseite steht, die jemand geladen hat, auch wenn er nicht bis dorthin scrollt. Genau das ist der Haken: Steht deine Seite auf keiner geladenen Ergebnisseite, zählt die Suche für dich gar nicht. Ahrefs setzt die Impressionen erst dann mit dem echten Suchvolumen gleich, wenn eine Seite dauerhaft ganz oben steht. Vorher sind sie nur eine Untergrenze. Außerdem fehlen seltene, anonymisierte Suchanfragen in der Tabelle, und sie zeigt höchstens 1.000 Zeilen; beides erklärt der Ratgeber zu geringem Suchvolumen.
Unser Test: Semrush-Suchvolumen gegen unsere Impressionen
Polytested ist eine neue Website: Google hat sie am 12. Oktober 2026 zum ersten Mal angezeigt, und während des Zeitraums unten wurden noch Seiten indexiert. Wir haben die 865 Keywords aus unserem Semrush-Plan (Datenbanken USA, Deutschland, Frankreich und Spanien, abgerufen am 12. und 13. Oktober 2026) in unseren Search-Console-Daten vom 12. bis 25. Oktober 2026 gesucht; der 25. Oktober war noch unvollständig. Unsere deutschen Seiten haben wir mit der deutschen Datenbank verglichen, die englischen mit den USA und so weiter. Diese Regel bestimmt, was als Treffer zählt:
Angleichen: Kleinschreibung, ohne Akzente, Satzzeichen -> Leerzeichen.
Exakt: Die Suchanfrage ist das geplante Keyword.
Nah: Dieselben Wörter in anderer Reihenfolge oder
Einzahl/Mehrzahl ("abkürzung seo" = "seo abkürzung").
Alles andere (zusätzliche Wörter, Synonyme, Tippfehler): kein Treffer.Das Ergebnis:
- 74 geplante Keywords tauchten in allen vier Sprachen exakt oder nah auf, davon 15 auf unseren deutschen Seiten.
- Auf den deutschen Seiten 148 Impressionen und 0 Klicks. Die mittlere durchschnittliche Position (Median) lag bei 41, also weit hinter der ersten Ergebnisseite.
- 2,8 Prozent des Suchvolumens. Wir haben jedes Monatsvolumen auf die 13 vollen Tage umgerechnet (Volumen × 13 ÷ 30,4). Beim mittleren deutschen Keyword entsprachen die Impressionen 2,8 Prozent davon, über alle vier Sprachen 1,7 Prozent.

Den höchsten Anteil hatte ausgerechnet „keywords mit geringem suchvolumen“: 21 Impressionen bei Position 33,3, knapp 19 Prozent der umgerechneten 260 Suchanfragen im Monat. „seo abkürzung“ kam mit 51 Impressionen auf knapp 14 Prozent.
Warum Impressionen und Suchvolumen noch nicht zusammenpassen
- Die Position. Eine Impression gibt es nur, wenn unser Link auf einer Ergebnisseite steht, die jemand geladen hat, und Position 41 im Mittel liegt weit hinter der ersten Seite. Selbst Platz 9 reichte nicht: Unsere Seite zum Ausschalten der KI-Synchronisation bei YouTube stand für „youtube ki stimme ausschalten“ und „youtube automatische synchronisation ausschalten“ im Schnitt auf Position 9 und bekam trotzdem nur 2 und 1 Impressionen, bei 170 und 390 Suchanfragen im Monat laut Semrush. Ein Durchschnitt kann Tage weiter hinten verbergen, und tägliche Positionen je Suchanfrage haben wir nicht.
- Ein kurzer, früher Zeitraum. 13 Tage gegen einen Zwölfmonatsdurchschnitt, auf einer Website, die Google noch indexierte: Von den 227 Adressen in unseren Sitemaps waren am 18. Oktober 176 indexiert, am 25. Oktober 194.
- Ein Land gegen alle Länder. Semrush zählt nur Deutschland, unsere Suchanfragen-Zeilen enthalten Suchen aus allen Ländern. Über die ganze Website kamen 767 Impressionen aus Deutschland, 112 aus der Schweiz und 78 aus Österreich. Unsere Daten trennen die einzelnen Suchanfragen nicht nach Ländern, den genauen Anteil kennen wir also nicht.
- Versteckte Zeilen. 1.810 unserer 6.614 Impressionen im Zeitraum, 27 Prozent, hatten gar keine Suchanfragen-Zeile.
- Varianten verteilen die Nachfrage. Nur 20 Prozent der Impressionen auf unseren deutschen Seiten kamen von geplanten Keywords, exakt oder nah. Die meisten Impressionen aller Suchanfragen auf deutschen Seiten bekam „keywords konkurrenz herausfinden“: 95, bei Position 32,3, obwohl das Keyword in unserem Plan gar nicht steht. Auch „keyword planer kostenlos“ brachte 19 Impressionen.
Für solche Suchanfragen hat unser Plan keine Zahl. Das heißt nicht, dass Semrush 0 zeigt: Wir haben sie nie nachgeschlagen, weil unsere Recherche mit Mindestvolumen arbeitete. Die Search Console hat sie für uns gefunden, und genau darin liegt ihr Wert für eine neue Website.
So nutzt du das Suchvolumen
- Vergleichen statt zählen. Ordne Keywords innerhalb eines Tools, eines Landes und eines Datums; als Traffic-Prognose taugt die Zahl nicht.
- Zahlen als Spannen lesen. Werte sind gerundet oder geschätzt; ein Keyword mit 880 und eines mit 1.000 sind praktisch gleich.
- Monate prüfen. Sieh dir den Verlauf an, bevor du eine saisonale Seite planst.
- Jedes Land einzeln. Deutschland, Österreich und die Schweiz brauchen eigene Zahlen.
- Search Console als Untergrenze. Impressionen zeigen die Nachfrage, die du schon erreichst. Seiten auf den Positionen 11 bis 20 sind der ersten Seite am nächsten; wie du sie nach vorn bringst, zeigt unser Ratgeber zu Keywords kurz vor Seite 1, und ob eine Seite dort ankommt, siehst du, wenn du dein Keyword-Ranking prüfst.
- Später neu vergleichen. Steht eine Seite einige Monate weit oben, lege ihre Impressionen neben das Suchvolumen des Tools. Vorher sagt eine Lücke wie unsere mehr über die Seite als über das Keyword.
