Keywords auf Seite 2 sind Suchanfragen, für die eine deiner Seiten schon knapp hinter den vorderen Treffern steht, meist auf einer durchschnittlichen Position von etwa 11 bis 20 in der Google Search Console. Im Englischen heißen sie „Striking Distance Keywords“, in deutschen Ratgebern auch „Quick Wins“. Der Bereich ist eine Gewohnheit der SEO-Branche, kein Begriff von Google. Die Idee: Google zeigt deine Seite für diese Suche bereits, also ist es ein kleinerer Schritt, sie zu verbessern, als eine neue Seite zu schreiben. Hier liest du, wie du solche Suchanfragen findest, auswählst und angehst, mit unseren eigenen Daten vom Oktober 2026.

Was „Keywords auf Seite 2“ bedeutet

Gemeint ist eine Suchanfrage, bei der deine Seite nah an den Plätzen steht, die die meisten Klicks bekommen, aber noch nicht dort. Darin sind sich die Ratgeber einig, die wir gelesen haben, bei den Zahlen nicht:

Positionsbereiche in fünf Ratgebern, geprüft am 25. Oktober 2026
RatgeberBereichStand
SISTRIX, Tutorial zur Search Console„zweite Seite“, Positionen 11 bis 20aktualisiert März 2026
Semrush-Blog, deutsche AusgabePlätze 5 bis 15, dort „High-Potential-Seiten“September 2022
Seokratie, „SEO-Quick-Wins“im Beispiel Positionen 2 bis 20 mit mehr als 50 ImpressionenNovember 2018
Clearscope-Blog (englisch)11 bis 20August 2024
SEOTesting-Blog (englisch)11 bis 30aktualisiert März 2026

In den Hilfeseiten zur Search Console, die wir für diesen Ratgeber gelesen haben, kommen weder „Striking Distance“ noch „Quick Wins“ vor. Google spricht von der durchschnittlichen Position und warnt davor, sie zu wörtlich zu nehmen.

Wir schauen uns in diesem Ratgeber die Positionen 8 bis 20 an. Die Plätze 8 bis 10 liegen meist unten auf Seite 1, und Google zählt eine Impression, sobald ein Ergebnis auf der aufgerufenen Ergebnisseite steht, auch wenn niemand bis dorthin gescrollt hat. Eine Seite auf Position 9 kann also Impressionen sammeln, die keiner gesehen hat. Sie gehört deshalb mit auf die Liste.

Warum Position 11 nicht immer Seite 2 ist

Die Position in der Search Console zählt keine blauen Links. Google nummeriert die Elemente einer Ergebnisseite von oben nach unten: Ein Karussell oder ein Knowledge Panel belegt eine Position, ein hervorgehobenes Snippet meist Position 1, Anzeigen belegen keine. Googles Hilfe nennt selbst vier Bedeutungen für Position 11:

  • bei einer Suche am Computer die Stelle ganz rechts oben in einem Knowledge Panel;
  • das erste Element auf Seite 2, wenn Seite 1 zehn Elemente und nichts in der rechten Spalte hatte;
  • die zweite oder dritte Reihe der Bildersuche am Computer;
  • die sechste Reihe der Bildersuche auf dem Smartphone.

Googles Rat: keine voreiligen Schlüsse ziehen und lieber beobachten, wie sich die Position mit der Zeit verändert.

Dazu kommt der Durchschnitt. Pro Suche erfasst die Search Console die höchste Position deiner Website, und nur, wenn das Ergebnis eine Impression bekam. Der Wert in der Tabelle ist der Durchschnitt über alle Impressionen. Eine 14 kann also aus Suchen auf Platz 8 und auf Platz 20 entstehen, und bei wenigen Impressionen verschiebt schon eine einzige Suche den Wert deutlich. Nimm den Bereich als Sortierhilfe, nicht als genauen Rang.

So findest du Keywords auf Seite 2 in der Search Console

Alles hier ist kostenlos. Die Bezeichnungen stammen aus Googles deutscher Hilfe zur Search Console.

  1. Öffne den Leistungsbericht für die Suchergebnisse. Die Standardansicht zeigt Klicks und Impressionen der letzten drei Monate.
  2. Schalte „Durchschnittliche Position“ ein, indem du die Überschrift über dem Diagramm anklickst. Die Tabelle bekommt dann eine Spalte für die Position.
  3. Wähle den Tab „Suchanfragen“. Du kannst die Tabelle nach Position sortieren.
  4. Exportiere die Tabelle über Exportieren: als Google Tabellen, Microsoft Excel oder CSV. Der Export übernimmt deine Filter und ist auf 1.000 Zeilen begrenzt.
  5. Filtere in der Tabellenkalkulation auf Positionen von 8 bis 20 und sortiere nach Impressionen, die höchsten zuerst. Streiche deinen Markennamen und alles, was nach einem Test statt nach einem Leser aussieht.
  6. Nimm dir einen Bereich nach dem anderen vor. Klicke auf + Filter hinzufügen, wähle Seiten, dann URLs mit, gib einen Ordner wie /de/ ein und klicke auf Übernehmen.
  7. Prüfe, welche Seite rankt. Klicke in der Tabelle auf eine Suchanfrage: Der Bericht filtert dann nach ihr. Öffne danach den Tab Seiten.

Seltene Suchanfragen blendet die Search Console zum Schutz der Privatsphäre aus, deine Liste ist also nie vollständig. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Keywords mit geringem Suchvolumen. Auch Keyword-Tools wie Semrush zeigen Positionen deiner Website; worin sie sich von der Search Console unterscheiden, steht in unserem Ratgeber zum Keyword-Ranking prüfen.

Was unsere eigene Search Console zeigt

Wir haben unsere Daten am 25. Oktober 2026 abgerufen. Polytested ist seit dem 13. Oktober für Google offen, die Daten reichen also vom 12. bis 25. Oktober, und der letzte Tag war noch unvollständig. In dieser Zeit hatte die ganze Website 6.614 Impressionen und 8 Klicks.

  • 1.349 Zeilen führte die Tabelle, jede eine Kombination aus Suchanfrage und einer unserer Seiten.
  • 120 davon lagen im Schnitt auf Position 8 bis 20. Elf Zeilen sahen nach einem Test in einem Keyword-Tool aus, etwa „test keyword 13“. Ohne sie blieben 109 Zeilen mit 251 Impressionen und 1 Klick.
  • Der Bereich verändert die Liste. 58 dieser Zeilen (144 Impressionen) lagen unter 11, 51 Zeilen (107 Impressionen) zwischen 11 und 20. Mit dem üblichen Bereich 11 bis 20 hätten wir unsere größte Gruppe verpasst, die spanische weiter unten.
  • Unsere deutschen Seiten kamen auf 29 dieser Zeilen, mit 55 Impressionen und ohne Klick.
Tabelle der Suchanfragen, für die unsere deutschen Seiten in der Google Search Console im Schnitt auf Position 8 bis 20 standen, mit Position, Impressionen und Seite, darunter dubbing bedeutung auf 9,1 und seo title auf 17,9
Unsere deutschen Keywords auf Seite 2. Search Console, 12. bis 25. Oktober 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.

Lies diese Zahlen vorsichtig: Die Website ist neu, der Zeitraum umfasst zwei Wochen, jede Zeile hat nur wenige Impressionen, und die Positionen sind Durchschnitte. Ein Klick bei 251 Impressionen zeigt außerdem, dass Impressionen auf diesen Plätzen keine Besuche sind.

Welche du zuerst angehst

Eine lange Liste von Suchanfragen ist noch kein Arbeitsplan. Wir prüfen bei jeder Zeile vier Dinge:

  • Impressionen. Mehr ist besser, aber auf einer kleinen Website sind die Zahlen winzig. Zähle Zeilen zusammen, die dieselbe Frage anders formulieren: Die 14 spanischen Formulierungen einer Frage, die wir weiter unten beschreiben, kamen zusammen auf 81 Impressionen, mehr als jede einzelne deutsche Zeile.
  • Suchintention. Lies die Suchanfrage und frage dich, ob deine Seite sie beantwortet. „seo title“ ist das geplante Keyword unseres deutschen Ratgebers zum SEO-Title; in unseren Semrush-Daten vom 13. Oktober 2026 hatte es 720 Suchanfragen im Monat in Deutschland. Mit 9 Impressionen auf Position 17,9 passt es genau auf diese Liste. „dubbing bedeutung“ auf 9,1 passt ebenso zu unserem Ratgeber, der erklärt, was Dubbing ist.
  • Die Seite, die rankt. Prüfe sie, bevor du etwas änderst. Auf unseren englischen Seiten verteilte sich „keywords 101“ auf die alte und die neue Adresse desselben Ratgebers: Wir hatten die englischen Adressen am 14. Oktober geändert und weitergeleitet, und 16 der 26 Impressionen gingen noch an die alte. Da hilft Geduld mit sauberen Weiterleitungen, kein neuer Text.
  • Nutzen. Eine Suche, die zu deinem Angebot passt, verdient mehr Zeit als eine Kuriosität.

Was du auf der Seite änderst

Vergleiche die Wörter der Suchanfrage mit deiner Seite.

Was eine Zeile in der Search Console verrät und was du zuerst prüfst
Was du in der Search Console siehstWas du zuerst prüfst
Die Suche nennt einen Begriff, der im Title fehltTitle und Hauptüberschrift
Viele Formulierungen einer FrageEin Abschnitt, der sie klar beantwortet
Die Suche landet auf einer alten oder falschen AdresseWeiterleitungen, Canonical-Tag, interne Links
Eine Suche in einer anderen SpracheOb es deine Seite in dieser Sprache gibt und sie verlinkt ist
Eine Suche außerhalb deines ThemasNichts, lass sie liegen
  • Title und Hauptüberschrift. Nennt die Suche einen Begriff, den deine Seite erklärt, der Title aber nicht, nimm ihn auf. Länge und Aufbau erklärt unser Ratgeber zum SEO-Title.
  • Zwischenüberschriften und die ersten Sätze. Setze die Formulierung der Suchenden dorthin, wo Google und Leser zuerst hinschauen. Welche Stellen Google tatsächlich dokumentiert, zeigt unser Ratgeber Keywords platzieren.
  • Ein fehlender Abschnitt. Streift deine Seite eine Frage nur, gib ihr eine Zwischenüberschrift in den Worten der Suchenden und beantworte sie direkt darunter. Bau nicht für jede Variante derselben Frage eine neue Seite.
  • Interne Links. Verlinke die Seite von verwandten Seiten aus, mit einem Linktext, der sagt, worum es geht. Google nutzt Links laut eigener Dokumentation als Signal für die Relevanz und um Seiten zu finden; auf jede Seite, die dir wichtig ist, sollte mindestens eine andere Seite deiner Website verlinken.

Ändere eine Seite nach der anderen und notiere das Datum. Sonst weißt du später nicht, was gewirkt hat.

Unser Beispiel: ein neuer Titel auf Spanisch

Die Search Console zeigte unseren spanischen Ratgeber zu Untertiteln für Gehörlose im Schnitt auf Position 7 bis 11 für 14 Formulierungen einer Frage: was „SD“ bei Untertiteln bedeutet. Netflix nennt Untertitel, die auch Geräusche beschreiben, im Spanischen „subtítulos descriptivos“, kurz SD. Unsere Seite erklärte das gleich im ersten Abschnitt, aber im Titel stand kein SD. Zusammen hatten diese Suchanfragen 81 der 94 Impressionen, die die Seite in der Tabelle der Suchanfragen bekam, nach Impressionen gewichtet im Schnitt auf Position 8,6, und keinen Klick.

Am 25. Oktober 2026 haben wir SD in die Hauptüberschrift, den Meta-Title und die Meta-Description aufgenommen und einen Satz der Einleitung um „(SD)“ ergänzt. Sonst nichts. Ob es hilft, können wir noch nicht sagen, und nach ein paar Tagen bewerten wir es nicht.

Wie lange du warten solltest

Eine feste Frist nennt Google nicht. In Googles Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung steht, dass manche Änderungen nach wenigen Stunden wirken und andere erst nach mehreren Monaten, und dass du generell einige Wochen warten solltest, bevor du beurteilst, ob sich deine Arbeit gelohnt hat. Nicht jede Änderung hat eine spürbare Wirkung.

Zuerst muss Google die geänderte Seite neu crawlen, und das kann laut Google einige Tage oder mehrere Wochen dauern. Im URL-Prüftool kannst du die Indexierung beantragen; eine Garantie für die Aufnahme ist das nicht, und mehrere Anfragen machen es nicht schneller.

Zum Bewerten filterst du den Leistungsbericht auf die Seite und stellst im Datumsfilter mit Vergleichen zwei gleich lange Zeiträume vor und nach der Änderung gegenüber. Google empfiehlt dafür die Ansicht „Wöchentlich“ oder „Monatlich“, damit Wochentage und Wochenenden das Bild nicht verzerren. Bei wenigen Impressionen springt die durchschnittliche Position ohnehin hin und her, also gib der Seite Zeit und Daten.

Checkliste

  1. Leistungsbericht öffnen und „Durchschnittliche Position“ einschalten.
  2. Suchanfragen exportieren und Positionen von 8 bis 20 behalten.
  3. Marken- und Testanfragen streichen, Formulierungen derselben Frage bündeln.
  4. Suchintention und rankende Seite prüfen, bevor du etwas änderst.
  5. Title, fehlenden Abschnitt oder interne Links verbessern, eine Seite nach der anderen.
  6. Datum jeder Änderung notieren.
  7. Einige Wochen warten, dann gleich lange Zeiträume für diese Seite vergleichen.

Ist deine Liste leer, weil die Website neu ist, fang mit unserer Anleitung Keywords finden an.