Hast du eine spanische Fassung für alle Leser, kennzeichnest du sie mit hreflang="es". Hast du getrennte Seiten für einzelne Länder, bekommt jede einen Ländercode wie es-ES für Spanien oder es-MX für Mexiko, und eine Seite trägt zusätzlich das allgemeine es für alle anderen Spanischsprachigen. es-419 für Lateinamerika ist zwar ein gültiges Sprach-Tag, Google unterstützt es für hreflang aber nicht. Wie oft das allgemeine es fehlt, zeigt unsere Stichprobe: Von 29 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit spanischen hreflang-Angaben nutzten 18 nur Ländercodes.

Die kurze Antwort

  • Eine spanische Fassung für alle: es.
  • Spanien und Lateinamerika getrennt: es-ES für die Spanien-Seite, es für die Lateinamerika-Seite. Die zweite ist damit auch für alle übrigen Spanischsprachigen gedacht, etwa in den USA.
  • Eine Seite pro Land: es-ES, es-MX, es-AR und so weiter, dazu ein allgemeines es. Das darf eine der Länderseiten sein.
  • Spanisch für die USA: es-US, für Puerto Rico es-PR.
  • Nie: es-419, es-LA (das ist Laos), es-SP (gibt es nicht) und es_ES mit Unterstrich.

Die Grundregeln sind für Spanisch dieselben wie für Deutsch: Jede Fassung nennt sich selbst und alle anderen mit vollständiger URL, die Verweise gehen in beide Richtungen, x-default fängt alle übrigen Nutzer auf, und das Canonical-Tag zeigt auf die Seite selbst. Das alles zeigen wir an unserem eigenen HTML-Kopf im Ratgeber hreflang, x-default und Canonical. Hier geht es um das, was bei Spanisch anders oder schwieriger ist: viele Länder, ein verwirrender Code für Lateinamerika und Plugins, die ihre eigenen Wege gehen.

So liest Google einen spanischen hreflang-Wert

Google beschreibt die Regeln auf seiner deutschen Seite „Lokalisierte Versionen deiner Seiten“, zuletzt aktualisiert am 22. September 2026:

  • Erst die Sprache, dann optional die Region. Die Sprache ist ein Code nach ISO 639-1, für Spanisch es. Die Region ist ein Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha 2, etwa ES, MX oder US. Ein Bindestrich verbindet beide.
  • Nur Codes aus diesen beiden Listen. Google schreibt dazu: „Andere Codes, die nicht in diesen Standards aufgeführt sind, z. B. ‚es-419‘, werden nicht unterstützt.“
  • Groß- und Kleinschreibung ist egal. es-mx und es-MX sind für Google gleich. Großbuchstaben bei der Region sind nur die übliche Schreibweise der ISO-Norm.
  • Eine Region allein ist ungültig. Der erste Code ist immer die Sprache, und Google leitet die Sprache nicht aus einem Ländercode ab.
  • Nur offiziell zugewiesene Ländercodes. Codes, die für etwas anderes reserviert sind, ignoriert Google; als Beispiele nennt es EU, UN und UK.
  • hreflang legt nicht die Sprache der Seite fest. Google erkennt die Sprache am sichtbaren Text, nicht am Attribut lang und nicht an der URL. hreflang sagt Google nur, welche Fassung für welche Leser gedacht ist.

Der letzte Punkt hat eine praktische Folge: Eine Seite, die mit es gekennzeichnet ist, aber zur Hälfte deutschen Text enthält, wird dadurch nicht spanischer. Google rät, pro Seite nur eine Sprache zu verwenden, im Inhalt wie in der Navigation.

es-419: gültig im Standard, bei Google nicht unterstützt

es-419 ist weder ein Tippfehler noch eine Erfindung. Der Code verbindet Spanisch mit der Region 419 der Vereinten Nationen, „Lateinamerika und Karibik“. Die Norm für Sprach-Tags, BCP 47 (RFC 5646 von 2009), nennt genau dieses Beispiel: spanische Inhalte, die in ganz Lateinamerika brauchbar sein sollen. Im Register der IANA steht es-419 seit dem 15. Juli 2005 als „Latin American Spanish“. Laut dem Antrag von damals ist es in Unternehmen üblich, Inhalte in ein neutrales lateinamerikanisches Spanisch zu übertragen, das die meisten spanischsprachigen Länder der Region bedient; der Code sollte diese Variante vom europäischen Kastilisch unterscheiden.

Die Region 419 umfasst laut Statistikabteilung der UN 52 Länder und Gebiete. Dazu gehören neben Mexiko, Kolumbien oder Argentinien auch Brasilien, Haiti, Jamaika, Suriname und Puerto Rico. Nicht dazu gehören die USA, die die UN zu Nordamerika zählt, und Spanien.

In HTML ist es-419 erlaubt, denn der HTML-Standard verlangt für lang und hreflang nur ein gültiges BCP-47-Tag. Googles hreflang nimmt aber nur einen Teil davon an: Ländercodes aus zwei Buchstaben. Die 419 ist eine Regionsnummer der UN, kein Ländercode.

Warum begegnet dir der Code trotzdem ständig?

  • Bei Google selbst: Ausgerechnet die deutsche Google-Seite, die es-419 als nicht unterstützt nennt, führt in ihrem eigenen HTML-Kopf eine Sprachfassung mit hreflang="es-419".
  • Bei Übersetzungsdiensten: DeepL aus Köln bietet in seiner Programmierschnittstelle als Zielsprache neben ES-ES auch ES-419 an, „Spanish (Latin American)“.
  • Im Browser: Chrome bringt in Version 155 für seine eigene Oberfläche getrennte Sprachdateien für es und es-419 mit.
  • In Plugins: Das WordPress-Plugin Polylang ordnet in seiner Sprachliste allen 13 lateinamerikanischen Spanisch-Varianten den DeepL-Code ES-419 zu.

Was Google mit einem es-419-Eintrag tatsächlich macht, ist nicht dokumentiert. Bau also nicht darauf. Für Lateinamerika nimmst du das allgemeine es oder einzelne Ländercodes wie es-MX, es-AR und es-CO. Die Übersetzung selbst darf trotzdem ein neutrales lateinamerikanisches Spanisch sein, auch wenn DeepL sie ES-419 nennt; nur die Kennzeichnung im hreflang ist eine andere.

Vier Aufbauten, die funktionieren

Jede Fassung braucht dieselbe Liste von Verweisen, einschließlich eines Verweises auf sich selbst. Ein einzelner Eintrag sieht so aus: <link rel="alternate" hreflang="es-MX" href="https://www.beispiel.de/es-mx/">. Ob die Verweise im HTML-Kopf, im HTTP-Header oder in der Sitemap stehen, ist für Google gleichwertig; nimm eine Methode.

  1. Eine spanische Fassung: es für die spanische Seite, daneben de, deine anderen Sprachen und x-default. Das ist der einfachste Aufbau und für die meisten kleinen Websites der richtige.
  2. Spanien und Lateinamerika: es-ES für die Spanien-Seite und es für die Lateinamerika-Seite. Die es-Seite ist dann für alle Spanischsprachigen außerhalb Spaniens gedacht, von Mexiko bis zu den USA.
  3. Eine Seite pro Land: es-ES, es-MX, es-AR, es-CO und so weiter, dazu ein allgemeines es. Google empfiehlt diese Auffang-Seite ausdrücklich, wenn es mehrere Länderfassungen einer Sprache gibt, und erlaubt, dafür eine der Länderseiten zu wählen. Diese Seite trägt dann zwei Einträge, zum Beispiel es-MX und es.
  4. Spanien plus Sammelseite für Lateinamerika: es-ES für Spanien, eine gemeinsame Seite für mehrere Länder mit deren Ländercodes und zusätzlich mit es. Wie du die Länder dafür auswählst, steht weiter unten.

Wenn du viele Sprachen hast und nicht jede Seite auf jede andere verweisen kann, hilft ein Hinweis von Google: Seiten, die gegenseitig aufeinander verweisen, verarbeitet Google trotzdem. Wichtig ist, dass neue Sprachfassungen in beide Richtungen mit der ursprünglichen Fassung verbunden sind. Googles eigenes Beispiel passt zu unserem Thema: Eine Website erscheint zuerst auf Französisch unter einer .fr-Domain und bekommt dann Fassungen für Mexiko und Spanien. Wichtiger als die Verbindung der beiden spanischen Seiten untereinander ist dann ihre Verbindung mit der französischen.

Was 29 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeben

Am 16. Oktober 2026 haben wir die deutschsprachige Startseite von 55 bekannten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit spanischem Angebot je einmal abgerufen, dabei die robots.txt jeder Website beachtet und die hreflang-Angaben im HTML-Kopf ausgewertet. Die Auswahl stammt von uns, es ist keine Zufallsstichprobe.

Zwei Balkendiagramme zu 29 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: 18 nutzen nur spanische Ländercodes, 9 ein allgemeines es plus Ländercodes, 2 nur es; daneben die häufigsten Codes von es-ES mit 23 Websites bis es-419 mit keiner
Spanische hreflang-Angaben auf den Startseiten von 29 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, abgerufen am 16. Oktober 2026.

Elf Startseiten konnten wir nicht lesen. Eine Website erlaubt in ihrer robots.txt nur Suchmaschinen den Abruf; daran haben wir uns gehalten. Sieben ließen unseren Abruf nicht durch, und wir haben das nicht umgangen. Bei zwei führte die Adresse, die wir verwendet hatten, ins Leere, bei einer kam keine Verbindung zustande, und eine leitete auf ihre englische Startseite um.

Von den 44 lesbaren Seiten hatten 13 keine hreflang-Angaben im HTML-Kopf; sie können in einer Sitemap stehen, das haben wir nicht geprüft. Zwei nannten keine spanische Fassung. Bleiben 29 Unternehmen mit spanischen Angaben, 16 aus Deutschland, 7 aus Österreich und 6 aus der Schweiz:

  • Nur Ländercodes, kein allgemeines es: 18 von 29.
  • es plus Ländercodes: 9 von 29.
  • Nur es: 2 von 29, Jimdo und Rosenbauer.
  • es-419: bei keinem. Auch Unterstriche oder erfundene Ländercodes fanden wir nicht.

Insgesamt standen auf den 29 Startseiten 175 spanische Einträge mit 33 verschiedenen Werten. Am häufigsten war es-ES (23 Websites), dann es-MX (22), es-AR (15), es-CL (14), es-PE (13), es-CO und das allgemeine es (je 11). es-US nutzten 6. Zehn Websites schreiben die Region klein, etwa es-mx; für Google ist das dasselbe. Bei fünf fehlte x-default.

Gute Beispiele für den Aufbau mit Auffang-Seite: Red Bull kennzeichnet eine allgemeine spanische Seite unter /int-es mit es und daneben sieben Länderseiten, darunter Spanien, Mexiko und Argentinien. Liebherr macht es mit /es-int/ ähnlich, Riedel mit /es-int neben einer Spanien-Seite, Swarovski mit /es-AA neben es-ES. Auch Rolex, Omega, Victorinox und Kühne+Nagel kombinieren es mit Ländercodes.

Die Aufteilung nach Ländern steht auf der Karte, für einen Vergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Stichprobe aber zu klein. Zum Vergleich: In unserer englischen Stichprobe vom 13. Oktober, 18 große internationale Websites mit spanischer Fassung, nutzten 5 nur Ländercodes. Das sind zwei Momentaufnahmen mit unterschiedlicher Auswahl, kein Beweis, dass es Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum schlechter machen.

Der häufigste Fehler: Ländercodes ohne allgemeines es

18 der 29 Unternehmen nennen nur Ländercodes. Die Muster sind ähnlich: Drei Unternehmen haben genau es-ES und es-MX, ein Unternehmen hat 16 einzelne spanische Länderseiten, ein anderes 15, und zwar ohne x-default.

Was das bedeutet: Für einen Leser in Kolumbien, Uruguay oder den USA passt bei es-ES und es-MX keine Angabe genau. Welche Fassung er bekommt, legst du dann nicht mehr selbst fest. Genau für diesen Fall empfiehlt Google die Auffang-Seite ohne Land. In Googles Beispiel mit Englisch soll sie für Nutzer im Vereinigten Königreich, in den USA und in allen anderen englischsprachigen Ländern gleichermaßen passen, und das darf eine der Länderseiten sein.

Zwei Unternehmen haben nur eine einzige spanische Seite und kennzeichnen sie mit es-ES, also als Seite für Spanien. Für Spanischsprachige in allen anderen Ländern gibt es damit keine passende Angabe. Ist die Seite für alle gedacht, ist es die richtige Kennzeichnung.

So behebst du das:

  • Eine spanische Seite: es-ES durch es ersetzen.
  • Zwei oder mehr Länderseiten: einen zusätzlichen Eintrag mit es auf die Seite setzen, die am ehesten für alle passt, oft die Lateinamerika- oder die Mexiko-Seite.
  • Überall eintragen: Der neue es-Eintrag gehört in die hreflang-Liste jeder Sprachfassung, auch der deutschen und der englischen, sonst fehlt der Rückverweis.

Lateinamerika auf einer Seite: Sammelseiten richtig kennzeichnen

Vier Unternehmen in unserer Stichprobe bündeln mehrere Länder auf einer gemeinsamen Lateinamerika-Seite und kennzeichnen sie mit 5, 8, 12 und 26 Ländercodes. Das ist legitim, wenn die Seite diese Länder wirklich bedient, also etwa Ansprechpartner, Händler oder Versand für sie nennt. Keines der vier Unternehmen hat aber ein allgemeines es. Ein Leser aus einem Land, das nicht in der Liste steht, bekommt also wieder keine passende Angabe.

Sauber ist: die Ländercodes der Länder, die die Seite bedient, und zusätzlich es auf der Sammelseite oder auf einer allgemeinen spanischen Seite, so wie Red Bull, Liebherr und Riedel es machen.

Zwei Fehler aus unserer Stichprobe zeigen, was beim Pflegen langer Listen passiert:

  • Länder, in denen die Seite kaum jemand braucht: Ein Unternehmen nennt für seine spanische Lateinamerika-Seite 26 Ländercodes, darunter Brasilien, wo man Portugiesisch spricht, Haiti, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, die Falklandinseln und die Kokosinseln, die die UN zu Ozeanien zählt. Liste nur Länder auf, für die die Seite wirklich gedacht ist.
  • Spanische Codes auf einer portugiesischen Seite: Ein anderes Unternehmen kennzeichnet seine brasilianische Seite nicht nur mit pt-BR und pt-PT, sondern auch mit es-BR und es-PT, also als spanische Seite für Brasilien und Portugal. Die Seite selbst ist portugiesisch. Auf eine portugiesische Seite gehören nur portugiesische Codes.

Lange Listen sind schwer zu überblicken. Prüf deshalb nach jeder Änderung, welche Codes wirklich im Quelltext stehen und auf welche Seite sie zeigen.

Spanisch für die USA und Puerto Rico

Für eine Seite, die sich an Spanischsprachige in den USA richtet, nimmst du es-US. Sechs der 29 Unternehmen haben eine solche Seite. Puerto Rico hat einen eigenen Ländercode, PR, also es-PR; in unserer Stichprobe nutzte ihn ein Unternehmen.

Zwei Dinge sind hier gut zu wissen:

  • Die Region 419 schließt Puerto Rico ein, die USA aber nicht. Wer also hofft, mit es-419 auch den US-Markt abzudecken, liegt doppelt daneben.
  • Ohne eigene US-Seite reicht es. Eine allgemein spanische Seite ist auch für Spanischsprachige in den USA gedacht. Nennst du dagegen nur Ländercodes für Lateinamerika und Spanien, bleiben sie ohne passende Angabe.

Der Ordnername spielt übrigens keine Rolle. Bei einem Unternehmen liegt die es-PR-Seite in einem Pfad mit „latin-america-en“ im Namen, die Seite selbst ist aber spanisch, und ihr lang-Attribut lautet es-PR. Für die Spracherkennung zählt bei Google der Text, nicht die URL.

Codes, die nicht funktionieren

Viele falsche Codes sehen auf den ersten Blick plausibel aus. Was Software aus ihnen liest, zeigt die Karte: Wir haben die deutschen Anzeigenamen aus den Unicode-Sprachdaten (CLDR) abgefragt, die viele Programme nutzen.

Tabelle mit spanischen Codes, ihren deutschen Anzeigenamen und ihrer Bedeutung für Google: es, es-ES, es-MX und es-US passen; es-419, es-LA mit der Anzeige Spanisch Laos, es-IC, es-EA, es-EU, es-SP, es-CE und es_ES sind falsch; eu ist Baskisch und ca Katalanisch
Was spanische Codes bedeuten, nach Unicode CLDR 46, Google Search Central und dem IANA-Register, Stand 16. Oktober 2026.
  • es-LA: LA ist der Ländercode von Laos. Software zeigt dafür „Spanisch (Laos)“ an. Dieselbe Abkürzung steckt in Facebooks Gebietsschema es_LA, das Polylang in seiner Sprachliste für neun lateinamerikanische Varianten hinterlegt hat.
  • es-SP und es-CE: Diese Regionen gibt es nicht; weder SP noch CE steht im IANA-Register. Spanien ist ES.
  • es_ES: Der Unterstrich stammt aus Software-Gebietsschemas. Als Sprach-Tag ist die Form ungültig, im hreflang gehört ein Bindestrich hin.
  • es-EU und en-EU: EU nennt Google ausdrücklich als Beispiel für Codes ohne Wirkung. Eine Marke aus der Schweiz nutzt in ihren hreflang-Angaben trotzdem en-eu.
  • es-IC und es-EA: die Kanarischen Inseln sowie Ceuta und Melilla. Beide Regionen stehen seit 2009 im IANA-Register, es-IC ist also ein gültiges Sprach-Tag. In der Liste der Ländercodes, die Google für hreflang akzeptiert, stehen sie aber nicht. Alle drei Gebiete gehören zu Spanien, nimm es-ES.
  • es-LATAM und es-XL: Das sind keine Ländercodes; XL steht nicht einmal im IANA-Register.
  • ar oder co allein: Weil der erste Code immer die Sprache ist, steht ar für Arabisch und co für Korsisch, nicht für Argentinien und Kolumbien. Richtig ist es-AR und es-CO.

Katalanisch, Baskisch, Galicisch

Bietest du Seiten auf Katalanisch, Baskisch oder Galicisch an, sind das eigene Sprachen mit eigenen Codes, keine spanischen Varianten:

  • ca für Katalanisch; das IANA-Register führt unter diesem Code Katalanisch und Valencianisch.
  • eu für Baskisch. Der Code hat nichts mit der EU zu tun.
  • gl für Galicisch.

Ein Ländercode ist meist nicht nötig; ca reicht. Vorsicht bei der Verwechslung in der anderen Richtung: es-CA heißt nicht Katalanisch, sondern Spanisch für Kanada. Zwei Beispiele für richtige Angaben: Flixbus verweist mit ca auf seine katalanische Website flixbus.cat, und das Hilfe-Center von Shopify führt in seinem HTML-Kopf Katalanisch als ca, Baskisch als eu und Galicisch als gl.

Was WordPress-Plugins, TYPO3, Shopware und Shopify ausgeben

Viele Fehler entstehen nicht von Hand, sondern durch Standardeinstellungen. Was die gängigen Systeme laut ihrer Dokumentation für Spanisch schreiben:

Tabelle für WPML, Polylang, TYPO3 ab Version 12, Shopware 6 und Shopify Markets: welche spanischen hreflang-Werte sie schreiben, worauf du achten musst und wo du die Werte änderst
Was Plugins und Shopsysteme für Spanisch schreiben, nach den Dokumentationen der Hersteller, Stand 16. Oktober 2026.
  • WPML setzt hreflang automatisch. Sprachen sind dort standardmäßig nicht an Länder gebunden, Spanisch erscheint also als es. Eine Region trägst du selbst in das hreflang-Feld der Sprache ein; in der englischen Oberfläche unter WPML → Settings → Languages → Edit. Eine Region als zweite Sprache anzulegen, funktioniert laut WPML nicht, wenn die Sprache schon aktiv ist. WPML passt das Format an, kann dich aber nicht vor ungültigen Werten warnen.
  • Polylang bildet den Wert aus dem Gebietsschema der Sprache und lässt das Land nur weg, wenn es eindeutig ist. Mit einer spanischen Sprache schreibt es es. Legst du zwei an, etwa Spanisch (Spanien) und Spanisch (Mexiko), schreibt es es-ES und es-MX und kein allgemeines es mehr. Mit dem Filter pll_rel_hreflang_attributes kannst du einen Eintrag ergänzen; Polylangs eigene Doku zeigt das am Beispiel eines allgemeinen en. Für Spanisch kennt Polylang 14 vordefinierte Varianten, aber keine für die USA.
  • TYPO3 leitet hreflang seit Version 12 aus dem locale der Site-Sprache ab: es_ES.UTF-8 wird zu es-ES. Das gilt auch, wenn es nur eine spanische Sprache gibt: Mit diesem locale ist deine einzige spanische Fassung als Seite für Spanien gekennzeichnet. Überschreiben kannst du das mit hreflang in der config.yaml. Die TYPO3-Doku zeigt das für Deutsch: Gibt es Deutsch (Deutschland) und Deutsch (Österreich), setzt du bei Deutsch (Deutschland) de als allgemeine Fassung. Im Backend lässt sich der Wert seit Version 12.3 nicht mehr auswählen; vorhandene Werte bleiben erhalten.
  • Shopware 6 hat im Verkaufskanal eine eigene Karte „Hreflang“. Nach dem Aktivieren wählst du eine „Standard-Domain“, die als Fallback für alle Sprachen dient und den Eintrag x-default bekommt. Für jede Domain stellst du die „Hreflang-Lokalisierung“ ein: „ISO-Norm“ schreibt den vollen Code wie es-ES, „Browsersprache“ nur die Sprache, also es. Weil die Einstellung je Domain gilt, kannst du beides mischen: Spanien mit „ISO-Norm“, die Lateinamerika-Domain mit „Browsersprache“.
  • Shopify Markets erzeugt hreflang automatisch aus der Markt- und Sprachkonfiguration, standardmäßig eingeschaltet. Ein Markt für ein einzelnes Land bekommt Sprache und Land, etwa fr-ca, ein breiterer Markt nur die Sprache, etwa fr; x-default zeigt auf die primäre Domain. Tags gibt es nur für Märkte mit eigener Domain, Subdomain oder eigenem Unterordner. Abschalten kannst du sie unter „Onlineshop > Konfigurationen“ im Abschnitt „Social-Sharing-Bild und SEO“; sinnvoll ist das nur, wenn du hreflang selbst setzt.

Wir haben diese Angaben aus den Dokumentationen und, bei Polylang und Shopware, aus dem Quelltext; in eigenen Installationen getestet haben wir sie nicht. Prüf deshalb nach jeder Änderung an Sprachen, Domains oder Märkten den Quelltext einer Seite mit Strg+U und such nach „hreflang“. Wie die Systeme das Canonical-Tag setzen, zeigt unser Ratgeber zum Canonical-Tag in WordPress, Shopware und TYPO3.

Wann sich eigene Länderseiten lohnen

Länderseiten helfen nur, wenn sich der Inhalt wirklich unterscheidet. Gründe dafür gibt es bei Spanisch mehr als bei Deutsch:

  • Währung: Laut der ISO-4217-Liste, die SIX in Zürich veröffentlicht, zahlt man in Spanien mit Euro, in Mexiko mit mexikanischen Pesos (MXN), in Argentinien, Kolumbien und Chile mit eigenen Pesos (ARS, COP, CLP) und in Peru mit Sol (PEN). Ecuador und Puerto Rico nutzen den US-Dollar, Panama und El Salvador führen ihn neben einer eigenen Währung.
  • Anrede: In den meisten Teilen Spaniens sagt man zu mehreren Personen, die man duzt, „vosotros“. In Amerika, auf den Kanarischen Inseln und im Westen Andalusiens sagt man stattdessen „ustedes“, so die Real Academia Española. Schreibst du eine Fassung für alle, verzichte auf „vosotros“.
  • Wortschatz: Ein Computer heißt in Spanien „ordenador“. Das Wörterbuch der Real Academia Española kennzeichnet das Wort in dieser Bedeutung als in Spanien gebräuchlich und nennt „computadora“ und „computador“ als Entsprechungen. Was das für die Keywords bedeutet, zeigt unser Ratgeber zur internationalen Keyword-Recherche.
  • Formate: Dieselbe Zahl, dasselbe Datum und dieselbe Uhrzeit sehen je nach Land anders aus, wie die Karte zeigt.
  • Recht und Versand: Rückgabe, Steuern, Lieferung und Datenschutzhinweise unterscheiden sich je Land. Keine Rechtsberatung: Was du wo angeben musst, klärst du für jedes Land einzeln.
Tabelle mit derselben Zahl, demselben Datum, derselben Uhrzeit und demselben Eurobetrag in den Formaten von es-ES, es-MX, es-419, es-US, es-AR, es-CL, de-DE, de-AT und de-CH
Standardformate aus Unicode CLDR 46, abgefragt am 16. Oktober 2026.

Die Standardformate stammen aus Unicode CLDR, auf dem viele Programme aufbauen. Die Zahl 1234,5 steht mit es und es-ES ohne Tausenderpunkt da, mit es-MX und es-US als „1,234.5“ und mit es-AR als „1.234,5“. Die Uhrzeit 15:30 erscheint mit es-MX als „3:30 p.m.“, mit es-ES im 24-Stunden-Format. Das sind Voreinstellungen, keine amtlichen Regeln; sie zeigen aber, wie schnell eine Spanien-Seite für Mexiko fremd wirkt.

Würden sich die Seiten nur durch das Etikett unterscheiden, behalte eine. Google behandelt regionale Varianten mit im Wesentlichen gleichem Inhalt in derselben Sprache als Duplikate und rät, für solche Varianten Kanonisierung und hreflang zu verwenden, damit die passende Länder-URL erscheint. Bing schrieb im Dezember 2025 ebenfalls, dass fast gleiche Sprach- oder Länderseiten Duplikate erzeugen: Lokalisieren heißt dort, Begriffe, Beispiele, Vorschriften oder Produktdetails wirklich anzupassen, und mehrere Seiten in einer Sprache mit demselben Zweck sollst du vermeiden. Wie du Inhalte für eine Sprache anpasst, statt sie nur zu übersetzen, steht im Ratgeber SEO-Übersetzung.

Länderdomain oder Unterverzeichnis?

Ob deine spanischen Seiten unter beispiel.es, beispiel.de/es/ oder beispiel.de/es-mx/ liegen, ändert nichts am hreflang-Wert. Die Domain sendet aber ein eigenes Signal:

  • Länderdomains wie .es oder .mx signalisieren laut Google Nutzern und Suchmaschinen, dass eine Website ausdrücklich für ein Land gedacht ist. Nutzt du eine .es-Domain als allgemeine spanische Fassung mit es, sagt hreflang „alle Spanischsprachigen“, die Domain aber „Spanien“.
  • Manche Länderdomains gelten als allgemein. Google behandelt unter anderem .co, die Domain Kolumbiens, als allgemeine Domain wie .com, also nicht als Signal für Kolumbien. Auch .eu gilt bei Google als allgemeine Domain.
  • Weitere Signale für das Zielland sind laut Google unter anderem lokale Adressen und Telefonnummern, die Landessprache und die Landeswährung, Links von Websites aus der Region und das Google-Unternehmensprofil.
  • Keine automatische Weiterleitung nach Sprache. Googlebot crawlt laut Google normalerweise aus den USA und sendet keinen Accept-Language-Header. Wer spanische Besucher automatisch umleitet, riskiert, dass Google nicht alle Fassungen findet.

In unserer Stichprobe kommen beide Wege vor: einige Unternehmen mit Länderdomains wie .es, .mx oder .cl, andere mit Unterverzeichnissen wie /es-mx/. Welche Struktur zu dir passt, vergleicht unser Ratgeber Internationales SEO.

Bing, lang-Attribut und Content-Language

  • Bing empfiehlt hreflang. In einem Beitrag im Bing-Webmaster-Blog vom Dezember 2025 rät Bing, Sprache und Region mit hreflang festzulegen, und nennt hreflang-Beziehungen als Prüfpunkt bei Audits. In Bings Webmaster-Richtlinien kommen dagegen weder hreflang noch Sprachangaben vor.
  • Ältere Ratgeber sagen etwas anderes. Mehrere deutschsprachige Ratgeber schreiben noch, Bing werte hreflang nicht oder nur eingeschränkt aus und verlasse sich auf die Sprachangabe im Meta-Tag oder im lang-Attribut, darunter der Ratgeber eines SEO-Tool-Herstellers, zuletzt im September 2026 aktualisiert, ein Agenturratgeber von 2023 und ein Magazinartikel von 2016, zuletzt 2022 aktualisiert. Neuer ist Bings eigener Blogbeitrag von 2025.
  • <meta http-equiv="content-language"> ist veraltet. Der HTML-Standard erklärt diese Angabe für nicht konform und empfiehlt das Attribut lang.
  • lang trotzdem setzen. Google erkennt die Sprache am Text, nicht an lang. Browser und Vorleseprogramme nutzen das Attribut aber, also setz <html lang="es"> auf spanischen Seiten oder lang="es-MX" auf einer Seite für Mexiko.

So kennzeichnen wir unsere spanischen Seiten

Unsere spanischen Seiten tragen das allgemeine es, x-default zeigt auf die englische Fassung, und das HTML-Element trägt lang="es". Ein schönes Beispiel für den Unterschied zwischen den Formaten: Für Open Graph, also die Vorschau in sozialen Netzwerken, schreiben wir og:locale als es_ES. Dort ist der Unterstrich richtig, im hreflang wäre er falsch.

Wir schreiben zuerst für Spanien: Wir duzen die Leser mit „tú“, und Preise nennen wir in Euro. Weil es auch Leser in Lateinamerika erreicht, verzichten wir auf „vosotros“. Kommen später eigene Seiten für einzelne Länder dazu, kennzeichnen wir sie wie in Aufbau 3: mit Ländercodes und einem allgemeinen es.

Wie unsere deutschen Seiten aussehen, mit Canonical und allen hreflang-Links, zeigt der Ratgeber hreflang, x-default und Canonical.

Prüfen in fünf Minuten: unsere Checkliste

  1. Nur eine spanische Fassung? Dann es, nicht es-ES.
  2. Mehrere Länderseiten? Dann zusätzlich ein es auf einer Seite, die für alle passt.
  3. Keine falschen Codes: kein es-419, es-LA, es-SP, es-CE, es-EU und kein es_ES.
  4. Sammelseiten: nur die Länder, die die Seite wirklich bedient, und zusätzlich es.
  5. Portugiesisch ist kein Spanisch: Brasilien bekommt pt-BR, kein es-BR. Katalanisch ist ca, Baskisch eu.
  6. Vollständige Listen: Jede spanische URL ist erreichbar, nennt sich selbst und alle anderen Fassungen, und alle Verweise gehen in beide Richtungen.
  7. x-default vorhanden: Es zeigt auf deine Standardfassung oder eine Sprachauswahl.
  8. lang passt: <html lang="es"> oder der Ländercode der Seite.
  9. CMS-Ausgabe geprüft: nach jeder Änderung an Sprachen, Domains oder Märkten im Quelltext nachsehen.
  10. URLs geändert? Dann Weiterleitungen und hreflang gemeinsam umstellen, wie im Ratgeber Website-Relaunch und SEO beschrieben.

Mit diesen Punkten hat jeder spanischsprachige Leser eine passende Angabe, ob in Madrid, Mexiko-Stadt oder Miami.