Closed Captions heißen im Deutschen meist Untertitel für Hörgeschädigte, im Fernsehen kurz UT. Sie geben nicht nur wieder, was gesagt wird, sondern auch Geräusche, Musik und wer gerade spricht. Normale Untertitel zeigen nur den Dialog, oft übersetzt, für Menschen, die den Ton hören, aber die Sprache nicht verstehen. Weil das Deutsche für beides dasselbe Wort hat, beschriftet jeder Anbieter es anders: „UT“, „SDH“, „CC“, „erweiterte Untertitel“ oder bei Netflix „geschlossene Untertitel“. Wir zeigen den Unterschied an einer eigenen Szene, erklären die Regeln von ARD, ZDF, ORF, SRF und Netflix, die Wege zum Ein- und Ausschalten und was das Recht verlangt. Dazu kommt ein eigener Test mit dem eingebauten Videoplayer von Chrome und Edge. Stand: 15. Oktober 2026.
Kurz erklärt: Untertitel, UT, Closed Captions und SDH
- Untertitel: der gesprochene Text als Schrift. Im Kino und bei Streamingdiensten meist eine Übersetzung, etwa beim OmU, dem Original mit Untertiteln. Sie helfen, wenn du den Ton hörst, die Sprache aber nicht verstehst.
- Untertitel für Hörgeschädigte (UT): der Dialog plus alles, was man sonst nur hört: Geräusche, Musik, Tonfall und wer spricht. Sie sind für gehörlose, schwerhörige und ertaubte Menschen gedacht. ARD und ZDF nennen ihr Angebot schlicht „Untertitel“ und meinen damit genau diese Fassung.
- Closed Captions (CC): der Begriff aus den USA und Kanada für dasselbe. „Closed“ heißt, dass die Spur abschaltbar ist.
- SDH: „Subtitles for the Deaf and Hard of Hearing“, der Begriff der Streamingdienste. Netflix kennzeichnet Titel mit solchen Untertiteln auf der Detailseite mit „SDH“.
- Offene oder eingebrannte Untertitel: Text, der fest im Videobild steht und sich nicht ausschalten lässt.
Der Unterschied liegt also nicht in der Sprache, sondern in der Zielgruppe. Untertitel ersetzen eine Sprache, UT ersetzen den Ton. Ein deutscher Film kann deshalb deutsche UT haben, und ein englischer Film kann deutsche Untertitel und zusätzlich englische Captions haben.
Dieselbe Szene zweimal: Untertitel und UT
Wir haben eine kurze englischsprachige Szene erfunden und zweimal deutsch untertitelt: links nur den Dialog, rechts nach den Regeln, die ARD, ORF, SRF und ZDF für ihre UT vereinbart haben. Ein Telefon klingelt, Anna hat die Hände voll, Ben ruft aus dem Flur.

Was rechts dazukommt:
- Geräusche: Am Anfang und am Ende steht links nichts. Rechts erscheinen das Telefon und die Radiomusik, weiß und zwischen zwei Sternchen.
- Sprecherfarben: Anna spricht gelb, Ben cyan. Wer die Farben kennt, weiß ohne Namen, wer spricht.
- Hinweise: Ben ist nicht im Bild. Deshalb steht vor seinem Satz „(aus dem Flur)“ in seiner Farbe.
- Lesbarkeit: Jede Zeile hat höchstens 37 Zeichen, und auch der Geräusch-Untertitel steht länger als eine Sekunde, die Mindeststandzeit der Sender.
Für jemanden, der den Ton hört, wäre die rechte Fassung überladen. Wer ihn nicht hört, verpasst links die halbe Szene: Warum fragt Anna „Gehst du ran?“, wenn nirgends ein Telefon klingelt?
Warum das Deutsche kein eigenes Wort für Captions hat
In den USA und Kanada sind „subtitles“ und „captions“ zwei verschiedene Dinge. Im britischen Englisch und im Deutschen heißt beides meist einfach Untertitel. Im deutschen Fernsehen hat das Wort trotzdem eine feste Bedeutung bekommen: Steht in der Programmzeitschrift oder in der Mediathek „UT“, sind Untertitel für Hörgeschädigte gemeint. Das ZDF beschreibt seine UT als Angebot für hörgeschädigte, schwerhörige und gehörlose Menschen, das neben der Sprache auch Umgebungsgeräusche und Musik beschreibt. Übersetzte Untertitel für fremdsprachige Filme heißen dagegen nur „Untertitel“, im Kino oft als OmU angekündigt.
Wer genauer hinsieht, findet in Gesetzen, Menüs und Hilfeseiten ein gutes Dutzend Namen für dieselbe Sache:
- EU-Recht (European Accessibility Act): „Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige“
- Landesmedienanstalten: „spezielle Untertitel für Hörgeschädigte“, im Unterschied zu „einfachen Untertiteln“
- Filmförderungsgesetz: „deutsche Untertitel für Menschen mit Hörbehinderungen“
- ARD, Untertitelmenü am Fernseher: „Deutsch für Hörgeschädigte“ neben „Deutsch“
- Netflix-Hilfe: „Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige (SDH)“ und „geschlossene Untertitel“
- Prime Video: „Symbol für Untertitel für Hörgeschädigte“ neben dem „Symbol für Untertitel“
- iPhone und iPad: „Erweiterte Untertitel + UT“
- Samsung-Fernseher (Modelle von 2020): „Untertitelmodus“ mit „Normal“ und „Hörgeschädigt“
- Kino, Empfehlung der Filmförderungsanstalt: „Untertitel (Closed Captions = CCAP)“
- HTML: die Spurart
captionsim Unterschied zusubtitles - YouTube: der Suchfilter „Untertitel/CC“
Für dich heißt das: Achte nicht auf das Wort „Untertitel“, sondern auf den Zusatz. Steht dort UT, SDH, „Hörgeschädigte“ oder „erweitert“, enthält die Spur Geräusche und Sprecherangaben. Bei YouTube sagt „CC“ dagegen nur, dass ein Video überhaupt Untertitel hat. Eine eigene Spurart für Hörgeschädigte gibt es dort nicht; ob Geräusche drinstehen, entscheidet der Kanal.
Offen, geschlossen, eingebrannt und eine Falle bei Netflix
„Closed“ bedeutet bei Closed Captions geschlossen, also nur auf Wunsch sichtbar. Die Untertitel liegen als eigene Spur oder Datei neben dem Video, und du schaltest sie im Player ein oder aus. Offene Untertitel, englisch „Open Captions“, stehen dagegen fest im Bild. Man nennt sie auch eingebrannt. Du kennst sie aus Clips in sozialen Netzwerken, aus Kinofassungen mit OmU und aus Filmszenen, in denen kurz eine fremde Sprache gesprochen wird.
Die Falle: Die deutsche Netflix-Hilfe verwendet die beiden Wörter anders. Auf ihrer Seite zur Barrierefreiheit heißen gewöhnliche Untertitel „offene Untertitel“, beschrieben als Dialog, der als Text angezeigt wird. Untertitel für Hörgeschädigte heißen dort „geschlossene Untertitel“, mit Dialog und Beschreibung von Geräuschen. Abschalten lassen sich bei Netflix beide. Liest du also in der Netflix-Hilfe „offene Untertitel“, sind normale Untertitel gemeint, keine eingebrannten.
Im Kino gibt es einen dritten Weg. Nach dem Filmförderungsgesetz dürfen die barrierefreien Elemente eines geförderten Films im Kino auch über eine barrierefreie App auf den Geräten der Zuschauer kommen. Die Filmförderungsanstalt empfiehlt in ihren Standards von 2017 dafür höchstens drei Zeilen mit je 30 Zeichen, damit die Untertitel auch auf persönlichen Displays richtig erscheinen.
So sehen Untertitel für Hörgeschädigte im deutschen Fernsehen aus
ARD, ORF, SRF und ZDF haben Anfang 2015 gemeinsame Untertitel-Standards vereinbart; die zuletzt veröffentlichte Fassung trägt den Stand April 2020. Die Seite, auf der die ARD sie zeigte, leitet inzwischen auf die Barrierefreiheitsseite der ARD Mediathek weiter, im Internet Archive ist sie erhalten. Die wichtigsten Regeln:
- Form: höchstens zwei Zeilen, zentriert am unteren Bildrand, immer in doppelter Videotext-Schrifthöhe. Besondere Formate wie Fußball dürfen abweichen, etwa mit Untertiteln oben im Bild.
- Länge: höchstens 37 Zeichen pro Zeile.
- Tempo: Die Standzeit richtet sich nach der Zeichenzahl, Grundlage sind 13 bis 15 Zeichen pro Sekunde. Jeder Untertitel steht mindestens eine Sekunde. Für Kinder gelten eigene, langsamere Werte.
- Farben: Weiß, Gelb, Cyan und Grün, jeweils auf schwarzem Kasten und sparsam eingesetzt, um Sprecher zu unterscheiden. Rot und Blau sind wegen schlechter Lesbarkeit tabu, auf Magenta wird möglichst verzichtet.
- Wer spricht: Ist die Person nicht im Bild oder ist die Art des Sprechens wichtig, etwa ein Flüstern, steht davor ein Hinweis in Klammern, in ihrer Farbe.
- Geräusche und Musik: weiß auf Schwarz und zwischen zwei Sternchen, etwa
*Telefon klingelt*. Musik wird wie ein Geräusch behandelt, bei Liedern steht zuerst Titel und Interpret. - Inhalt: synchron zu Bild, Ton und Schnitten und so nah am Original wie möglich. Zahlen von eins bis zwölf werden ausgeschrieben, Dialekt wird mit einem Hinweis angekündigt und dann auf Hochdeutsch untertitelt, Kraftausdrücke bleiben stehen.
Das Ziel beschreiben die Sender so: Hörgeschädigte sollen denselben Wissensstand bekommen wie Hörende, aber keinen Vorsprung. Die Farbe darf nicht schon auf den Mörder hindeuten, und „der Untertitel darf z.B. nicht verraten, wer klopft, wenn man’s gar nicht sieht“.
Ganz einheitlich ist das Bild trotzdem nicht. Die ARD beschreibt ihre UT in ihrer Hilfe vom Juni 2026 etwas anders: Geräusche in runden Klammern, etwa (Tür schlägt zu), Musik und Stimmungen zwischen Sternchen, etwa *düstere Musik*. Die Verbände der Gehörlosen und Schwerhörigen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben 2013 eigene gemeinsame Richtlinien veröffentlicht, mit Magenta als weiterer Sprecherfarbe und lautmalenden Geräuschen, also „wuff“ statt „Hund bellt“.
Kommen dir ältere UT im ZDF vereinfacht oder stark gekürzt vor, liegt das laut ZDF an früheren Richtlinien: Sie sahen einfache Sprache vor, Sätze wurden umformuliert, Kraftausdrücke und Schimpfwörter nicht untertitelt. Heute bemüht sich das ZDF, möglichst wörtlich zu untertiteln, kürzt aber geringfügig, weil schneller gesprochen als gelesen wird.
So sehen Untertitel für Hörgeschädigte bei Netflix aus
Netflix gibt Untertitelfirmen einen eigenen Leitfaden für Deutsch, zuletzt im Dezember 2025 überarbeitet. Er trennt normale Untertitel und SDH und weicht in mehreren Punkten vom Fernsehen ab:
- Länge: bis zu 42 Zeichen pro Zeile.
- Tempo: Normale Untertitel für Erwachsene dürfen bis zu 17 Zeichen pro Sekunde haben, SDH bis zu 20. Ein SDH-Untertitel darf bis zu eine Sekunde länger stehen, als der Ton dauert.
- Geräusche und Sprecher: in eckigen Klammern und kleingeschrieben, außer bei Namen, und nur dann, wenn man sie nicht im Bild erkennt, etwa
[Joe lacht schallend]oder[Mann]für jemanden, dessen Name noch nicht gefallen ist. - Akzente und fremde Sprachen:
[mit spanischem Akzent], wenn der Akzent für die Handlung oder die Figur wichtig ist, und[auf Spanisch]vor übersetzten fremdsprachigen Dialogen. - Liedtexte: zwischen zwei Notenzeichen ♪.
- Kürzen: nur, wenn Lesetempo oder Synchronität es verlangen. Lieber Wörter weglassen als umformulieren.
Ein Punkt erklärt eine häufige Beschwerde, nämlich dass deutsche Untertitel nicht zum deutschen Ton passen. Bei Titeln mit deutscher Synchronfassung sollen die deutschen SDH dem Synchronbuch oder dem synchronisierten Ton folgen. Normale deutsche Untertitel übersetzen dagegen den Originaldialog. Schaust du mit deutschem Ton und wählst die gewöhnlichen deutschen Untertitel, liest du deshalb oft andere Sätze, als du hörst. Die SDH-Spur passt in solchen Fällen besser zum deutschen Ton.
Seit April 2025 gibt es bei neuen Netflix-Eigenproduktionen außerdem Untertitel in der Originalsprache ohne Geräusche, für alle, die nur den Dialog mitlesen wollen. In der englischen Oberfläche heißen die beiden Spuren „English“ und „English (CC)“. Laut Netflix soll es diese Variante in allen angebotenen Sprachen geben, zusätzlich zu SDH.
Videotext 150 und 777, DVB und HbbTV: wie UT ins Fernsehen kommen
Im linearen Fernsehen erreichen dich UT auf drei Wegen:
- Videotext: Drück die Text-Taste und gib die Seite ein: 150 bei der ARD, 777 beim ZDF, beim ORF und beim SRF. Damit das Bild hinter der Schrift sichtbar bleibt, drückst du bei vielen Geräten zusätzlich die Mix-Taste oder noch einmal die Text-Taste. Zum Ausschalten drückst du die Text-Taste so oft, bis nur noch das Fernsehbild zu sehen ist.
- Digitale DVB-Untertitel: schärfer als Videotext und über Satellit (DVB-S2) und Kabel (DVB-C) verbreitet. Die ARD nennt eine eigene Taste auf der Fernbedienung, meist beschriftet mit „Subtitle“, „STTL“, „UT“ oder einer Sprechblase. Sie öffnet ein Menü mit Varianten wie „Deutsch“ oder „Deutsch für Hörgeschädigte“. Möglich macht das der DVB-Standard ETSI EN 300 468: Er unterscheidet normale Untertitelströme von solchen „for the hard of hearing“, und beim Videotext gibt es einen eigenen Seitentyp für Hörgeschädigte. Laut ZDF zeigen viele Empfänger DVB-Untertitel automatisch an; du schaltest sie im Menü des Empfangsgeräts ab.
- HbbTV: Bei internetfähigen Fernsehern drückst du bei der ARD die rote Taste, öffnest in der Startleiste die Einstellungen (Zahnrad) und aktivierst unter „Untertitel“ den Punkt „Untertitel einblenden“. Die Einstellung bleibt laut ARD in der Regel auch nach dem Umschalten auf andere ARD-Programme erhalten.
Untertitel für Hörgeschädigte ein- und ausschalten: Streaming und Mediatheken
- Netflix: Starte einen Titel. Am Handy, Tablet oder Computer tippst oder klickst du auf das Bild, am Fernseher drückst du auf der Fernbedienung nach oben oder unten. Wähle „Audio und Untertitel“ und dann eine Untertitelsprache, oder schalte die Untertitel dort aus; unter „Andere“ stehen alle Sprachen. Dialoge in einer anderen als der Originalsprache untertitelt Netflix auch bei ausgeschalteten Untertiteln. Schriftart und Größe änderst du im Browser unter „Konto“ → „Profile“ → dein Profil → „Untertitel-Anzeige“.
- Prime Video: Wähle während der Wiedergabe im Wiedergabemenü das Symbol für Untertitel für Hörgeschädigte oder das Symbol für Untertitel und dann die gewünschte Spur. Am Fernseher kannst du die Sprache schon vorher auf der „Übersicht“-Seite des Titels wählen: nach oben und dann nach rechts navigieren. Größe und Farbe stellst du auf manchen Geräten unter „Untertitel-Einstellungen“ ein.
- Disney+: Laut der englischen Disney+-Hilfe öffnest du während der Wiedergabe das Einstellungsmenü, im Browser und am Handy oben rechts, am Fernseher unten rechts, und wählst Ton und Untertitel. Untertitel mit Geräuschen stehen dort mit „CC“ zwischen den übrigen Untertitelsprachen. Die Wahl gilt für das Profil und auch für den nächsten Titel.
- YouTube: Untertitel-Symbol unten rechts im Player oder die Taste c. Alle Wege, auch dauerhaft und in der App, stehen in unserem Ratgeber YouTube-Untertitel ausschalten oder einschalten. Automatische Spuren tragen den Zusatz „(automatisch erzeugt)“.
- ARD Mediathek: im Videofenster über das Sprechblasen- oder UT-Symbol, je nach Gerät. Ein durchgestrichenes UT-Symbol bedeutet, dass die Untertitel aus sind.
- ZDF-App und Mediathek: Starte das Video, öffne „Spracheinstellungen anzeigen“ rechts unten neben dem Vollbild-Symbol und klicke auf „Deutsch“. Dort änderst du auch die Größe. Ohne Anmeldung speicherst du die Einstellung unter „Mein ZDF“ → „Einstellungen“ im Block „Barrierefreiheit“, allerdings nur für das gerade verwendete Gerät.
- RTL+: Laut den Landesmedienanstalten lassen sich die Untertitel direkt im Player zuschalten.
Am Fernseher und auf dem iPhone
- Samsung: Laut der deutschen Samsung-Hilfe vom Oktober 2025 findest du die Untertitel unter „Einstellungen“ → „Allgemein“ → „Barrierefreiheit“ → „Untertiteleinstellungen“ → „Untertitel“; in der Videoanleitung auf derselben Seite heißt der Weg „Alle Einstellungen“ → „Allgemein und Datenschutz“ → „Barrierefreiheit“. Hältst du die Lautstärketaste mindestens eine Sekunde gedrückt, erscheinen die Schnelltasten für Barrierefreiheit. Bei den Modellen von 2020 konnte man unter „Untertitelmodus“ zwischen „Normal“ und „Hörgeschädigt“ wählen. Stören dich nur die Geräuschbeschreibungen, stell den Modus auf „Normal“, statt die Untertitel ganz abzuschalten. Ob neuere Modelle dieselben Wörter verwenden, konnten wir nicht prüfen. Laut Samsung klappt das nur, wenn der Sender die Untertitel mitschickt und das Signal nicht über einen externen Receiver kommt.
- LG: Bei Modellen mit webOS 6.0 und webOS 22 (2021 und 2022) drückst du die Einstellungstaste und wählst „Alle Einstellungen“ → „Allgemein“ → „Bedienungshilfen“ → „Untertitel“ → „Ein“ oder „Aus“. Bei den Modellen von 2017 bis 2019 fehlt der Schritt „Allgemein“. Laut LG funktioniert das, wenn Antenne oder Kabel direkt am Fernseher angeschlossen sind. Einen eigenen Modus für Hörgeschädigte nennt LG nicht.
- Externer Receiver: Hängt eine Set-Top-Box zwischen Antenne und Fernseher, stellst du die Untertitel mit deren Fernbedienung ein, nicht im Menü des Fernsehers. Darauf weisen ARD, Samsung und LG hin.
- iPhone und iPad: „Einstellungen“ → „Bedienungshilfen“ → „Untertitel & erweiterte Untertitel“. Der Schalter „Erweiterte Untertitel + UT“ blendet in unterstützten Apps die speziellen Untertitel für Gehörlose und Hörgeschädigte ein, sofern es welche gibt. Unter „Automatische Untertitel“ schaltet iOS Untertitel zum Beispiel ein, wenn die Sprache nicht deiner entspricht oder der Ton stumm ist.
Warum die Untertitel für Hörgeschädigte immer wieder kommen
Gehen die UT nach dem Ausschalten wieder an, liegt es meist an einer von diesen Einstellungen:
- Bei der ARD ist über HbbTV „Untertitel einblenden“ aktiv. Die Einstellung bleibt laut ARD in der Regel auch auf anderen ARD-Programmen bestehen, bis du sie dort wieder ausschaltest.
- Am Samsung-Fernseher steht der „Untertitelmodus“ auf „Hörgeschädigt“, und der Sender schickt eine UT-Spur.
- Ein externer Receiver blendet die Untertitel ein, nicht der Fernseher.
- Netflix untertitelt fremdsprachige Dialoge immer, auch bei ausgeschalteten Untertiteln.
- Auf dem iPhone oder iPad ist „Erweiterte Untertitel + UT“ oder „Automatische Untertitel“ eingeschaltet.
- In der ARD Mediathek auf dem Fernseher ist unter dem Zahnrad und „Medienwiedergabe“ die Option „Untertitel anzeigen, falls vorhanden“ aktiv.
- Der Text kommt gar nicht vom Anbieter, sondern vom Gerät: Chrome hat „Automatische Untertitel“, Windows 11 „Liveuntertitel“, Android ebenfalls automatische Untertitel. Die schaltest du dort ab.
- Die Untertitel sind eingebrannt. Dann gehören sie zum Bild und lassen sich nicht ausschalten.
Wie Videoplayer die Spuren beschriften: unser Test
Auf einer eigenen Website trennt HTML die beiden Arten über das Attribut kind: subtitles für Untertitel, captions für Untertitel für Hörgeschädigte. Fehlt das Attribut, gilt die Spur als subtitles. Was der Zuschauer davon sieht, haben wir am 15. Oktober 2026 ausprobiert: ein eigenes Testvideo mit jeweils vier Untertitelspuren im eingebauten Videoplayer von Chrome 155 und Edge 155, beide mit deutscher Oberfläche unter Windows 11.

Das Ergebnis war in beiden Browsern fast gleich:
- Kein eigener Knopf: Das Menü liegt hinter „weitere Mediensteuerelemente anzeigen“ → „Untertitelmenü einblenden“.
- Nur der Name zählt: Das Menü zeigt jede Spur mit ihrem Namen, dem
label. Ob es sich umcaptionsodersubtitleshandelt, verrät nur ein kleines Symbol, CC oder Untertitel. Und das erscheint nur, wenn zwei Spuren gleich heißen oder eine Spur keinen Namen hat. - Ohne Namen kein Klartext: Eine Spur ohne
labelsteht als Sprachcode „de“ im Menü. - Lange Namen werden gekürzt: „Deutsch (UT)“ wurde in beiden Browsern zu „Deutsch (…“, „Deutsch [CC]“ zu „Deutsch […“. Vollständig blieb „DE (UT)“. „UT Deutsch“ zeigte Edge ganz, Chrome kürzte es auf „UT Deuts…“; der Hinweis UT blieb aber sichtbar.
Daraus folgt: Der Name ist oft das Einzige, was Zuschauer von der Spur sehen. Stell das Unterscheidende an den Anfang, also „UT Deutsch“ statt „Deutsch (UT)“, oder halte den Namen so kurz wie „DE (UT)“. Eigene Player und eingebettete Videos von YouTube oder Vimeo haben eigene Menüs; teste dort mit deinen echten Namen. So bindest du beide Spuren ein, und so stehen Farben und Geräusche in einer WebVTT-Datei:

Die Klassen yellow und cyan stehen so in der WebVTT-Spezifikation. Chrome 155 und Edge 155 färbten sie in unserem Test aber erst ein, als ein STYLE-Block die Farben festlegte; ohne ihn blieb der Text weiß. SRT kennt keine verlässlichen Farben. Mehr zu beiden Formaten: SRT-Datei öffnen, erstellen und übersetzen und VTT-Datei öffnen und in SRT umwandeln.
Live-Untertitel: Respeaking, Spracherkennung und Verzögerung
Bei Live-Sendungen gibt es keine Zeit zum Schreiben. Die Sender arbeiten deshalb mit Respeaking: Ein Mensch spricht den Text nach, eine Spracherkennung macht daraus Untertitel.
- ZDF: Das ZDF gibt die Erkennungsgenauigkeit seiner Software mit über 90 Prozent an. Schwierig bleiben Wörter, die gleich klingen, etwa „konnten“ und „Konten“ oder „malen“ und „mahlen“.
- ARD: Live-Untertitel erscheinen laut ARD systembedingt mit einigen Sekunden Verzögerung.
- SRF: Respeakerinnen und Respeaker sprechen auch die Satzzeichen mit und übersetzen meist gleichzeitig vom Schweizerdeutschen ins Hochdeutsche, weil die Software keinen Dialekt versteht.
- ORF: Seit dem 29. September 2025 untertitelt der ORF die Sendungen „Bundesland heute“ und ORF Sport + live mit KI-Technik, abrufbar über Teletext 777 und ORF ON.
Live-UT sind deshalb kürzer, später und fehleranfälliger als vorbereitete. Für dein eigenes Video gilt Ähnliches bei automatischen Untertiteln: Sie sind ein guter Entwurf, aber noch keine fertigen UT, denn Geräusche und Sprecher fehlen und Fehler wie „Konten“ statt „konnten“ bleiben stehen.
Was das Recht in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangt
Vorweg: Das ist keine Rechtsberatung. Die Regeln verteilen sich auf mehrere Gesetze, und viele Ratgeber werfen sie durcheinander.
- Fernsehsender und Abrufdienste (Medienstaatsvertrag, § 7 und § 76): Sie sollen ihr barrierefreies Angebot im Rahmen ihrer technischen und finanziellen Möglichkeiten stetig und schrittweise ausbauen und mindestens alle drei Jahre darüber berichten. Eine feste Quote schreibt der Staatsvertrag nicht vor.
- Apps, Programmführer und Player, die Zugang zu Fernsehen und Abrufdiensten geben (MStV §§ 99a bis 99d): Für solche Dienste, die seit dem 28. Juni 2025 angeboten werden, gelten die Anforderungen des European Accessibility Act. Dazu gehört, Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige vollständig, synchron zu Bild und Ton und so weiterzugeben, dass Nutzer Anzeige und Verwendung selbst regeln können. Kleinstunternehmen sind ausgenommen. Verbraucher können sich an die zuständige Landesmedienanstalt wenden.
- Fernseher und Streaming-Geräte (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, BFSG): Geräte, die seit dem 28. Juni 2025 in Verkehr gebracht werden, müssen die Untertitel, die ein Dienst liefert, nutzbar und einstellbar machen (§ 10 der Verordnung zum BFSG).
- Onlineshops, Bankdienstleistungen, E-Books (BFSG): Diese Dienstleistungen müssen barrierefrei sein. Untertitel nennt der Gesetzestext nicht ausdrücklich. Geprüft wird Barrierefreiheit im Web aber an den WCAG, und die verlangen Untertitel für aufgezeichnete Videos (Erfolgskriterium 1.2.2). Ausgenommen sind aufgezeichnete Videos, die vor dem 28. Juni 2025 veröffentlicht wurden, und Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme.
- Geförderte Filme (Filmförderungsgesetz, § 40 und § 46): Wer Förderung für die Herstellung eines Films bekommt, muss von allen Endfassungen eine barrierefreie Fassung herstellen, mit deutschen Untertiteln für Menschen mit Hörbehinderungen und deutscher Audiodeskription, und sie bis zur Erstauswertung auf allen Verwertungsstufen im Inland zugänglich machen.
- Deine eigene Website: Ein Blog- oder Marketingvideo fällt nicht automatisch unter das BFSG. Relevant wird es, wenn das Video Teil einer erfassten Dienstleistung ist, etwa eines Onlineshops. Für Websites öffentlicher Stellen gilt die BITV 2.0.
- Österreich: Der ORF beschreibt in seinem Jahresbericht 2024 jährliche Steigerungen je Programmkategorie und als Ziel, bis 2030 alle Sendungen mit Sprachanteil barrierefrei anzubieten.
- Schweiz: Laut SRG verpflichtet das Radio- und Fernsehgesetz die nationalen und sprachregionalen Fernsehprogramme, einen angemessenen Anteil ihrer Sendungen barrierefrei anzubieten. Mit den Verbänden hat die SRG im Dezember 2022 vereinbart, bis 2027 alle redaktionellen Fernsehsendungen zu untertiteln.
Wie viel im Fernsehen untertitelt ist
Die Zahlen sind nur bedingt vergleichbar: Manche Anbieter zählen Sendezeit, andere Sendungen, und viele Angaben stammen von den Anbietern selbst.
- ZDF: 96,1 Prozent der Sendezeit im Hauptprogramm 2025, nach 92,7 Prozent 2023. ZDFneo kam auf 57,8 Prozent, ZDFinfo auf 67,1 und 3sat auf 53,1 Prozent.
- RTL Deutschland: im Durchschnitt 26,6 Prozent 2025 (RTL, RTL Zwei, VOX, Super RTL und Nitro), laut Monitoring der Landesmedienanstalten. RTL+ untertitelte 18 Prozent seiner Sendungen.
- ProSiebenSat.1: im Durchschnitt 45,9 Prozent 2025 (Sat.1, ProSieben, Kabel Eins, sixx und ProSieben Maxx).
- Prime Video: nach eigenen Angaben 99 Prozent des linearen Programms 2025.
- ORF: 88,4 Prozent in ORF 1 und ORF 2 im Jahr 2024.
- SRF: 84,1 Prozent der Sendezeit 2025, laut SWISS TXT, die für die SRG untertitelt.
Wie groß der Unterschied zwischen einfachen Untertiteln und UT in der Praxis ist, zeigt eine ältere Zahl: Von den 21 Prozent Sendezeit, die RTL im Monitoring 2022 untertitelt hatte, waren 17 Prozent spezielle Untertitel für Hörgeschädigte und 4 Prozent einfache Untertitel.
Für wen das alles wichtig ist, lässt sich nur schätzen. Der Deutsche Gehörlosen-Bund geht seit Langem von rund 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland aus, der Deutsche Schwerhörigenbund von etwa 16 Millionen Menschen mit Hörminderung. Beides sind Schätzungen, keine Zählungen.
Checkliste für dein eigenes Video in mehreren Sprachen
- UT in der Originalsprache: Dialog plus Geräusche, Musik und Sprecherangaben, von einem Menschen geprüft. Automatische Untertitel sind nur ein Entwurf.
- Übersetzte Untertitel je Sprache: nur der Dialog, für Zuschauer, die den Ton hören. Eine Übersetzung ersetzt keine UT. Wie YouTube übersetzt, steht im Ratgeber YouTube-Video übersetzen.
- Kurze, eindeutige Namen: das Unterscheidende zuerst, etwa „UT Deutsch“ und „Deutsch“. Im eingebauten Player von Chrome blieben bei uns nur Namen bis etwa neun Zeichen vollständig.
- Ein Stil: entweder Fernsehstil mit Farben und
*Geräusch*oder Streamingstil mit[geräusch], aber nicht beides in einer Datei. - Lesbar: höchstens zwei Zeilen mit 37 bis 42 Zeichen, jeder Untertitel mindestens eine Sekunde, 13 bis 15 Zeichen pro Sekunde als Richtwert.
- Passendes Format: SRT ist am weitesten verbreitet, WebVTT kann Farben und Positionen. Farben brauchen einen
STYLE-Block. - Transkript zusätzlich, nicht stattdessen: Ein Text unter dem Video hilft, ersetzt aber keine Untertitel. Im BITV-Test gilt ein vollständiges Transkript neben dem Video nur als teilweise erfüllt. Wie du Gespräche verschriftlichst, zeigt unser Ratgeber Interview transkribieren.
- Nicht nur einbrennen: Brennst du Untertitel für soziale Netzwerke ins Bild, biete auf deiner eigenen Seite trotzdem eine abschaltbare Spur an.
