Integromat gibt es unter diesem Namen nicht mehr: Die Automatisierungsplattform aus Prag heißt seit dem 22. Februar 2022 Make, und die alte Plattform wurde am 30. September 2023 abgeschaltet. Make ist dieselbe Plattform derselben Prager Firma, die seit Oktober 2020 zu Celonis gehört, einem Softwareunternehmen mit Sitz in München und New York. Steht in einer alten Anleitung, einem Lesezeichen oder im Setup eines Kunden noch Integromat, erfährst du hier, was mit Konten und Szenarien passiert ist, wohin alte Links heute führen, welche Begriffe anders heißen, ob es Make auf Deutsch gibt und wo deine Daten liegen. Die alten Links haben wir am 16. Oktober 2026 an 27 Adressen selbst geprüft.
Integromat und Make in Kürze
- Was es ist: eine Plattform, mit der du Apps ohne Programmierkenntnisse zu automatischen Abläufen verbindest. Ein solcher Ablauf heißt damals wie heute „Szenario“, im Produkt „Scenario“.
- Die Firma: im Januar 2013 in Prag als Cloud Service s.r.o. eingetragen, seit Oktober 2015 Integromat s.r.o., seit Februar 2022 Celonis s.r.o.
- 14. Oktober 2020: Celonis gibt bekannt, Integromat übernommen zu haben.
- 22. Februar 2022: Integromat wird zu Make, mit neuem Namen und neuer Plattform. Für Bestandskunden läuft Integromat als Altprodukt weiter.
- 30. Juni 2023: Make beendet den Support für Integromat.
- 30. September 2023: Make schaltet Integromat ab und deaktiviert alle Szenarien, die nicht zu Make umgezogen sind.
- Seit 2025: Make rechnet seit dem 27. August 2025 in Credits statt in Operations ab, hat im Mai 2026 zwei Fehler-Handler umbenannt und am 1. Oktober 2026 die Einstellung für Zyklen entfernt.

Wem Make gehört: eine Prager Firma mit drei Namen
Wer die Geschichte von Integromat nachliest, findet in deutschen Ratgebern 2012, 2013 und 2016 als Gründungsjahr und manchmal 2021 als Jahr der Umbenennung. Klarheit schafft das öffentliche tschechische Handelsregister. Dort steht die Firma mit der Identifikationsnummer (IČO) 29152861, dieselbe Nummer, die Integromat 2021 in seinen Nutzungsbedingungen angab:
- 10. Januar 2013: Eintragung als „Cloud Service s.r.o.“ mit Sitz in Prag. Die Abkürzung s.r.o. steht für die tschechische Form der GmbH.
- 21. Oktober 2015: neuer Name „Integromat s.r.o.“. Die erste Aufnahme von integromat.com im Internet Archive stammt aus demselben Monat, und Make schreibt auf seiner Über-uns-Seite, es arbeite seit 2015 für seine Kunden.
- 28. Februar 2022: neuer Name „Celonis s.r.o.“, sechs Tage nach dem Start von Make.
Der Sitz lag immer in Prag, zuerst im Stadtteil Praha 7, seit 2015 in Praha 8. Gesellschafter waren von Oktober 2015 bis Oktober 2020 sechs Privatpersonen. Am 19. Oktober 2020 trug das Register die deutsche CELONIS SE als alleinige Gesellschafterin ein, seit dem 22. Februar 2021 ist es die US-Gesellschaft Celonis, Inc. Das Jahr 2012 nannte TechCrunch 2020 mit Daten des Analysedienstes PitchBook als Start von Integromat. Ein Gründungsjahr 2016 oder eine Umbenennung 2021 widersprechen dagegen dem Register und Makes eigenen Angaben.
Celonis ist mit Process Mining groß geworden, also mit der Analyse von Geschäftsabläufen anhand ihrer Daten. Am 14. Oktober 2020 berichtete TechCrunch über die Übernahme: Integromat hatte damals mehr als 11.000 Kunden, die 60 Mitarbeitenden wechselten zu Celonis, und die Plattform sollte als eigenständiges Produkt weiterlaufen. Den genauen Kaufpreis legte Celonis nicht offen. Munich Startup meldete auf Deutsch, Celonis wolle damit die Automatisierung in seinem „Execution Management System“ stärken; nach Unternehmensangaben hatte Integromat damals 375.000 Nutzerinnen und Nutzer.
Heute beschreibt sich Make als Teil von Celonis, mit Hauptsitz in Prag und weiteren Büros in Madrid und Pristina. Ist Make also ein deutsches Unternehmen? Nicht ganz. Die Konzernzentrale Celonis SE sitzt in München, die Prager Firma gehört aber der US-Gesellschaft Celonis, Inc., und mit ihr schließt du auch den Vertrag. Ein deutsches Software-Verzeichnis, das Make als Angebot einer Münchner Firma beschreibt, greift deshalb zu kurz. Mehr dazu im Abschnitt zu Vertrag und DSGVO.
Warum aus Integromat Make wurde
Make begründet den Namenswechsel auf seiner Seite „Integromat evolves to Make“, die das Internet Archive zum ersten Mal am Morgen des 22. Februar 2022 gespeichert hat: Die Marke Integromat habe nicht mehr zu Produkt, Community und Unternehmen gepasst. „Make“ sei kurz, leicht zu schreiben und auszusprechen und ein Verb für das, was die Nutzer auf der Plattform tun.
Mit dem Namen kam eine neue Plattform. Make hob damals vier Neuerungen hervor: Live-Details zu laufenden Ausführungen, parallel verarbeitete Webhooks für viele eingehende Anfragen, eine öffentliche Schnittstelle (API) und eine einfachere Bedienung. Dazu kamen eine neue Architektur für mehr Leistung und die Wahl der Hosting-Region, Europa oder Nordamerika. Bestandskunden konnten laut den damaligen häufigen Fragen im Lauf eines Jahres zu ihren bisherigen Preisen umsteigen. Neue Nutzer schickte Make sofort zur Registrierung bei Make.
Was mit alten Konten und Szenarien passiert ist
Der Umstieg geschah nicht von selbst. Make forderte Bestandskunden auf, ihr Konto zu Make zu überführen, und nannte spätestens Anfang März 2023 die Enddaten:
- 30. Juni 2023: Ende des Supports. Danach beantwortete Make keine Anfragen zu Integromat mehr.
- 30. September 2023: Abschaltung. Alle Szenarien auf Integromat wurden deaktiviert; ändern ließen sie sich ohne Umzug zu Make nicht mehr.
- Legacy-Plan: Wer vor dem 30. September 2023 umzog, kam in Makes „Legacy“-Plan, mit demselben Abo-Preis und derselben Zahl an Operations wie zuvor.
Nach Makes eigener Aussage waren zum Zeitpunkt der Ankündigung schon Hunderttausende Szenarien umgezogen. Eine Anmeldung bei Integromat gibt es heute nicht mehr. In unserem Test leiteten auch die früheren App-Adressen eu1.integromat.com und us1.integromat.com direkt zur Make-App weiter, nach eu1.make.com und us1.make.com. Hast du noch Szenarien, die nie umgezogen sind, kann dir nur der Make-Support sagen, ob davon etwas übrig ist. Ob es heute noch Kunden im Legacy-Plan gibt und was mit ihnen geschieht, beschreibt Make auf seinen aktuellen Seiten nicht.
Zwei Adressen aus der Umstiegszeit gibt es noch: make.com/upgrade-to-make leitet auf die Seite zum Namenswechsel weiter, und unter migrate.make.com meldet sich weiterhin das „Make Migration tool“. Make beschreibt dieses Werkzeug heute für den Umzug in die eigene Umgebung des Enterprise-Plans. Ob es für frühere Integromat-Nutzer noch etwas tut, geht aus der Dokumentation nicht hervor.
Wohin alte Integromat-Links heute führen: unser Test
Am 16. Oktober 2026 haben wir 27 alte Integromat- und Make-Adressen einzeln aufgerufen, jede Adresse einmal, und jede Weiterleitung Schritt für Schritt mit Statuscode notiert. 18 davon waren Adressen von integromat.com: die Startseite und ihre Sprachversionen, die Preisseite, App- und Webhook-Adressen, Hilfeartikel, eine App-Seite, zwei Vorlagen, ein Blogbeitrag und die Academy.

Das Ergebnis:
- Fast alles leitet weiter. 17 der 18 Integromat-Adressen leiten mit dem Statuscode 301 weiter, also dauerhaft. Die alte Startseite
http://integromat.com/braucht drei Weiterleitungen und endet auf Makes Seite „Integromat evolves to Make“. - Nur fünf landen auf passendem Inhalt: die Preisseite, die beiden App-Adressen
eu1undus1, die frühere lexoffice-Seite, die bei Make heute „Lexware Office“ heißt, und eine Vorlage, die es bei Make noch gibt. Neun enden auf einer allgemeinen Seite. - Hilfeartikel öffnen die Startseite der Hilfe. Alle vier alten Artikel, darunter die Grundbegriffe und die Fehlerbehandlung, enden auf der Startseite des Help Centers statt auf dem passenden Artikel. Das Thema musst du dort neu suchen.
- Gelöschte Vorlagen öffnen eine leere Seite. Eine Vorlage, die Make nicht mehr führt, landet auf einer Seite ohne Überschrift, die trotzdem mit dem Statuscode 200 antwortet, also „alles in Ordnung“ meldet.
- Der alte Webhook-Host antwortet mit 404.
hook.integromat.comleitet als einzige Integromat-Adresse nicht weiter und meldet „Not found“. Wir haben nur die Startadresse des Hosts abgerufen, keine echte Webhook-Adresse. Steht in einem Formular, einem Shop oder einem anderen System noch eine Adresse mithook.integromat.com, ersetz sie durch einen neuen Webhook in Make. - Eine deutsche Version gab es nie.
integromat.com/de/führt heute trotzdem wie die Startseite zur Seite über den Namenswechsel.make.com/de/endet dagegen mit 404.
Für deine eigenen Unterlagen heißt das: Ersetze alte Integromat-Links durch die passende Make-Adresse, statt dich auf die Weiterleitung zu verlassen. Ziehst du selbst einmal eine Website um, leite jede alte Adresse auf ihr inhaltliches Gegenstück weiter und nicht alle auf eine Startseite. Wie das geht, steht in unserer Checkliste zum Website-Relaunch.
Alte Anleitungen lesen: Was heute anders heißt
Die Grundideen aus der Integromat-Zeit gelten weiter. Szenario, Modul, Bundle, Filter, Router, Iterator, Aggregator, Data Store und Webhook heißen in Make genauso, und unvollständige Ausführungen („Incomplete executions“) gibt es auch noch. Viele Details haben sich aber verschoben. Wir haben die archivierten Hilfeseiten von Integromat aus dem Jahr 2021 Zeile für Zeile mit dem heutigen Help Center von Make verglichen:

- Fehler-Handler: Integromat nannte sie „Direktiven“: Rollback, Commit, Resume, Ignore und Break. Seit dem 26. Mai 2026 heißt Break „Retry“ und Ignore „Skip“; Resume, Commit und Rollback heißen wie früher. Eine Direktive namens Retry gab es in Integromat laut der Hilfe von 2021 nicht. Break legte den fehlgeschlagenen Lauf unter „Incomplete executions“ ab, auf Wunsch mit automatischen Wiederholungen. Empfiehlt eine alte Anleitung Break, suchst du heute also Retry. Manche Ratgeber führen beide noch nebeneinander auf, obwohl es derselbe Handler ist.
- Szenario-Einstellungen: Sechs Einstellungen haben neue englische Namen. Aus „Sequential processing“ wurde „Process data in order“, aus „Data is confidential“ wurde „Keep data confidential“, aus „Allow storing incomplete executions“ wurde „Store incomplete executions“, aus „Enable data loss“ wurde „Discard data if storage is full“, aus „Auto commit“ wurde „Commit after each module“ und aus „Number of consecutive errors“ wurde „Errors before deactivation“.
- Webhooks: Integromat hatte die Einstellung „Process webhooks separately“. Heute verarbeitet Make eingehende Webhooks standardmäßig parallel; brauchst du eine feste Reihenfolge, schaltest du „Process data in order“ ein.
- Navigation: Seit dem 4. November 2025 sehen alle Nutzer eine neue Navigation mit einer senkrechten Seitenleiste links statt waagerechter Reiter; Profil und Benachrichtigungen sitzen oben rechts. Zurück zur alten Ansicht geht es nicht. Klickpfade und Screenshots in alten Anleitungen stimmen deshalb oft nicht mehr.
Eine offizielle Gegenüberstellung veröffentlicht Make nicht. Die Paare der Einstellungen sind unsere Lesart der alten und der neuen Beschreibungen, die sehr eng übereinstimmen.
Operations, Datentransfer und Credits
Bei Integromat unterschieden sich die bezahlten Konten laut der Hilfe von 2021 vor allem in zwei Größen: der Zahl der Operations und der Datenmenge pro Monat. Jeder Lauf eines Triggers zählte als eine Operation, egal wie viele Datensätze er holte, und jede Aufgabe eines Aktionsmoduls ebenfalls. Der Datentransfer war die Menge an Daten, die durch das Szenario floss.
Seit dem 27. August 2025 rechnet Make in Credits ab. Vorhandene Operations hat Make dabei im Verhältnis eins zu eins in Credits umgewandelt; Plan und Preis blieben laut Make gleich. Seitdem gilt:
- Operation heißt jetzt ein einzelner Lauf eines Moduls, das Daten verarbeitet oder nach neuen Daten sucht. Ein Trigger zählt pro Prüfung einmal, egal wie viele Bundles er liefert. Jedes folgende Modul zählt für jedes Bundle, das es verarbeitet.
- Credits sind das, was du kaufst und verbrauchst. Bei Funktionen ohne KI kostet eine Operation einen Credit. Dieser feste Satz hängt laut Make nicht von der Datenmenge ab.
- Dynamischer Verbrauch gilt für einige KI- und Spezial-Apps. Dort richtet sich die Zahl der Credits nach Tokens, Dateigröße oder Laufzeit. Make kennzeichnet solche Funktionen in der Oberfläche.
- KI-Apps von Drittanbietern wie OpenAI oder Claude verbrauchen laut Make weiterhin einen Credit pro Operation. Mehr kann es werden, wenn du Makes eingebauten KI-Anbieter („Make's AI Provider“) nutzt.
Deinen Verbrauch siehst du im Dashboard, in der Liste der Szenarien, im Scenario Builder pro Modul und im Verlauf („History“) pro Lauf. Ratgeber, die 2026 noch von einer Abrechnung pro Operation sprechen, beschreiben den Stand vor August 2025. Preise und Kontingente nennen wir hier nicht; maßgeblich ist Makes aktuelle Preisseite.
Zyklen sind weg: Was das für alte Szenarien bedeutet
Ein Zyklus ist laut Make ein Durchgang durch alle Module eines Szenarios. Mit mehreren Zyklen wiederholte ein Lauf diesen Durchgang und holte so lange Daten vom Trigger, bis keine mehr warteten. In Integromat hieß die Einstellung „Maximum number of cycles“, in Make später „Cycles per run“. Sie wirkte nur bei geplanten Szenarien mit einem Trigger, der die Zahl der Datensätze pro Lauf begrenzt.
Seit dem 1. Oktober 2026 gibt es die Einstellung nicht mehr. Jeder Lauf endet nach einem Zyklus; Daten, die früher in mehreren Zyklen verarbeitet wurden, verteilt Make jetzt auf mehr Läufe. Betroffenen Nutzern hat Make nach eigener Aussage eine E-Mail mit der Liste ihrer Szenarien geschickt. Wer keine bekommen hat, ist laut Make nicht betroffen. Für betroffene Szenarien nennt Make zwei Wege:
- Im Trigger die Höchstzahl der Ergebnisse pro Lauf erhöhen.
- Im Zeitplan das Intervall verkürzen, damit das Szenario öfter mit weniger Daten läuft.
Mit den Zyklen verschwanden zwei weitere Optionen: „After one cycle“ beim Zurücksetzen der Increment-Funktion und „One cycle“ als Lebensdauer von Variablen in „Set variable“. Make begründet die Änderung damit, dass nur wenige Nutzer Zyklen verwendeten und die Einstellung mehr verwirrt als geholfen habe.
Ein Hinweis für deine Recherche: Am 16. Oktober 2026 beschrieben die Hilfeseiten „Scenario settings“ und „Scenario execution, cycles, and phases“ die Einstellung „Cycles per run“ noch so, als gäbe es sie. Auch Makes eigene Hilfe ist also nicht überall auf dem neuesten Stand. Im Zweifel gilt die jüngere Änderungsmeldung.
Was in Make dazugekommen ist
Die wichtigsten Neuerungen seit dem Abschied von Integromat:
- Drei Szenario-Typen: Make unterscheidet heute Standard-Szenarien mit festen Regeln, KI-Szenarien mit einzelnen KI-Modulen und Szenarien mit KI-Agenten, in denen ein Agent den Weg selbst wählt.
- If-else und Merge: seit dem 9. März 2026 in einer offenen Beta. If-else führt nur den ersten Weg aus, dessen Bedingung zutrifft, und Merge führt die Wege danach wieder zusammen. Ein Router dagegen führt alle Wege aus, und die lassen sich nicht wieder vereinen. Beide Module zählen als Operations, verbrauchen aber keine Credits.
- Make AI Agents: am 14. April 2025 als Beta angekündigt. Ein Agent entscheidet selbst, welche Schritte er für eine Aufgabe ausführt.
- Maia: ein KI-Assistent im Scenario Builder, den Make im Oktober 2025 vorgestellt hat. Du beschreibst in Alltagssprache, was du brauchst, und Maia baut oder repariert Szenarien. Laut Make steht Maia als öffentliche Beta in allen bezahlten Plänen bereit, im kostenlosen Plan für eine begrenzte Testphase. Ob Maia deutsche Anweisungen versteht, dokumentiert Make nicht.
Wann ein einzelner KI-Schritt reicht und wann sich ein Agent lohnt, erklärt unser Ratgeber zur intelligenten Automatisierung. Bei KI-Funktionen lohnt außerdem ein Blick auf den Datenort; dazu gleich mehr.
Gibt es Make auf Deutsch?
Nein. Make hat eine einzelne deutsche Landingpage, und die beantwortet die Frage „Ist Make auf Deutsch verfügbar?“ selbst: Die Plattform ist auf Englisch, ein lokales Team helfe beim Einstieg. Auch sonst ist alles englisch:
- Oberfläche: Laut Antworten erfahrener Freiwilliger in der Make-Community vom November 2025 bietet die Sprachauswahl im Profil nur Englisch, auch in bezahlten Plänen.
- Help Center: Die Seiten auf help.make.com gibt es nur auf Englisch, ohne andere Sprachversionen.
- Academy: Die Kursseiten der Make Academy sind englisch.
- Community: Die Kategorien des Forums sind englisch; eine deutschsprachige Kategorie gibt es nicht.
- Website:
make.com/deführt zu einer Fehlerseite, und auch mit deutscher Spracheinstellung zeigt make.com die englische Startseite.
Integromat war übrigens nie deutschsprachig: Die Website gab es 2021 auf Englisch und Tschechisch („Česky“), deutsche Seiten finden sich im Internet Archive nicht.
Für die Praxis heißt das: Lass die Bezeichnungen aus der App in deinen Anleitungen englisch, also „Scenario settings“ statt „Szenario-Einstellungen“, sonst findet niemand die Schaltfläche wieder. Englische Hilfeseiten kannst du dir im Browser übersetzen lassen; wie das in Chrome, Edge, Firefox und Safari geht, zeigt unser Ratgeber Website übersetzen. Deine Daten dürfen natürlich deutsch sein. Dann solltest du aber auf Zeitzone und Datumsfunktionen achten.
Zeitzone und Datumsformate richtig einstellen
Make kennt zwei Zeitzonen, und der Unterschied ist für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtig:
- Die Zeitzone der Organisation bestimmt, wann geplante Szenarien laufen. Make nennt als Beispiel einen Zeitplan „4:00 pm every day“; gemeint ist 16 Uhr in dieser Zeitzone. Außerdem nutzen die Datumsfunktionen
formatDateundparseDatesie als Standard. - Die Zeitzone des Nutzers ändert nur die Anzeige, etwa im Verlauf der Ausführungen.
Beide stellst du im Profil im Reiter „Time zone options“ ein; die Zeitzone der Organisation dürfen nur Eigentümer und Admins ändern. Für Deutschland wählst du Europe/Berlin, für Österreich Europe/Vienna und für die Schweiz Europe/Zurich. Arbeitet jemand im Team mit einer anderen Zeitzone, sieht er andere Uhrzeiten als du, obwohl das Szenario zur selben Zeit läuft. Prüf nach dem Umzug alter Szenarien deshalb, ob die Zeitzone der Organisation, die Zeitpläne und die Datumsfunktionen zusammenpassen.
Wo deine Daten liegen: Irland, Deutschland, USA
Integromat speicherte Daten laut seiner Hilfe von 2021 in einem gesicherten Rechenzentrum in Tschechien, zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 27001. Make läuft heute bei Amazon Web Services (AWS). Was genau wo liegt, steht in Makes Liste der Unterauftragsverarbeiter, gültig ab dem 12. Dezember 2025:

- Hosting bei AWS: Den Standort wählt laut Liste der Kunde: die USA, für Enterprise-Kunden Deutschland und für alle anderen Irland. Eine normale Organisation in der EU liegt also in Irland, nicht in Deutschland.
- Szenario-Datenbank: Auch die Datenbank bei MongoDB liegt für EU-Kunden in Deutschland (Enterprise) oder Irland (alle anderen), für Kunden außerhalb der EU in den USA.
- Cloudflare: Daten europäischer Kunden laufen laut Liste nur über Server in der EU.
- Enterprise: Der Enterprise-Plan läuft in einer getrennten AWS-Umgebung von Celonis; die Daten ziehen mit dem Migration tool dorthin um.
Die Region wählst du pro Organisation beim Anlegen, United States oder European Union. Sie beschreibt laut Make, wo die Daten gespeichert und verarbeitet werden, nicht, wo deine Firma sitzt. Ändern lässt sie sich danach nicht mehr, wähle sie also bewusst. In der Hilfe spricht Make außerdem von den Datenzonen US1, US2, EU1 und EU2; welches Land hinter EU1 und EU2 steht, dokumentiert Make nicht.
Zur Sicherheit schreibt Make, die Infrastruktur laufe in privaten AWS-Instanzen, verteilt auf zwei Zonen. Make hat Prüfungen nach SOC 2 Type II und SOC 3 abgeschlossen, und das Sicherheitsprogramm der Enterprise-Plattform ist nach ISO 27001 zertifiziert. Manche Ratgeber sprechen nur pauschal von „EU-Servern“; für die meisten Nutzer heißt das konkret Irland.
KI-Funktionen, Vertrag und DSGVO: Was in Makes Unterlagen steht
Keine Rechtsberatung: Wir fassen zusammen, was Make selbst schreibt. Ob das für deinen Fall reicht, klärst du mit deiner Datenschutzberatung.
KI-Funktionen. Make warnt auf der Hilfeseite „AI providers and data zones in Make“, angelegt am 31. August 2026, ausdrücklich: Eine EU-Datenzone heißt nicht, dass jede Anfrage in der EU verarbeitet wird.
- Immer in den USA: Maia, die Websuche „Make AI Web Search“, alle OpenAI-Modelle über Makes eingebauten KI-Anbieter und zwei Funktionen des AI Content Extractor, nämlich Bilder beschreiben und Audiodateien übersetzen.
- Immer in der EU, über Microsoft Azure: die übrigen Funktionen des AI Content Extractor, etwa Text aus Dokumenten, Rechnungen und Belegen auslesen oder Audiodateien transkribieren.
- Claude-Modelle über Makes KI-Anbieter: je nach Modell. Zwei davon kommen laut Make aus einer Region in Großbritannien, also nicht aus der EU.
- Eigene Verbindungen zu KI-Anbietern: Eine Verarbeitung in der EU garantiert Make nur für Microsoft Foundry, das abgekündigte Amazon Bedrock und OpenAI-kompatible Endpunkte, die du selbst einträgst. Für Anthropic, OpenAI, Google Gemini, Mistral, Cohere, Groq und xAI gibt es diese Garantie nicht. Das gilt auch für KI-Agenten und andere Module, die eine solche Verbindung nutzen.
Vertrag. Das Master Services Agreement für Make, Stand März 2026, schließt du mit Celonis, Inc. Es gilt das Recht des Bundesstaats New York, Gerichtsstand ist New York, und maßgeblich ist die englische Fassung. Der Auftragsverarbeitungsvertrag (Data Processing Agreement, zuletzt geändert am 3. Mai 2024) ist laut seinem Text Teil des Vertrags für jeden Dienst unter der Marke Make: Mit dem Vertrag schließt du auch ihn ab. Eine Einschränkung auf bestimmte Tarife finden wir im Text nicht, auch wenn ein juristischer Ratgeber das schreibt.
Datenübermittlung. Celonis, Inc. stützt sich auf das EU-US Data Privacy Framework und auf die Standardvertragsklauseln der EU. Laut Datenschutzhinweis gilt das auch für die Erweiterung für Großbritannien und für das Swiss-US Data Privacy Framework, was für Leser in der Schweiz wichtig ist. Das Datenschutzprogramm betreut laut Make ein eigenes Team zusammen mit dem externen Datenschutzbeauftragten der Celonis SE.
Auf seiner deutschen Landingpage nennt sich Make DSGVO-konform und spricht von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; das ist Makes eigene Aussage. Zum Vergleich: Integromat nannte 2021 als Vertragspartner die Integromat LLC aus Delaware oder die Integromat s.r.o. aus Prag.
Deutsche Apps nach dem Umstieg
In Makes Sitemap für Integrationen standen am 16. Oktober 2026 3.380 App-Seiten, 650 davon laut Adresse Community-Apps. Make selbst spricht auf seinen Seiten von mehr als 3.000 Apps. Viele deutsche und Schweizer Geschäftsanwendungen sind dabei:
- Buchhaltung und Rechnungen: Lexware Office, sevdesk, easybill, billomat, FastBill, GetMyInvoices und bexio. Die frühere lexoffice-App heißt bei Make heute „Lexware Office“; die Adresse enthält weiterhin
lexoffice, und die alte Integromat-Seite leitet dorthin weiter. - Marketing: KlickTipp und CleverReach.
- Weitere Dienste: DeepL, Personio, weclapp, MOCO, awork, Ninox, placetel, plentymarkets und DPD Germany.
Zwei Lücken fallen auf: xentral gibt es nur als Community-App, DATEV nur als „Business OS – DATEV“, und wer diese App pflegt, geht aus ihrer Seite nicht hervor. Für sipgate, Shopware und JTL fanden wir in der Sitemap keine App-Seite unter diesem Namen.
Hat ein Dienst seine Schnittstelle geändert, werden alte Module zu „Legacy“-Modulen; Make markiert sie mit einem grünen Doppelpfeil. Dann klonst du das Szenario und tauschst die Module aus, oder du nutzt den Module Migrator, der laut Make nicht für alle Apps funktioniert. In Szenarien aus der Integromat-Zeit lohnt sich die Suche nach diesem Symbol. Wie n8n deutsche Dienste wie DATEV, Lexware und DeepL anbindet, steht in unserem Ratgeber Was ist n8n?.
Make, n8n oder Zapier: kurz eingeordnet
Ohne Preise, nur mit den Unterschieden, die für frühere Integromat-Nutzer am meisten zählen:
- Was gezählt wird: Make zählt jeden Lauf eines Moduls als Operation und rechnet in Credits ab. n8n zählt Ausführungen, also ganze Durchläufe eines Workflows, und nur die im Produktivbetrieb; Tests per Hand zählen nicht. Zapier zählt Tasks, also erfolgreiche Aktionen; Trigger, Filter und Paths zählen nicht. Derselbe Ablauf verbraucht deshalb auf jeder Plattform unterschiedlich viel.
- Wo die Daten liegen: Bei Make wählst du die EU, mit den genannten Ausnahmen für KI-Funktionen. n8n Cloud speichert laut n8n in der EU, und n8n kannst du als einziges der drei Werkzeuge auch selbst hosten. Zapier hostet Daten laut eigener Datenschutzseite auf AWS-Servern in den USA und bietet keine Speicherung nur in der EU an.
- Sprache: Make und n8n haben beide nur eine englische Oberfläche.
Mehr zu n8n, seiner Lizenz und dem Selbsthosten steht in Was ist n8n?.
Checkliste für frühere Integromat-Nutzer
- Links ersetzen: Lesezeichen, Wikis und Kundendokumente nach
integromat.comdurchsuchen und durch die passende Make-Adresse ersetzen. - Hilfe-Links neu suchen: Alte Hilfeartikel öffnen nur die Startseite des Help Centers. Such das Thema dort und verlinke den neuen Artikel.
- Webhooks prüfen: Adressen mit
hook.integromat.comin Formularen und anderen Systemen durch neue Webhooks aus Make ersetzen. - Vorlagen prüfen: Öffnet ein alter Vorlagen-Link eine leere Seite, gibt es die Vorlage nicht mehr.
- Fehler-Handler übersetzen: Break heißt Retry, Ignore heißt Skip.
- Zyklen ersetzen: Szenarien, die mehrere Zyklen nutzten, über mehr Ergebnisse im Trigger oder einen kürzeren Zeitplan anpassen.
- Zeitzone setzen: die Organisation auf Europe/Berlin, Europe/Vienna oder Europe/Zurich stellen.
- Datenregion und KI prüfen: die Region der Organisation kontrollieren und nachsehen, welche KI-Funktionen deine Daten in die USA schicken.
- Legacy-Module tauschen: nach dem grünen Doppelpfeil suchen und alte Module ersetzen.
- Credits im Blick behalten: den Verbrauch pro Szenario im Dashboard prüfen, besonders bei KI-Modulen.
So bringst du ein altes Integromat-Setup Schritt für Schritt auf den heutigen Stand von Make.
