Lovable ist ein KI-App-Builder aus Stockholm: Du beschreibst im Chat, was du brauchst, und Lovable schreibt daraus eine Web-App mit Oberfläche, Datenbank und Login und stellt sie unter einer eigenen Adresse ins Netz. Der Code gehört dir. Seit Juni 2026 gibt es die Oberfläche auch auf Deutsch, Prompts nimmt Lovable in jeder Sprache an. Die Hilfe-Doku ist aber nur englisch, und bei deutschen Websites hakt es an Details: In unserem Test mit 43 deutschsprachigen Lovable-Websites meldeten 20 im Code Englisch als Sprache der Seite.
Lovable in Kürze
- Was: eine KI-Plattform, die aus einer Beschreibung in normaler Sprache Web-Apps und Websites baut, mit Oberfläche, Backend, Datenbank, Login und Anbindungen an andere Dienste.
- Wer: gegründet 2023 in Stockholm von Anton Osika und Fabian Hedin, anfangs unter dem Namen GPT Engineer. Verantwortlich für deine Daten ist laut Datenschutzerklärung die Lovable Labs Sweden AB.
- Technik: Neue Apps laufen seit dem 13. Mai 2026 auf TanStack Start, ältere auf React und Vite. Die Datenbank ist PostgreSQL.
- Betrieb: Lovable hostet deine App unter einer Adresse auf lovable.app, in bezahlten Tarifen auch unter deiner eigenen Domain.
- Sprache: Oberfläche auf Deutsch, aber noch nicht vollständig übersetzt; Prompts auf Deutsch; Doku nur auf Englisch.
- Abrechnung: Tarife Free, Pro, Business und Enterprise. Bezahlt wird über Credits, nicht pro Person.
Wir haben für diesen Ratgeber kein Lovable-Konto angelegt. Alle Angaben zur Bedienung stammen aus Lovables Doku, die wir am 25. Oktober 2026 gelesen haben; die Zahlen zu fertigen Websites aus unserem eigenen Test.
So funktioniert Lovable: vom Prompt zur Web-App
Du startest auf dem Dashboard mit einem Prompt, etwa „Baue eine Website für ein Café mit Speisekarte, Öffnungszeiten und Anfahrt“. Lovable baut daraus in ein paar Minuten eine erste Fassung. Im Editor siehst du links den Projekt-Chat und rechts die Vorschau, in der die App schon läuft. Jede Änderung speichert Lovable als Version, zu der du zurückkehren kannst.
Im Projekt-Chat wählst du zwischen drei Modi. Die Namen stehen hier so, wie die englische Doku sie nennt; in der deutschen Oberfläche können sie anders heißen.
- Build setzt Änderungen direkt um, auch über mehrere Dateien hinweg. Früher hieß dieser Modus Agent mode.
- Plan untersucht dein Projekt und schreibt einen Plan, den du bearbeitest und freigibst, bevor Code entsteht.
- Chat beantwortet Fragen zum Projekt, ohne etwas am Code zu ändern.
Was du siehst, änderst du über die Werkzeugleiste der Vorschau: ein Element anklicken und die Änderung beschreiben, Text direkt korrigieren, eine Skizze auf die Seite zeichnen oder einen Kommentar hinterlassen. Diese Leiste gibt es in allen Tarifen. Sie ersetzt seit dem 10. Juni 2026 die frühere Funktion Visual edits; ältere Anleitungen sprechen deshalb noch von „Visual Edits“ und „Agent Mode“.
Den Code kannst du jederzeit im Code-Tab lesen. Bearbeiten und als ZIP-Datei herunterladen kannst du ihn nur in bezahlten Tarifen; im Free-Plan ist der Code-Editor schreibgeschützt.
Was Lovable technisch erzeugt
Das Framework kannst du nicht wählen. Apps, die seit dem 13. Mai 2026 entstehen (in Enterprise-Workspaces seit dem 22. Juni), laufen auf TanStack Start und werden auf dem Server gerendert. Ältere Apps laufen auf React und Vite und entstehen erst im Browser. Next.js oder eine andere Datenbank als PostgreSQL bietet Lovable nicht an. Native Apps für iOS und Android baut Lovable auch nicht: Du kannst die Web-App als Progressive Web App anbieten oder sie außerhalb von Lovable mit einem Werkzeug wie Capacitor verpacken.
Für Daten, Login und Dateien gibt es zwei Wege:
- Eingebautes Backend: standardmäßig eingeschaltet, mit Datenbank, Nutzerverwaltung, Dateispeicher und serverseitigen Funktionen. In Teilen der Oberfläche heißt es Cloud, und es baut laut Lovable auf der Open-Source-Grundlage von Supabase auf. Bezahlt wird es mit Credits.
- Eigenes Supabase-Projekt: in allen Tarifen möglich, wenn du Konto, Abrechnung und Dashboard selbst in der Hand haben willst. Zwischen beiden Wegen wechselst du später nicht auf Knopfdruck, entscheide also früh.
Den Code synchronisierst du in allen Tarifen mit GitHub, GitLab oder Bitbucket. Laut Lovable gehören dir Apps, Code und Inhalte, und du darfst sie auch woanders hosten.
Ein Beispiel ist Lovables eigene Lernplattform Lovable Academy, die selbst unter einer lovable.app-Adresse läuft und aus der Doku verlinkt ist. Ihre Startseite schickte am 25. Oktober 2026 schon im ersten HTML, also ohne JavaScript, eine Hauptüberschrift, rund 2.200 Zeichen Text und 34 Links. Warum ältere Apps an dieser Stelle fast leer sind und was das für Google bedeutet, steht in unserem Ratgeber Lovable SEO.
Veröffentlichen, eigene Domain und Teamarbeit
Mit dem Knopf Publish oder einer Bitte im Chat geht deine App live. Sie bekommt eine Adresse auf lovable.app mit HTTPS; das ist in allen Tarifen kostenlos. Die Live-Seite ist ein Schnappschuss: Was du danach änderst, sehen Besucher erst, wenn du erneut veröffentlichst.
- Eigene Domain: nur in bezahlten Tarifen. Wie Lovable zwischen deinen Domains weiterleitet und was du bei Canonical und Sitemap beachten musst, erklärt unser Lovable-SEO-Ratgeber.
- Abzeichen: Das Abzeichen „Edit with Lovable“ blendest du ab dem Pro-Tarif aus. In unserem Test war es auf 25 von 43 Websites sichtbar.
- Free-Plan: Lovable kann ein Projekt offline nehmen, wenn es 12 Monate lang keine Besuche hatte, der Inhaber des Workspace sich so lange nicht angemeldet hat und keine eigene Domain verbunden ist.
Im Team arbeitet ihr in einem Workspace. Er hat ein gemeinsames Credit-Guthaben, und in allen Tarifen sind unbegrenzt viele Mitglieder erlaubt. Einzelne Projekte teilst du über Share, auch mit Personen außerhalb des Workspace; sie verbrauchen dann Credits deines Workspace. Mehrere Leute können gleichzeitig am selben Projekt arbeiten, jeder in einem eigenen Entwurf; dessen Änderungen landen erst im Projekt, wenn jemand sie übernimmt.
Anbindungen: von Stripe bis Lexware
Lovable nennt seine Anbindungen Connectors. Die Doku listet Dutzende, darunter einige für den deutschen Markt:
- Buchhaltung: Lexware und Sevdesk, etwa für ein Dashboard mit offenen Rechnungen oder ein internes Tool für Belege.
- Shop und Zahlung: Shopify, WooCommerce und dein eigenes Stripe-Konto. Lovables eingebaute Zahlungsfunktion setzt einen bezahlten Tarif voraus.
- Automatisierung: Über den Connector für n8n stößt deine App Workflows an. Was n8n ist, erklärt unser Ratgeber Was ist n8n?.
- Alles andere: Für einen Dienst ohne Connector beschreibst du dessen Programmierschnittstelle im Chat, und Lovable baut die Anbindung direkt ein.
Lovable kann außerdem KI-Funktionen in deine App einbauen, etwa einen Chatbot, Zusammenfassungen oder Übersetzungen. Ein eigenes Konto bei einem KI-Anbieter brauchst du dafür nicht; die Nutzung läuft über deine Credits.
Lovable auf Deutsch: Oberfläche, Prompts und Doku
Seit dem 17. Juni 2026 stellst du die Sprache der Oberfläche unter Account settings → Preferences → Language ein (Weg laut englischer Doku). Zur Wahl stehen elf Sprachen, darunter Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Lovable schreibt selbst, dass noch nicht jeder Teil übersetzt ist. Prompts schreibst du laut Lovables Schnellstart „in any language“, also auch auf Deutsch.
Was es sonst auf Deutsch gibt, haben wir am 25. Oktober 2026 an den Sitemaps von Lovable gezählt:
| Bereich | Auf Deutsch? | Grundlage |
|---|---|---|
| Oberfläche des Editors | ja, seit 17. Juni 2026, noch nicht vollständig | Lovable-Doku und Changelog |
| Prompts und Antworten im Chat | ja, Prompts in jeder Sprache | Lovable-Schnellstart |
| Hilfe-Doku auf docs.lovable.dev | nein, alle 313 Seiten nur englisch | unsere Zählung der Doku-Sitemap |
| Website lovable.dev | teilweise: 533 deutsche Adressen, 1.308 englische | unsere Zählung der Sitemaps |
| Blog und Ratgeber auf lovable.dev | nein, auf Deutsch nur die Übersichtsseiten | unsere Zählung der Sitemaps |
| Preisseite mit Fragen und Antworten | ja, der Begriff „Credits“ bleibt englisch | lovable.dev/de/pricing |
Für dich heißt das: Bedienen und prompten geht auf Deutsch. Sobald du nachschlagen musst, etwa zu Domains, Datenbank oder Rechten, landest du in der englischen Doku. Lovables eigene Website ist übrigens selbst mehrsprachig aufgebaut, mit Sprachordnern wie /de und /fr und hreflang-Angaben in der Sitemap.
Mehrsprachige Websites mit Lovable
Eine Seite zu mehrsprachigen Websites oder zu hreflang führt Lovables Doku nicht: Das Inhaltsverzeichnis nennt keine, und Lovables SEO-Prüfung meldet laut Doku nur, wenn das lang-Attribut ganz fehlt. Ob sie auch eine falsche Sprache erkennt, steht dort nicht. Genau das war in unserem Test der häufigste Fehler.

Am 16. Oktober 2026 haben wir 43 deutschsprachige Websites, die bei Lovable gehostet sind, je einmal ohne und einmal mit JavaScript abgerufen. 20 davon meldeten im HTML lang="en", obwohl der Text deutsch war; bei 18 blieb es auch im Browser dabei. Von den 5 österreichischen Websites meldeten 4 Englisch. Nur 4 der 43 Websites verbanden mehrere Sprachfassungen per hreflang. Google selbst bestimmt die Sprache am sichtbaren Text, Screenreader brauchen das Attribut aber für die richtige Aussprache.
Wenn deine Website mehrere Sprachen haben soll, sag Lovable gleich am Anfang, wie die Fassungen aufgebaut sein sollen. Ein Beispiel für einen solchen Prompt:
Baue die Website zweisprachig, Deutsch und Englisch.
Jede Sprache bekommt eigene Adressen: /de/... und /en/...
Setze im html-Element lang="de" bzw. lang="en".
Verbinde die Fassungen mit hreflang-Links (de, en, x-default)
und trage sie auch in die sitemap.xml ein.
Keine automatische Weiterleitung nach der Browsersprache.Prüf danach im Quelltext (Strg+U), ob lang und die hreflang-Links wirklich da sind. Wie die Verknüpfung richtig aussieht, zeigt unser Ratgeber zu hreflang, x-default und Canonical. Lässt du Texte mit Lovables KI-Funktion übersetzen, lies sie vor dem Veröffentlichen gegen; worauf es dabei ankommt, steht im Ratgeber zur SEO-Übersetzung.
Daten, Datenschutz und Serverstandort
Keine Rechtsberatung: Wir geben wieder, was Lovable selbst veröffentlicht. Ob du Lovable für dein Projekt datenschutzkonform einsetzen kannst, klärst du mit einer Fachperson.
- Wer verantwortlich ist: die Lovable Labs Sweden AB in Stockholm; federführende Aufsichtsbehörde ist die schwedische IMY. Laut Datenschutzerklärung (Stand 15. September 2026) verarbeiten Lovable und seine Dienstleister Daten in mehreren Ländern, auch in den USA. Für Übermittlungen aus dem EWR nutzt Lovable die EU-Standardvertragsklauseln, für die Schweiz zusätzlich einen Schweizer Anhang. Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bietet Lovable an.
- Wo deine App-Daten liegen: Das eingebaute Backend läuft in einer von drei Regionen, Americas, Europe oder Asia Pacific. Lovable legt sie fest, wenn das Backend entsteht, und danach lässt sie sich nicht mehr ändern. Ohne eigene Vorgabe nimmt Lovable die Region, die dir am nächsten liegt. Sehen und ändern kannst du sie nur, wenn die Berechtigung Enable Cloud auf Ask each time steht (unter Account settings → Preferences → Agent permissions). Länderregionen wie Deutschland gibt es nur für Enterprise auf Anfrage.
- Die Dienstleister: Lovables Liste der Unterauftragsverarbeiter hatte am 25. Oktober 2026 44 Einträge. Google Cloud steht dort für Apps, Datenbanken und Plattform mit Standort Niederlande, Supabase mit „EU (by default)“. Die Anbieter der KI-Modelle, an die Prompts und Code gehen, stehen überwiegend mit Standort USA, etwa Anthropic, OpenAI und Google mit Gemini. KI-Verarbeitung nur in der EU („EU inference“) gibt es allein im Enterprise-Tarif.
- Training: Seit dem 9. September 2026 darf Lovable Inhalte aus Free- und Pro-Konten, also Prompts, Code und Ergebnisse, zum Trainieren seiner KI-Modelle nutzen. Abschalten kannst du das unter Account settings → Preferences → AI model training. Business und Enterprise sind standardmäßig ausgenommen, die Daten der Nutzer deiner App ebenfalls.
- Deine Besucher: Für die Daten, die Menschen in deine App eingeben, bist laut Lovable du verantwortlich. Gesundheitsdaten, Kartendaten und Ausweisnummern erlauben Lovables Standardbedingungen nicht.
Was nicht dokumentiert ist: von welchen Standorten aus deine Seiten ausgeliefert werden (die Doku sagt nur „weltweit“, die Dienstleisterliste nennt Cloudflare mit „Global“) und wo genau du deine persönliche Standardregion einstellst. Ein deutscher Ratgeber, den wir gelesen haben, schreibt, Lovable biete keine EU-Server an; nach Lovables eigener Doku und Dienstleisterliste stimmt das so nicht.
Tarife und Credits
Lovable hat vier Tarife: Free, Pro, Business und Enterprise. Die Preise stehen auf Lovables Preisseite; wir nennen hier nur die Einheiten. Alles läuft über Credits aus einem gemeinsamen Guthaben: Bauen, Chatten, das Backend und die KI-Funktionen deiner App. Wie viel ein Credit wert ist, hängt laut Preisseite vom Tarif und von der Funktion ab.
- Free: 5 Build-Credits pro Tag, höchstens 30 im Monat, dazu ein tägliches Kontingent für Chat-Nachrichten sowie monatlich 20 Credits für das Backend und 4 für KI-Funktionen.
- Pro und Business: ab 100 Credits im Monat, in Stufen bis 10.000. Erst ab Pro kannst du den Code bearbeiten, eine eigene Domain verbinden und das Abzeichen ausblenden.
- Enterprise: Konditionen nach Vertrag, ohne die täglichen Gratis-Credits.
Was eine Nachricht kostet, hängt vom Modus ab. Eine Nachricht im Plan-Modus kostet einen Credit plus eventuelle Recherche, Chat-Nachrichten zählen zuerst gegen das tägliche Kontingent, und im Build-Modus richtet sich der Verbrauch nach dem Aufwand. Lovable nennt auf seiner deutschen Preisseite Beispiele, hier sinngemäß:
| Aufgabe im Prompt | Credits laut Lovable |
|---|---|
| Einen Knopf grau färben | 0,5 |
| Die Fußzeile entfernen | 0,9 |
| Registrierung und Anmeldung hinzufügen | 1,2 |
| Eine Landingpage mit generierten Bildern bauen | 1,7 |
Das sind Lovables Angaben, keine Messung von uns. Den tatsächlichen Verbrauch jeder Nachricht siehst du laut Lovable im Chatverlauf.
Für wen sich Lovable eignet und für wen nicht
Lovable passt gut, wenn du:
- als Gründerin, Selbstständiger oder kleines Team schnell eine Website, Landingpage oder einen klickbaren Prototyp brauchst;
- ein internes Werkzeug, ein Dashboard oder ein Kundenportal bauen willst, ohne selbst zu programmieren;
- den Code später an Entwickler übergeben willst: Über GitHub, GitLab oder Bitbucket geht das in jedem Tarif.
Weniger geeignet ist Lovable, wenn du:
- eine native App für App Store und Play Store brauchst;
- ein bestimmtes Framework wie Next.js vorgeben musst;
- Gesundheitsdaten, Kartendaten oder Ausweisnummern verarbeiten willst;
- KI-Verarbeitung ausschließlich in der EU verlangst und keinen Enterprise-Vertrag hast;
- auf eine deutsche Hilfe-Doku angewiesen bist.
Und wenn du eigentlich Abläufe zwischen bestehenden Programmen automatisieren willst statt eine App zu bauen, ist ein Workflow-Werkzeug oft der direktere Weg. Einen Überblick gibt unser Ratgeber zur intelligenten Automatisierung.
