hreflang verbindet Seiten, die denselben Inhalt in einer anderen Sprache oder für ein anderes Land anbieten. Jede Fassung nennt sich selbst und alle anderen mit vollständiger URL. Der Wert ist ein Sprachcode, optional mit Region: de, de-AT oder de-CH. x-default fängt alle übrigen Nutzer auf, und das Canonical-Tag zeigt immer auf eine Seite in derselben Sprache, also normalerweise auf die Seite selbst. So sieht das auf unserer eigenen Website aus, mit Englisch im Stammverzeichnis und Deutsch unter /de/.

So sieht es bei uns aus

Der HTML-Kopf unserer Seite /de/so-testen-wir: html lang de, ein Canonical auf sich selbst und fünf hreflang-Links für en, de, fr, es und x-default
Der HTML-Kopf unserer Seite „So testen wir“, live abgerufen am 14. Oktober 2026.
  • Das Canonical der deutschen Seite zeigt auf die deutsche Seite selbst, nicht auf die englische.
  • Die hreflang-Links nennen alle vier Sprachfassungen, die deutsche eingeschlossen.
  • x-default zeigt auf die englische Seite: Wer weder Englisch, Deutsch, Französisch noch Spanisch eingestellt hat, landet dort.
  • Seiten ohne Übersetzung verweisen nur auf die Fassungen, die es gibt. Erscheint eine deutsche Fassung, bekommen beide Seiten einen Link aufeinander.

Dieselben Angaben stehen in unserer deutschen Sitemap:

Ein url-Eintrag aus unserer deutschen XML-Sitemap mit loc, lastmod und fünf xhtml:link-Einträgen für en, de, fr, es und x-default
Ein Eintrag aus polytested.com/sitemap-de.xml, abgerufen am 14. Oktober 2026.

hreflang, Canonical und x-default: Wer beantwortet welche Frage?

  • hreflang: Welche Fassung ist für welche Sprache oder Region gedacht?
  • Canonical: Welche URL ist die Hauptversion genau dieser Seite? Google bittet darum, mit hreflang „eine kanonische Seite in derselben Sprache“ anzugeben, nur notfalls in der bestmöglichen Ersatzsprache.
  • x-default: Welche Seite bekommt, wer zu keiner Fassung passt? Google verwendet den Wert, „wenn keine andere Sprache oder Region mit der Browsereinstellung des Nutzers übereinstimmt“.

Eine Übersetzung ist kein Duplikat. Laut Google gelten lokalisierte Versionen einer Seite „nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt der Seite nicht übersetzt wurde“. Ein Canonical von der deutschen auf die englische Seite wäre also falsch. Was das Canonical-Tag sonst leistet und welche Fehler häufig sind, erklärt unser Ratgeber zum Canonical-Tag.

de, de-DE, de-AT oder de-CH?

Hast du eine deutsche Fassung für alle deutschsprachigen Leser, reicht de. So machen wir es. Länderversionen lohnen sich nur, wenn sich die Inhalte wirklich unterscheiden:

  • Währung und Steuern: Franken statt Euro, eine andere Mehrwertsteuer, andere Preise.
  • Rechtschreibung: Laut amtlichem Regelwerk „kann immer ss geschrieben werden“ in der Schweiz und in Liechtenstein: Strasse statt Straße.
  • Wortschatz: In Österreich heißt der Januar „Jänner“; der Duden kennzeichnet das Wort als österreichisch, seltener süddeutsch.
  • Recht und Versand: Impressum, Widerrufsbelehrung, Lieferbedingungen.

Wenn du Länderversionen anlegst, behalte zusätzlich eine allgemeine de-Seite. Google empfiehlt in diesem Fall, „auch eine Catchall-URL für geografisch nicht spezifizierte Nutzer dieser Sprache bereitzustellen“.

Welche Suchbegriffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt sind, prüfst du in getrennten Länderdatenbanken; wie, zeigt unser Ratgeber Keywords finden.

Die Regeln, die Google prüft

  1. Jede Fassung nennt alle: „In jeder Sprachversion müssen die Version selbst und alle anderen Sprachversionen aufgelistet sein.“
  2. Verweise in beide Richtungen: „Wenn zwei Seiten nicht aufeinander verweisen, werden die Tags ignoriert.“
  3. Vollständige URLs: mit https:// und Domain, keine relativen Pfade.
  4. Sprache zuerst: Der Wert besteht aus einem oder zwei Codes, „die durch einen Bindestrich getrennt sind“: zuerst die Sprache nach ISO 639-1, dann optional die Region nach ISO 3166-1 Alpha 2. Google „leitet die Sprache nicht automatisch von einem Ländercode ab“.
  5. Nur offizielle Codes: Codes außerhalb dieser Standards wie es-419 werden laut Google „nicht unterstützt“, und EU, UN oder UK haben „keine Auswirkungen auf die Google Suche“.
  6. Groß- und Kleinschreibung ist egal: de-AT und de-at sind für Google dasselbe.
  7. Eine Methode reicht: HTML-Kopf, HTTP-Header oder Sitemap. Alle drei gleichzeitig zu nutzen, „hat aber keinen Vorteil in der Suche“.
  8. Die Sprache liest Google am Text ab: Google verwendet hreflang und das Attribut lang nicht, um die Sprache einer Seite zu erkennen.

Typische Fehler im deutschsprachigen Raum

  • at-de: Sprache und Land vertauscht. Richtig ist de-AT.
  • de_DE: Unterstrich statt Bindestrich, wie in Software-Gebietsschemas. Richtig ist de-DE.
  • ch als Sprache: ch ist der ISO-639-1-Code für Chamorro, nicht für die Schweiz. Für Deutsch in der Schweiz schreibst du de-CH.
  • de-CH als „Schweizerdeutsch“: de-CH heißt Deutsch für Nutzer in der Schweiz. Schweizerdeutsch hat keinen zweibuchstabigen ISO-639-1-Code.
  • en-UK: UK ist kein gültiger Ländercode; das Vereinigte Königreich ist GB.
  • Nur ein Ländercode wie at: Ohne Sprache kann Google damit nichts anfangen.
  • Canonical auf eine andere Sprachfassung: Die deutsche Seite nennt sich selbst als Canonical.

Seiten ohne Übersetzung

Verweise nur auf Fassungen, die es wirklich gibt. Bei uns gibt eine Seite, die nicht auf Deutsch erschienen ist, unter /de/ einen 404-Fehler zurück, und sie taucht in keinem hreflang-Link auf. Englischen Text unter einer deutschen Adresse zeigen wir nicht.

hreflang prüfen

  • Search Console: Der Bericht zur internationalen Ausrichtung wurde eingestellt; hreflang-Tags will Google laut eigener Hilfe aber weiterhin „unterstützen und verwenden“. Mit dem URL-Prüftool siehst du, welche URL Google als kanonisch gewählt hat.
  • Quelltext: Öffne die Seite mit view-source: und prüfe Canonical und hreflang wie in unserem Beispiel oben.
  • Generatoren und Prüftools: Google nennt den hreflang-Generator von Aleyda Solis und das Testtool von Merkle, „die jedoch nicht von Google gepflegt oder geprüft werden“.

Checkliste

  1. Jede Fassung nennt sich selbst und alle anderen, mit vollständiger URL.
  2. Alle Verweise gehen in beide Richtungen.
  3. Codes in der Form Sprache-Region: de, de-AT, de-CH.
  4. Bei Länderversionen gibt es zusätzlich eine allgemeine de-Seite.
  5. x-default zeigt auf deine Standardfassung oder eine Sprachauswahl.
  6. Jede Fassung nennt sich selbst als Canonical.
  7. <html lang="de"> passt zur Sprache des Textes.